Examensarbeit, 2005
140 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN
2.1 Stress- und Ressourcentheorien
2.1.1 Überblick über die Stressforschung
2.1.2 Das transaktionale Stressmodell von Lazarus und Launier (1981)
2.1.3 Das Ressourcenmodell von Hobfoll (1988)
2.2 Widerstandsressourcen
2.2.1 Die Bedeutung und Entstehung von Gesundheit
2.2.2 Die Theorie der sozialen Unterstützung
2.3 Ein Vergleich der Lehrpläne und der schulischen Gegebenheiten von Gymnasien in Hamburg und Schleswig-Holstein
2.3.1 Demographische Angaben zu Hamburg und Schleswig-Holstein
2.3.2 Die Geschlechterverteilung der Gymnasiallehrkräfte und ihr Arbeitsverhältnis
2.3.3 Arbeitszeiten der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien in Hamburg und Schleswig-Holstein – Mehr Unterrichtsstunden für Hamburger Sportlehrkräfte durch das Lehrerarbeitszeitmodell?
2.3.4 Ein Vergleich der Lehrpläne der Gymnasien Hamburgs und Schleswig-Holsteins für das Fach Sport
2.4 Stand der Forschung zu Arbeitsanforderungen, Belastungen und deren Bewältigung bei Lehrerinnen und Lehrern
2.4.1 Die Abfolge zentraler Themen in der Berufslaufbahn von Lehrern nach Huberman (1989)
2.4.2 Psychische Gesundheit im Lehrerberuf nach Schaarschmidt (2004)
2.5 Stand der Forschung zu Arbeitsanforderungen, Belastungen und deren Bewältigung bei Sportlehrerinnen und Sportlehrern
2.6 Ableitung der Forschungsfragen
3 FORSCHUNGSMETHODE
3.1 Beschreibung der Untersuchungsplanung und des Instruments der Datenerhebung
3.2 Beschreibung der Untersuchungsdurchführung
3.3 Empirische Forschungshypothesen und Techniken der Datenauswertung
4 DARSTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE
4.1 Deskriptive Statistik
4.1.1 Darstellung der Stichprobe Hamburgs und Schleswig-Holsteins
4.1.2 Ausprägungen der wahrgenommenen Stressoren und psychischen Widerstandsressourcen sowie deren Zusammenhänge
4.2 Prüfende Statistik
4.2.1 Vergleich der Bundesländer bezüglich der Ausprägungen von Stressoren und Widerstandsressourcen (H1,4)
4.2.2 Vergleich bezüglich der Geschlechter (H1,1)
4.2.3 Vergleich bezüglich der absolvierten Berufsjahre (H1,2)
4.2.4 Darstellung und Diskussion signifikanter Zusammenhänge zwischen der Wahrnehmung sportunterrichtlicher Stressoren und der Ausprägung psychischer Widerstandsressourcen (H1,3, H1,5)
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht unterrichtliche Belastungen sowie Bewältigungsweisen von Sportlehrkräften an Gymnasien in Hamburg und Schleswig-Holstein, um Erkenntnisse über Stressoren und Widerstandsressourcen zu gewinnen und die Auswirkungen unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle und Lehrpläne aufzuzeigen.
2.1.2 Das transaktionale Stressmodell von Lazarus und Launier (1981)
Seit den sechziger Jahren vertritt Lazarus das kognitiv-transaktionale Stressmodell. Im deutschen Raum wurde es u.a. aufgegriffen von Jerusalem (1990) und Krohne (1990). Kernpunkt des Modells ist die bereits angesprochene Interaktion zwischen Person und Umwelt, die hier als Transaktion bezeichnet wird, da es sich um eine komplexe, gegenseitige Beeinflussung beider Komponenten handelt (vgl. Lazarus & Launier, 1981, S. 214). Psychischer Stress basiert demnach auf den kognitiven Einschätzungen (appraisals) des betroffenen Menschen, die durch verschiedene Faktoren sowie Gefühle beeinflusst werden (vgl. Kramis-Aebischer, 1996). Die betroffene Person erhält aus ihrer Umwelt zudem Rückmeldungen über die Angemessenheit erfolgter Bewältigungshandlungen, welche wieder auf die subjektive Bewertung der Situation einwirken. Schwarzer (1997, S. 155) schreibt dazu: „Objektive Bedingungen liegen den kognitiven Einschätzungen zugrunde, aber entscheidend bleibt, wie das Subjekt die Dinge sieht; nicht die tatsächlichen Gefahren der Umwelt und nicht die tatsächlichen Eigenschaften einer Person machen die Stresserfahrung aus, sondern vielleicht die persönliche, verzerrte Sichtweise“.
