Diplomarbeit, 1999
147 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Eine kurze Geschichte des Bühnentanzes
1.1. Das Ballett
1.1.1. Frühformen des Balletts
1.1.2. Die Tanzakademie des Sonnenkönigs - Wiege des klassischen Tanzes
1.1.3. Romantisches Ballett
1.1.4. Modernes Ballett
1.2. Die nicht-klassischen Tanzformen
1.2.1. Freier Tanz
1.2.2. Ausdruckstanz
1.2.3. Modern Dance
1.2.4. Postmodern Dance
1.2.5. Tanztheater
2. Das Tanztheater der Pina Bausch
2.1. Von Solingen nach Wuppertal: Pina Bauschs künstlerischer Werdegang
2.2. Die Werke des Wuppertaler Tanztheaters
2.3. Das Ensemble
2.4. Stil, Arbeitsweise und Thematik
2.5. Die Reaktionen des Publikums
3. Die Tanzkritik
3.1. Geschichtliche Entwicklung der Tanzkritik und prominente Vertreter
3.2. Kritische Operationen
3.2.1. Deskription
3.2.2. Kontextualisierung
3.2.3. Interpretation
3.2.4. Evaluation
4. Methodik
4.1. Untersuchungszeitraum und -gegenstand
4.2. Methodik der quantitativen Inhaltsanalyse
4.2.1. Tanzspezifische Kategorien
4.2.2. Journalistische Kategorien
4.3. Reliabilität
4.4. Methodik der quantitativen Inhaltsanalyse
5. Ergebnisse der quantitativen Inhaltsanalyse
5.1. Journalistische Aspekte
5.1.1. Länge der Rezensionen
5.1.2. Anzahl der Kodierungen
5.1.3. Autoren
5.1.4. Überschriften
5.1.5. Anfänge der Rezensionen
5.1.6. Schlüsse der Rezensionen
5.1.7. Erzählperspektive
5.1.8. Service-Hinweise
5.2. Tanzspezifische Aspekte
5.2.1. Gewichtung der kritischen Operationen
5.2.2. Kategorien der Deskription
5.2.3. Kategorien der Kontextualisierung
5.2.4. Kategorien der Interpretation
5.2.4.1. Form der Interpretation
5.2.4.2. Inhalte der Interpretation
5.2.5. Kategorien der Evaluation
5.2.5.1. Allgemeine Wertungstendenz
5.2.5.2. Wertungsinhalte
6. Kritische Analyse einzelner Rezensionen
6.1. Frankfurter Allgemeine Zeitung
6.2. Süddeutsche Zeitung
6.3. Stuttgarter Zeitung
6.4. Westdeutsche Zeitung
6.5. Westdeutsche Allgemeine Zeitung
7. Zusammenfassung, Autokritik und Ausblick
8. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Rezeption der Aufführungen des Wuppertaler Tanztheaters unter der Leitung von Pina Bausch in deutschen Tageszeitungen. Ziel ist es, mittels quantitativer Inhaltsanalyse und qualitativer Einzelanalysen zu verstehen, wie Journalisten eine Kunstform rezensieren, deren Ausdruck primär non-verbal ist, und welche kritischen Operationen dabei zur Anwendung kommen.
Eine Art Vorwort
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich liebe die Stücke von Pina Bausch. Im Jahre 1991 habe ich zum ersten Mal eine Vorstellung des Wuppertaler Tanztheaters gesehen, und seitdem sind zahlreiche Aufführungen hinzugekommen. Wenn auch die verschiedenen Stücke unterschiedlich auf mich wirkten, so ist eines doch immer gleich geblieben: die Sprachlosigkeit nach einer Vorstellung. Ich bin dann nicht gewillt, und vielleicht auch nicht in der Lage, das auf der Bühne Erlebte ernsthaft zu diskutieren oder gar zu analysieren. Mir ist aufgefallen, daß befreundete Bausch-Fans ganz ähnlich reagieren. Die Unterhaltung über das Gesehene beschränkt sich häufig auf das emphatische Nacherzählen von Szenen und Bildern aus dem Stück, allenfalls verbunden mit persönlichen Erinnerungen oder Assoziationen. Über den Aufbau eines Stücks, die Funktion und Bedeutung der Einzelszenen und ihre Komposition zu einem Ganzen, darüber wird so gut wie nicht gesprochen.
