Diplomarbeit, 2005
77 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Handelbare Verschmutzungsrechte
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Die grundsätzliche Konzeption eines Lizenzsystems
2.3 Die charakteristischen Elemente eines Lizenzsystems
2.3.1 Die Abgrenzung des Marktes
2.3.1.1 Die Abgrenzung des/der zu betrachtenden (Schad)Stoffe
2.3.1.2 Die Abgrenzung des regionalen und/oder zeitlichen Lizenzmarktes
2.3.2 Marktteilnehmer
2.3.3 Erstausgabeverfahren
2.3.3.1 Versteigerung (Auktion)
2.3.3.2 Verkauf zum staatlichen Fixpreis
2.3.3.3 Grandfathering (Gratisvergabe)
2.3.4 Der Lizenzhandel
2.3.5 Staatliche Eingriffe
2.3.6 Kontrollmöglichkeiten des Lizenzsystems
2.4 Dynamische Anreizwirkungen
3 Das RECLAIM-Projekt
3.1 Hintergrund und Zielsetzungen von RECLAIM
3.2 Die Grundelemente und deren Implementierung
3.2.1 Die betrachteten Schadstoffe
3.2.2 Die Adressaten von RECLAIM
3.2.2.1 Altemittenten
3.2.2.2 Neuemittenten
3.2.2.3 Freiwillige Programmteilnehmer
3.2.3 Die Ausgestaltung der Lizenzen
3.2.3.1 Lizenzinhalt und Gültigkeitsdauer
3.2.3.2 Räumliche Handelbarkeit
3.2.4 Die Gesamtlizenzmenge
3.2.5 Die Erstallokation
3.2.5.1 Regelzuteilung der Lizenzen
3.2.5.2 Neuemittenten
3.2.5.3 Freiwillige Teilnehmer
3.2.6 Der Lizenzhandel
3.2.6.1 Die Marktteilnehmer
3.2.6.2 Die Marktstruktur
3.2.6.3 Kontrolle des Lizenzhandels
3.2.7 Emissionskontrolle
3.2.8 Sanktionsmöglichkeiten
4 Analyse des RECLAIM-Projekts
4.1 Ökologische Effektivität
4.1.1 Die Erwartungen des Distrikts
4.1.1.1 Die Erstausstattung mit Lizenzen – eine Überallokation
4.1.1.2 Der Reduktionspfad
4.1.1.3 Tatsächlich erforderliche Emissionsreduzierung
4.1.2 Die tatsächliche Entwicklung
4.1.3 Ökologisch effektiv?
4.2 Ökonomische Effektivität
4.2.1 Das Handelsvolumen
4.2.1.1 Der NOx-Markt
4.2.1.2 Der SOx-Markt
4.2.2 Die Lizenzpreise
4.2.2.1 Der NOx-Markt
4.2.2.2 Der SOx-Markt
4.2.3 Ökonomisch effektiv?
5 Gesamtbeurteilung und Empfehlungen für die Zukunft
5.1 Kritikpunkte
5.2 Lehren für zukünftige Lizenzprogramme in Europa
6 Schlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht das am Beispiel des RECLAIM-Projekts in Südkalifornien angewendete System handelbarer Emissionszertifikate auf seine ökologische und ökonomische Effektivität. Ziel ist es, zu analysieren, ob dieses marktwirtschaftliche Umweltinstrument den hohen Anforderungen gerecht werden kann und welche Lehren daraus für künftige, insbesondere europäische Lizenzprogramme wie für CO2-Emissionen gezogen werden können.
2.3.3.3 Grandfathering (Gratisvergabe)
Einen Ausweg aus den oben genannten Problemen stellt die Gratisvergabe der Zertifikate dar (im Englischen als „Grandfathering“ bezeichnet). Jeder Emittent erhält nach einen fixierten Verteilungsschlüssel im Umfang seiner bisherigen Belastungen Lizenzen gratis zugeteilt. Bestandsrechte werden somit geachtet, den Unternehmen entstehen in der Einführungsphase keine Kosten und es fallen keine zusätzlichen Staatseinnahmen an.
Das Grandfathering ist allerdings kein Allheilmittel. Einige Probleme und deren möglichen Lösungen sollen hier angeführt werden:
• Von der Ankündigung einer Zuweisung von Emissionsrechten gemäß der Ist-Emission jeder Firma zum Zeitpunkt der Einführung des Systems geht ein Anreiz aus, diese Ist-Emission möglichst hoch ausfallen zu lassen. Dieser Anreiz kann vermieden oder zumindest abgeschwächt werden, wenn frühere Perioden oder ein Durchschnittswert als Maßstab gewählt werden.
