Akademische Arbeit, 2014
75 Seiten
1. Einleitung
2. Definition der Kultur- und Kreativwirtschaft
2.1 Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland
2.1.1 Wissenschaftliche Perspektiven und Ansätze der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland
2.1.2 Beschäftigungsstrukturen und Arbeitspraxis (in) der Kultur- und Kreativindustrie
2.2 Cultural and Creative Industries
2.2.1 Wissenschaftliche Perspektiven und Ansätze der Kultur- und Kreativwirtschaft aus angelsächsischer Perspektive
2.2.2 Cultural and Creative Industries als Ergebnis sozio-ökonomischer Transformationsprozesse
3. Die Netzwerkgesellschaft oder: die Logik von Netzwerken in der Kultur- und Kreativindustrie
3.1 Die Netzwerklogik der Kultur- und Kreativindustrie
3.2 Die Netzwerklogik und das soziale Kapital
3.3 Zusammenführung bisheriger Ergebnisse
4. Kommunikation als konstituierende Form organisationaler Strukturen
4.1 Die Organisation als soziales Interaktionssystem
4.2 Die Konstitution von Organisationen durch Kommunikation
4.3 Das Zusammenspiel von Netzwerklogik, Kommunikation und Organisation
5. Analyse und Zusammenfassung der Interviewergebnisse sowie theoretische Bezugnahme
5.1 Erkenntnisinteresse und Forschungsfrage
5.2 Anlage der Interviews
5.2.1 Leitfaden
5.2.2 Durchführung, Bearbeitung und Auswertung des Materials
5.3 Ergebnisse und Bezugnahme auf die Kultur- und Kreativindustrie
5.3.1 Aufbau und Abläufe im täglichen Arbeitsprozess kreativer Organisationen
5.3.2 Netzwerke als Strukturgeber und Steuerungs- und Kontrollinstrument in der Kreativindustrie
5.3.3 Kommunikation als Bedingung für die Existenz der kulturellen Organisation
6. Résumé und Diskussion
Die Arbeit untersucht, inwieweit Organisationskommunikation und die Bildung von Projektnetzwerken als Steuerungs- und Kontrollinstrumente in der Kultur- und Kreativindustrie dienen. Ziel ist es, das Zusammenspiel dieser Faktoren als konstituierendes Element für diese Branche zu verdeutlichen.
Die Konstitution von Organisationen durch Kommunikation
“[...] communication and organization are constructing [...] it is through the process of communication that organizational forms emerge. And communication is in turn framed and informed by organization“ (Taylor/Saludadez, 2006: 37)
An dieser Stelle soll aufgrund der Kapazität der vorliegenden Arbeit nicht der gesamte wissenschaftliche Rahmen von Taylors Arbeit vorgestellt werden. Lediglich einer der Kernpunkte, inwiefern sich eine Organisation durch Kommunikation und Sprache konstituiert, soll zweckdienlich sein, um die eingangs gestellte Frage nach Netzwerkbildung und Kommunikation als Kontrollinstrumente der Kultur- und Kreativindustrie beantworten zu können. Unter Bezugnahme des einleitenden Zitats betrachtet Taylor Organisationen aus einer kommunikativen Perspektive auf der Basis eines Austausches von Informationen durch Kommunikation und verdeutlicht in seinen wissenschaftlichen Arbeiten, „how organization emerges in communication“ (Taylor, 2009: 22). Organisationen sind „[...] created and recreated in and through the everyday sensemaking activities of its members” (ebd.: 37). Der Kernpunkt von Kommunikation und die Generierung von handlungsrelevanten Bedeutungen – „sensemaking“ – innerhalb der Organisation basiert auf einer dynamischen Umwandlung von „conversation to text“ und von „text to conversation“ (ebd.), wie auch Cooren et. al (2011) weiter ausführen: [...] „collective sensemaking, to the extent that involves communication, takes place in interactive talk and draws on institutionalized resources of language in order to formulate and exchange through talk symbolically encoded representations of the jointly experienced circumstances” (ebd.: 10).
