Bachelorarbeit, 2005
79 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Vorgehensweise
3. Der Casting Director – Wissensbroker zwischen den Kreativen
3.1. Der Castingbegriff oder der Begriff des Casting Directors
3.2 Ein Blick auf die historische Entwicklung des Castings
3.2.1 Entstehungsgeschichte in den USA
3.2.2 Entstehungsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland
3.3 Das Tätigkeitsfeld eines Casting Directors
3.4 Eine Erläuterung der medialen Hilfsmittel
3.4.1 Das Drehbuch
3.4.2 Vita und Foto
3.4.3. Das Demoband
3.4.4 Das Livecasting
3.4.5 Das Archiv
3.5 Wie ein (Film-) Projekt besetzt wird – Ablauf
4. Die Anerkennung der Tätigkeit Casting
4.1. National
4.2. International
5. Der Beruf
5.1 Was ist ein Beruf - Eine Begriffsdefinition
5.2 Die Berufung
5.3 Berufe und ihre Benennungen
5.4 Wie ein Beruf entsteht
6. Der Casting Director als Berufsbild
6.1 Der Casting Director – Der typische Freiberufler
6.2. Der bisherige Weg zum „Beruf“
6.3 Qualitätsstandards - Welche Fähigkeiten benötigt ein Casting Director
6.4 Bisherige Unternehmungen zur Etablierung des Berufsbildes Casting
7. Professionalisierung
8. Qualifizierungsmöglichkeiten – Denkbare Schritte zur Anerkennung
8.1 Die duale Ausbildung
8.1.1 Duale Ausbildung im Medienbereich
8.1.2 Eine gelungene Möglichkeit zur dualen Ausbildung im Mediensektor: Der Maskenbildner
8.1.3 Pro und Contra-Argumente zum Thema Casting als duale Ausbildung
8.1.4 Fazit duale Ausbildung
8.2 Die akademische Ausbildung
8.2.1 Der Diplomstudiengang
8.2.1.1 Casting im Rahmen eines Diplomstudienganges
8.2.1.2 Pro und Contra-Argumente zum Thema Casting im Rahmen eines Diplomstudienganges
8.2.1.3 Fazit zum Diplomstudiengang
8.2.2 Das interdisziplinäre Studium nach dem Bologna – Modell
8.2.2.1 Bachelor / Master das neue Studienkonzept
8.2.2.2 Eine gelungene Möglichkeit eine Medienstudienganges – Public Relations / Kommunikationsmanagement
8.2.2.3 Pro und Contra-Argumente zum Thema Casting als interdisziplinärer Studiengang
8.2.2.4 Casting als interdisziplinär ausgerichteter Studiengang nach dem Bologna – Modell – Ein Fazit
8.3 Qualifizierungsmaßnahmen
8.3.1 Weiterbildung in Medienberufen
8.3.1.1 Eine gelungene Möglichkeit zur Weiterbildung: Der Aufnahmeleiter
8.3.1.2 Pro und Contra-Argumente zum Thema Casting im Rahmen einer Weiterbildung
8.3.1.3 Fazit zu Weiterbildungsmaßnahmen
9. Fazit
Die Arbeit analysiert das bisher weitgehend unbekannte Tätigkeitsbild des Casting Directors in Deutschland, um zu ergründen, warum diese Tätigkeit noch nicht als anerkannter Beruf etabliert ist und welche Ausbildungswege zu einer offiziellen Anerkennung führen könnten.
3.3 Das Tätigkeitsfeld eines Casting Directors
„Ach, dann kommen bei Euch die Leute vorbei, die berühmt werden möchten?“, war eine der meist gestellten Fragen während meines Praktikums in der Agentur Anja Dihrberg Casting. Oft klingelten Leute aber auch einfach so, mit der Begründung, sie haben das Wort Casting am Türschild gelesen und wollten nun mit unserer Hilfe Model, Sänger und auf jeden Fall berühmt werden.
Während dieser Zeit wurde mir klar, wie wenig eigentlich über die Beschäftigung eines Casting Directors bekannt ist. Allzu häufig werden diese – auch bedingt durch die verschiedenen Fernsehshows à la „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Popstars“, bei welchen die Kandidaten die so genannten Castings durchlaufen müssen – mit Talent- oder Modelscouts verwechselt. Zwar legen qualifizierte und seriöse Casting Directors ihr Hauptaugenmerk, wie auch die Talent- und Modelscouts, auf die Entdeckung neuer frischer und vor allem talentierter Gesichter, bspw. durch häufige Theaterbesuche bei Vorstellungen mit unbekannten Schauspielern, aber verdienen sie im Gegensatz zu den Talentsuchern nicht mit der Vermarktung dieser ihr Geld, sondern durch die Zusammenstellung eines qualitativ hochwertigen Ensembles in der Besetzung eines Projektes.