• Durch die Verbriefung der Ist-Emissionen wird die Umweltqualität im ersten Jahr nicht verbessert. Geht man von einem Wirtschaftswachstum in der betreffenden Region aus, ist der Status quo allerdings ein Erfolg. Eine Verbesserung der Emissionssituation könnte durch eine Abwertung der Emissionsrechte im Zeitverlauf erreicht werden. Sollen die Emissionen nicht erst im Laufe der Zeit, sondern bereits bei der Implementierung des Systems um einen bestimmten Prozentsatz verringert werden, so könnte dem Unternehmen von vornherein nur ein bestimmter Anteil ihrer Ist-Emissionen als übertragbares Recht zugeteilt werden.
• Offensichtlich bevorzugt das Grandfathering Altemittenten. Ihnen wird kostenlos die bisherige Emissionsmenge zugeteilt. Neuemittenten (aber auch Altemittenten für neue Anlagen) müssen sich ihre Zertifikate über den Markt kaufen. Es ergeben sich somit Markteintrittsbarrieren. Eine Abhilfe wäre es, einen bestimmten Prozentsatz der Zertifikate für Neuemittenten zurückzubehalten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Klimawandels und die Grenzen bisheriger auflagenorientierter Umweltpolitik ein, wobei das RECLAIM-Projekt als Untersuchungsobjekt vorgestellt wird.
2 Handelbare Verschmutzungsrechte: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen und historischen Entwicklungen von Lizenzsystemen erläutert, einschließlich verschiedener Mechanismen zur Marktabgrenzung und Erstallokation.
3 Das RECLAIM-Projekt: Hier wird das spezifische Emissionslizenzprogramm für Großemittenten im Großraum Los Angeles detailliert beschrieben, von der Zielsetzung bis hin zur praktischen Ausgestaltung der Lizenzen und Kontrolle.
4 Analyse des RECLAIM-Projekts: Dieses Kapitel prüft die ökologische und ökonomische Effektivität des Projekts anhand empirischer Daten aus den ersten zehn Programmjahren, unter Berücksichtigung von Sondereffekten wie der Energiekrise.
5 Gesamtbeurteilung und Empfehlungen für die Zukunft: Abschließend werden Kritikpunkte am Programm diskutiert und Lehren für die Entwicklung eines europäischen CO2-Lizenzsystems abgeleitet.
6 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet RECLAIM als erfolgreiches Modellprojekt, das trotz einiger Schwächen als Wegweiser für zukünftige marktorientierte Umweltpolitik dient.
Handelbare Verschmutzungsrechte, RECLAIM, Emissionszertifikate, Umweltpolitik, Ökologische Effektivität, Ökonomische Effizienz, Grandfathering, Lizenzhandel, Grenzvermeidungskosten, Luftqualität, South Coast Basin, NOx-Markt, SOx-Markt, Emissionskontrolle, Energiekrise
Die Arbeit analysiert die Performance eines marktwirtschaftlich orientierten Umweltinstruments, nämlich das RECLAIM-Programm in Kalifornien, um dessen Wirksamkeit als System handelbarer Verschmutzungsrechte zu bewerten.
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Konzeption von Emissionslizenzen, die praktische Implementierung im RECLAIM-Projekt sowie die Evaluierung der ökologischen und ökonomischen Effektivität.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob der Handel mit Emissionszertifikaten die geforderten Ansprüche hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Effizienz erfüllen kann und welche Lehren sich daraus für zukünftige Programme ableiten lassen.
Die Arbeit nutzt eine Performance-Analyse, bei der geplante Zielvorgaben des SCAQMD mit den tatsächlich erreichten Werten über einen Zeitraum von 10 Programmjahren verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Lizenzsysteme, eine detaillierte Beschreibung des RECLAIM-Projekts und eine empirische Analyse der erzielten ökologischen sowie ökonomischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Begriffe sind Handelbare Verschmutzungsrechte, RECLAIM, Emissionszertifikate, Ökologische Effektivität, Ökonomische Effizienz und Grandfathering.
Da die historischen Emissionsmengen im RECLAIM-Programm nicht die alleinige Bemessungsgrundlage für die Lizenzvergabe darstellen, sondern zusätzliche Emissionsfaktoren aus den Standards des AQMP einbezogen werden, wird von einer Modifikation gesprochen.
Die Energiekrise führte zu einem dramatischen Anstieg der Emissionen, da Energieversorger ihr Produktionsniveau extrem erhöhen mussten, was eine kurzfristige Anpassung der RECLAIM-Regelungen und den temporären Einsatz einer Gebührenlösung notwendig machte.
Der SOx-Markt zeigte aufgrund einer zu geringen Anzahl von Marktteilnehmern und eines stark rückläufigen Handelsvolumens Anzeichen eines "dünnen Marktes", wodurch eine kosteneffiziente Angleichung von Lizenzpreisen und Grenzvermeidungskosten nicht wie beim NOx-Markt stabil erreicht werden konnte.
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