Bachelorarbeit, 2013
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Geschäftsmodell der Kolportage
2.1 Die Rahmenbedingungen des Buchhandels gegen Ende des 19. Jahrhunderts
2.2 Das System der Kolportage, Geschichte und Definition
3. Der Kolportageroman und seine Merkmale am Beispiel von Karl Mays „Waldröschen“
3.1 „ Das Waldröschen“
3.1.1 Der Autor
3.1.2 Inhalt „Das Waldröschen“
3.2 Merkmale am Beispiel des Waldröschens
4. Gewinner und Verlierer. Verleger, Autoren und Leser des Kolportageromans
4.1 Die Verleger
4.1.1 Der Münchmeyer-Verlag
4.2. „Das Waldröschen“ Entstehungsgeschichte und Vertrag
4.2.1 Karl May als Autor der Kolportageromane und die Beziehung zu seinem Verleger Münchmeyer
4.3 Der Prozess gegen Münchmeyer und dessen Nachfolger Fischer
4.4 Leserschaft
4.5 Das Prämienwesen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Geschäftsmodell des Kolportageromans unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen Interessen und Rollenverteilungen zwischen Verlegern, Autoren und Leserschaft am Beispiel von Karl Mays „Waldröschen“.
3.1.2 Inhalt „Das Waldröschen“
Im Mittelpunkt des Romans, dessen Schauplätze unter anderem Spanien, Mexiko und Deutschland sind, und mit vollem Titel „ Das Waldröschen oder Die Verfolgung rund um die Erde. Großer Enthüllungsroman über die Geheimnisse der menschlichen Gesellschaft von Capitain Ramon Diaz de la Escoursa.“ heißt, steht der deutsche Arzt Karl Sternau und die Grafenfamilie de Rodriganda Sevilla. Sternau verliebt sich in die Grafentochter Rosa de Rodriganda. Es gelingt ihm, ihren todkranken Vater, den Grafen Emanuel de Rodriganda de Sevilla, von seinem Steinleiden zu erlösen und ihn aus den Händen intriganter Ärzte zu retten. Als Lohn wird ihm Rosa versprochen. Der Geschäftsführer des Grafens, Gasparino Cortejo, hat vor längerer Zeit seinen eigenen Sohn gegen den Sohn und Erben des Grafens, Alfonzo, vertauscht. Den echten Erben hat er in die Hände einer Gruppe von Briganten gegeben, wo er unter dem Namen Mariano aufwuchs. Dr. Sternau deckt die Intrige Cortejos auf und beschließt den Kampf gegen ihn aufzunehmen. Cortejo schafft es allerdings, den alten Grafen mit einem Gift wahnsinnig zu machen und dann verschwinden zu lassen, sowie Sternau ins Gefängnis zu bringen. Dessen Geliebte Rosa wird ebenfalls wahnsinnig gemacht und in einen Stift gebracht. Sternau gelingt die Flucht aus dem Gefängnis, er kehrt nach Rodriganda zurück, befreit Rosa um dann mit ihr nach Rheinswalden in Deutschland zu flüchten, wo er sie vom Wahnsinn befreit. Es wird von Graf Emanuels Bruder Ferdinando berichtet sowie Anton Helmers und dessen Freund, dem Apachenhäuptling Bärenherz.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit, das Geschäftsmodell des Kolportageromans anhand von Karl Mays „Waldröschen“ zu analysieren und die wirtschaftlichen Profiteure zu identifizieren.
2. Das Geschäftsmodell der Kolportage: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Buchhandels im ausgehenden 19. Jahrhundert sowie die systematische Funktionsweise des Kolportagehandels.
3. Der Kolportageroman und seine Merkmale am Beispiel von Karl Mays „Waldröschen“: Hier werden typische formale und inhaltliche Charakteristika von Kolportageromanen erläutert und an Karl Mays „Waldröschen“ sowie dessen Entstehung und Autorschaft belegt.
4. Gewinner und Verlierer. Verleger, Autoren und Leser des Kolportageromans: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Rollen und Interessenkonflikte von Verlag (Münchmeyer), Autor (Karl May) und Leserschaft unter Berücksichtigung von Verträgen, Honoraren und Prämienstrategien.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Verleger die ökonomischen Hauptgewinner des Kolportagesystems waren, während Autoren in finanzieller Abhängigkeit standen und Leser trotz Literaturversorgung hohe Kosten und teils mangelhafte Qualität zu tragen hatten.
Kolportageroman, Karl May, Waldröschen, Münchmeyer-Verlag, Geschäftsmodell, Buchhandel, Trivialliteratur, Leserschaft, Publikationsgeschichte, Autorschaft, Schmutz- und Schunddebatte, Vertriebssystem, Honorar, Prämienwesen, 19. Jahrhundert
Die Arbeit untersucht das ökonomische Geschäftsmodell des Kolportageromans im 19. Jahrhundert und beleuchtet die Machtverhältnisse zwischen den beteiligten Akteuren.
Zentrale Themen sind die Buchhandelsstrukturen des 19. Jahrhunderts, die spezifischen Vermarktungsstrategien der Kolportage sowie der literaturwissenschaftliche und historische Kontext des Romans „Das Waldröschen“.
Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, wer tatsächlich den größten wirtschaftlichen Nutzen aus dem Vertrieb von Kolportageromanen zog und ob es bei diesem Modell eindeutige Gewinner und Verlierer gab.
Die Arbeit verfolgt einen historisch-buchwissenschaftlichen Ansatz, der Primär- und Sekundärquellen (wie Prozessschriften und historische Fachliteratur) kombiniert, um die Verlags- und Autorenpraxis Karl Mays zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Systematik der Kolportage, die spezifische Analyse des Autors Karl May und seines Verlegers Münchmeyer sowie die Auswertung von Entstehungsbedingungen und wirtschaftlichen Daten des Romans „Das Waldröschen“.
Neben dem Kernthema „Kolportageroman“ sind „Ökonomie der Literatur“, „Schmutz- und Schunddebatte“, „Autorschaft“ sowie „Verlagsgeschichte“ entscheidende Charakteristika.
Die öffentliche Stigmatisierung der Kolportageliteratur zwang May dazu, unter Pseudonymen zu schreiben, was seine spätere literarische Reputation schwer belastete und in langjährige juristische Auseinandersetzungen mit seinen Verlegern mündete.
Prämien und Gewinnspiele dienten als verkaufsfördernde Bindungsinstrumente, um Kunden trotz teils schlechter Papierqualität und hoher Gesamtkosten zum kontinuierlichen Kauf der wöchentlichen Lieferungshefte zu bewegen.
Nach dem Tod des Verlegers und dem Verkauf des Verlages an Adalbert Fischer kam es zu massiven Auseinandersetzungen zwischen May und dem neuen Besitzer über die Verlagsrechte und ausstehende Honorare, was in gerichtlichen Klagen gipfelte.
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