Weiterhin wichtig ist die zeitliche Entwicklung der Bewertungsprozesse. Durch Wechselwirkungen zwischen Person und Umwelt können sich die subjektiven Einschätzungen verändern und eine vollständige Neueinschätzung der Situation bewirken (vgl. Kramis-Aebischer, 1996, S. 35). Abbildung 1 stellt das Modell graphisch dar und dient als Orientierungshilfe für die im Folgenden beschriebenen Abläufe innerhalb dieses Stresskonzepts.
Im Verlauf des Prozesses treten drei Arten von Bewertungsvorgängen einer vorliegenden Situation auf: Die primären Einschätzungen, die sekundären Einschätzungen und die Neueinschätzungen. Im Rahmen der primären Einschätzungen bewertet die betroffene Person objektive Stressfaktoren vor dem Hintergrund der eigenen Ziele, Persönlichkeitsmerkmale und der momentanen Lebenssituation. Das persönliche Wohlbefinden spielt dabei eine große Rolle. Die Situation wird je nach erachteter Bedeutsamkeit für das subjektive Wohlbefinden als irrelevant, stressrelevant oder angenehm bzw. positiv eingestuft.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik psychischer Belastungen bei Lehrkräften und Begründung der spezifischen Untersuchung bei Sportlehrkräften.
2 THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: Detaillierte Darstellung stress- und ressourcentheoretischer Modelle sowie ein Vergleich der Rahmenbedingungen und Lehrpläne von Sport an Gymnasien in Hamburg und Schleswig-Holstein.
3 FORSCHUNGSMETHODE: Erläuterung der Untersuchungsplanung, der verwendeten Instrumente zur Datenerhebung und der angewandten statistischen Methoden zur Überprüfung der Hypothesen.
4 DARSTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Deskriptive Auswertung der erhobenen Daten und prüfende Statistik im Hinblick auf regionale Unterschiede, Geschlechtsaspekte und Berufsjahre.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse der Studie und Einordnung in den Forschungsstand sowie Implikationen für die Aus- und Fortbildung von Sportlehrkräften.
Sportlehrer, Belastung, Stress, Bewältigungsstrategien, Widerstandsressourcen, Lehrerarbeitszeitmodell, Gymnasien, Hamburg, Schleswig-Holstein, Salutogenese, transaktionales Stressmodell, Burnout, Berufsjahre, Sportunterricht, Schulsport.
Die Arbeit untersucht die psychischen Belastungen und die Bewältigungsweisen von Sportlehrkräften an Gymnasien, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich zwischen den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein liegt.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Stressforschung (insb. Lazarus und Hobfoll), der Vergleich von Lehrplänen und Arbeitszeitmodellen in den beiden Bundesländern sowie die empirische Analyse von Stressoren im Sportunterricht.
Ziel ist es, Erkenntnisse über die Bewältigungsweisen von Alltagsproblemen bei Sportlehrkräften zu gewinnen und Unterschiede in Belastung und Ressourcen in Abhängigkeit von Geschlecht, Berufsjahren und Bundesland zu analysieren.
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsstudie, bei der Sportlehrkräfte mittels Fragebögen befragt wurden. Die Daten wurden mit SPSS statistisch ausgewertet, unter anderem durch t-Tests und Varianzanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Stress und Gesundheit sowie eine empirische Darstellung und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich Belastungssituationen, Ressourcen und korrelierender Faktoren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sportlehrerbelastung, Ressourcenmodell, transaktionales Stressmodell, Lehrerarbeitszeitmodell, Gesundheitsförderung und Gymnasiallehrer charakterisieren.
Die Arbeit zeigt, dass dieses Modell zu einer höheren unterrichtlichen Belastung geführt hat, da Sportlehrkräfte durch die Fächer-Faktorisierung im Schnitt mehr Unterrichtsstunden leisten müssen als in anderen Fächern, was zu einer Reduktion von Zusatzangeboten wie Sportwettkämpfen führt.
Die Untersuchung ergibt für die Hamburger Stichprobe keine signifikanten Geschlechtsunterschiede in der Wahrnehmung von Stressoren, stellt jedoch fest, dass bei weiblichen Lehrkräften tendenziell andere Bewältigungsmechanismen und Anforderungen durch die "Doppelbelastung" (Privat- und Berufsleben) eine Rolle spielen.
Es zeigt sich, dass besonders Lehrkräfte in einer mittleren Phase ihrer Berufslaufbahn (11.-20. Dienstjahr) Belastungsfaktoren wie inadäquate räumliche Bedingungen signifikant stärker wahrnehmen als Kollegen in anderen Dienstaltern.
Soziale Unterstützung stellt eine wichtige Ressource dar, wobei die Arbeit aufzeigt, dass ihre Wirkung und Verfügbarkeit je nach Bundesland und individueller Situation variiert und maßgeblich zum Erhalt der Gesundheit beitragen kann.
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