Dies kann mehrere Gründe haben. Vielleicht beruht die Weigerung, das Erlebte zu analysieren, auf einer vagen Angst, nachher mit leeren Händen dazustehen, das Stück mit mikroskopischem Blick zwar in seine Einzelteile zerlegt, aber dessen Zauber verloren zu haben. Möglich ist auch, daß die Schwierigkeit der Analyse nicht durch psychologische Hemmnisse bedingt ist, sondern durch die Komplexität der Tanztheater-Stücke. Im Verlauf einer Aufführung sieht der Zuschauer eine Vielzahl von Bildern und Szenen, die sich in schneller Folge abwechseln, häufig auch gleichzeitig passieren. Da es wohl unmöglich ist, diese Fülle an Aktion vollständig aufzunehmen, ist der Blick jedes Betrachters zwangsläufig selektiv und somit subjektiv. Daß die einzelnen Szenen nicht durch eine herkömmliche "Handlung" verbunden sind, kompliziert die verbale Kommunikation über das Gesehene zusätzlich.
Ein weiterer Grund für die Sprachlosigkeit vieler Zuschauer mag in der Poesie von Bauschs Bildern liegen. Versteht man die Mischung aus Gesten, kurzen Texten, Spielszenen und Tanz als eine eigenständige Sprache, dann liegt die Schwierigkeit einer Analyse vor allem darin, daß das Dargestellte zuerst in Worte übersetzt werden muß. Dabei beschleicht einen nicht selten das Gefühl, daß das herkömmliche Vokabular nur bedingt geeignet ist, das Erlebte zu beschreiben, geschweige denn zu analysieren.
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Tanztheater der Pina Bausch im Kontext der journalistischen Tanzkritik zu untersuchen.
1. Eine kurze Geschichte des Bühnentanzes: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung von Ballett und nicht-klassischen Tanzformen, um das Tanztheater historisch einzuordnen.
2. Das Tanztheater der Pina Bausch: Hier werden die künstlerische Entwicklung von Pina Bausch, ihre Arbeitsweise, die Ensemble-Struktur sowie die Publikumsreaktionen detailliert beschrieben.
3. Die Tanzkritik: Dieses Kapitel widmet sich der geschichtlichen Entwicklung der Tanzkritik, analysiert die vier kritischen Operationen Deskription, Kontextualisierung, Interpretation und Evaluation.
4. Methodik: Die methodische Vorgehensweise, insbesondere die quantitative Inhaltsanalyse der Rezensionen und die Auswahl der untersuchten Zeitungen, wird ausführlich erläutert.
5. Ergebnisse der quantitativen Inhaltsanalyse: Detaillierte Darstellung der Ergebnisse hinsichtlich journalistischer Aspekte und tanzspezifischer Kategorien über den gesamten Untersuchungszeitraum.
6. Kritische Analyse einzelner Rezensionen: Eine qualitative Einzelanalyse ausgewählter Artikel aus fünf verschiedenen Zeitungen verdeutlicht die unterschiedlichen Stile und Argumentationsmuster.
7. Zusammenfassung, Autokritik und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammenfassend bewertet und der Beitrag der Arbeit zur Tanzkritik reflektiert.
8. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen, Fachliteratur und Dokumentationen.
Tanztheater, Pina Bausch, Tanzkritik, quantitative Inhaltsanalyse, Journalismus, Rezension, Bühnentanz, Choreographie, Deskription, Kontextualisierung, Interpretation, Evaluation, Wuppertaler Tanztheater, Tanzgeschichte, Zeitungsfeuilleton.
Die Arbeit untersucht, wie Kritiker in deutschen Tageszeitungen die Aufführungen des Wuppertaler Tanztheaters unter der Leitung von Pina Bausch in Rezensionen beschrieben, gedeutet und bewertet haben.
Die zentralen Felder umfassen die tanzhistorische Entwicklung, die spezifische Ästhetik und Arbeitsweise von Pina Bausch sowie die Methoden und Stile der journalistischen Tanzkritik.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob und wie sich die journalistische Tanzkritik über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren verändert hat und welche kritischen Schwerpunkte die Autoren dabei setzen.
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen Inhaltsanalyse von 149 Rezensionen aus fünf verschiedenen deutschen Tageszeitungen, ergänzt durch eine qualitative Analyse von Einzelbeispielen.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Tanzes (vom Ballett zum Tanztheater), die Vita und Arbeitsweise von Pina Bausch, die theoretischen Grundlagen der Tanzkritik und die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tanztheater, Pina Bausch, Tanzkritik, Inhaltsanalyse und Rezensionskultur charakterisiert.
Die Untersuchung zeigt, dass der Anteil beschreibender (deskriptiver) Elemente in den Rezensionen im Zeitverlauf kontinuierlich gestiegen ist, während wertende (evaluative) Anteile tendenziell abnahmen.
Ja, es gibt deutliche Unterschiede in der Artikellänge, der bevorzugten Erzählperspektive und dem Grad der Kontextualisierung zwischen überregionalen Feuilletons (wie FAZ, SZ) und Regionalblättern (wie WZ, WAZ).
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