Erst durch den Prozess der Kommunikation wird eine Struktur erschaffen, in der die Organisation existiert und operieren kann (vgl. Taylor, 1993). Kommunikation wird durch den geführten Dialog innerhalb der Organisation zu einem „boundary object“ (Taylor et. al, 2001: 73), folglich zu einem verbindenden Element und Essenz der Organisation (vgl. Taylor, 2009: 22). Kommunikation ist daher „essential in solving important social problems, particularly those related to perceived lack of community, a threat to cultural continuity, or a need for a smoothy-functioning social system” (Cooren et. al, 2011: 12).
1. Einleitung: Führt in die Begrifflichkeiten und die ökonomische sowie politische Relevanz der Kultur- und Kreativwirtschaft ein.
2. Definition der Kultur- und Kreativwirtschaft: Beleuchtet deutsche und angelsächsische Definitionsansätze und ordnet die Branche theoretisch ein.
3. Die Netzwerkgesellschaft oder: die Logik von Netzwerken in der Kultur- und Kreativindustrie: Analysiert die Bedeutung von Netzwerkstrukturen und sozialem Kapital für die Arbeitspraxis.
4. Kommunikation als konstituierende Form organisationaler Strukturen: Beschreibt Organisationen als soziale Interaktionssysteme, die sich primär durch Kommunikation konstituieren.
5. Analyse und Zusammenfassung der Interviewergebnisse sowie theoretische Bezugnahme: Verknüpft die theoretischen Konzepte mit den empirisch gewonnenen Erkenntnissen aus Experteninterviews.
6. Résumé und Diskussion: Fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Rolle von Kommunikation und Netzwerken als Steuerungsmechanismen.
Kultur- und Kreativwirtschaft, Organisationskommunikation, Netzwerklogik, Projektmanagement, CCO-Perspektive, Steuerungsinstrumente, Kontrollmechanismen, Soziales Kapital, Transformation, Creative Industries, Kommunikation, Wissensmanagement, Selbstorganisation, Arbeitsstrukturen, Governance
Die Arbeit untersucht die organisatorischen Strukturen in der Kultur- und Kreativindustrie und analysiert, wie Kommunikation und Netzwerkbildung als zentrale Steuerungs- und Kontrollinstrumente fungieren.
Die Themen umfassen die Definition der Kultur- und Kreativwirtschaft, die Rolle von Netzwerken, Theorien der Organisationskommunikation sowie sozioökonomische Transformationsprozesse.
Die zentrale Frage ist, inwiefern Organisationskommunikation und Projektnetzwerke als Steuerungs- und Kontrollinstrumente innerhalb der Kultur- und Kreativindustrie dienen und wie diese Faktoren die Organisation konstituieren.
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis bestehender Literatur sowie eine qualitative empirische Studie in Form von zwei Experteninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Netzwerken und Kommunikation sowie eine empirische Auswertung, die diese Theorien auf die Praxis in der Kreativbranche bezieht.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kultur- und Kreativwirtschaft, Netzwerklogik, Organisationskommunikation (CCO-Perspektive) und die Steuerung von Projekten in informellen Strukturen.
Die angelsächsische Perspektive ist holistischer und stärker marktwirtschaftlich orientiert, während das deutsche System oft stärkeren paternalistischen Charakter aufweist und Kunst/Kultur als meritorische Güter stärker in den Vordergrund rückt.
Aufgrund der hohen Unsicherheit, fragmentierter Strukturen und fehlender formaler Kontrollinstanzen dienen Netzwerke als „Selbstcontrolling“ und Austauschplattform für implizites Wissen.
Kommunikation ist nicht bloß ein Informationsaustausch, sondern das konstituierende Element, welches die Organisation erst in die Existenz bringt und als „boundary object“ zusammenhält.
Es beschreibt die Herausforderung, dass einerseits Kreativität und Autonomie für den Output essenziell sind, aber andererseits professionelle Organisationen und Kontrollmechanismen notwendig sind, um diese Kreativität wirtschaftlich nutzbar zu machen.
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