Bedingt durch solche Unsicherheiten in Punkto Begriffsdefinierung und Eingrenzung, haftet den Casting Directors oft ein unseriöses Image an. Um sich von dieser Reputation zu entfernen und auch um das Berufsbild des Casting Directors in Deutschland zu begründen, zu festigen und letzten Endes instand zu halten, wurde der BVC gegründet. Letztendlich ist es die Aufgabe eines Casting Directors an Hand von Drehbüchern, Archiv und Erfahrungswissen Vorschläge für passende Darsteller für Film, Fernseh- oder Werbeproduktion zu machen. Dabei kooperieren sie eng mit Regisseur und Produzent.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bedeutende, aber oft unterschätzte Rolle des Casting Directors bei Filmproduktionen und erläutert die Motivation der Autorin, die fehlende berufliche Anerkennung und Ausbildungsmöglichkeiten zu untersuchen.
2. Vorgehensweise: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau der Arbeit, von der historischen Herleitung des Casting Directors bis zur Analyse möglicher Ausbildungswege und der damit verbundenen Probleme aufgrund mangelnder Literatur.
3. Der Casting Director – Wissensbroker zwischen den Kreativen: Hier werden der Castingbegriff, die historische Entwicklung in den USA und Deutschland sowie das spezifische Tätigkeitsfeld inklusive der verwendeten Hilfsmittel und des Besetzungsablaufs detailliert dargestellt.
4. Die Anerkennung der Tätigkeit Casting: Dieses Kapitel vergleicht die Situation in Deutschland mit der in anderen Ländern und verdeutlicht, dass es an institutioneller Anerkennung und professionellen Standards mangelt.
5. Der Beruf: Es wird theoretisch fundiert definiert, was unter einem Beruf zu verstehen ist, wie er sich von einer Berufung unterscheidet und welche Voraussetzungen für die Entstehung eines neuen Berufsbildes in Deutschland notwendig sind.
6. Der Casting Director als Berufsbild: Die Rolle als Freiberufler wird analysiert, der derzeitige informelle Weg in den Beruf beschrieben und die notwendigen Fähigkeiten sowie bisherige Etablierungsversuche diskutiert.
7. Professionalisierung: Aufbauend auf soziologischen Theorien wird untersucht, inwiefern der Casting Director den Anforderungen an eine Professionalisierung entspricht und wo die Hürden liegen.
8. Qualifizierungsmöglichkeiten – Denkbare Schritte zur Anerkennung: Dieses umfangreiche Kapitel prüft kritisch, ob duale Ausbildung, akademisches Studium oder spezielle Weiterbildungsmaßnahmen realistische und sinnvolle Wege für die Zukunft des Berufsstandes sein können.
9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine spezialisierte Ausbildung aufgrund geringer Marktnachfrage und hoher Hürden schwierig ist, empfiehlt aber ein interdisziplinäres Studium oder zertifizierte Weiterbildungen als Weg zur Aufwertung des Berufsimages.
Casting Director, Filmbesetzung, Berufsanerkennung, Medienbranche, Duale Ausbildung, Studium, Professionalisierung, Casting, Besetzung, Regieassistenz, Qualifizierung, BVC, Filmpolitik, Filmproduktion, Freiberuflichkeit.
Die Arbeit untersucht die Tätigkeit des Casting Directors in Deutschland, die bisher weder als eigenständiger Ausbildungsberuf anerkannt ist noch über geregelte Qualifizierungspfade verfügt, und analysiert Möglichkeiten zur Aufwertung dieses Berufsbildes.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Historie des Casting-Berufs, den Anforderungen an das Tätigkeitsprofil, der vergleichenden Betrachtung der Anerkennung im In- und Ausland sowie der Analyse von Ausbildungswegen wie dem dualen System oder dem akademischen Studium.
Das Ziel ist es, den Status des Casting Directors zu beleuchten, Hindernisse für seine berufliche Anerkennung zu identifizieren und konkrete Lösungsansätze sowie Bildungswege zu diskutieren, um die Professionalisierung des Berufsfeldes zu fördern.
Aufgrund der spärlichen Literaturlage stützt sich die Autorin primär auf intensive Internetrecherche, eine Auswertung einschlägiger Fachzeitschriften, sowie Interviews und Korrespondenzen mit Experten aus der Branche und von Hochschulen.
Der Hauptteil erörtert die Arbeitsabläufe des Castings, die theoretischen Kriterien für ein Berufsbild, die Rolle des Casting Directors als Freiberufler sowie die Vor- und Nachteile verschiedener Qualifizierungsmodelle wie Ausbildung, Diplomstudiengänge und Weiterbildung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Casting Director, Filmbesetzung, Berufsanerkennung, Professionalisierung, Qualifizierung und interdisziplinäres Studium charakterisiert.
Der BVC wurde gegründet, um das Image des Berufsstandes zu fördern und Qualitätsstandards zu setzen. Die Autorin stellt jedoch fest, dass das Engagement des Verbandes bisher wenig greifbare Ergebnisse in Bezug auf die Etablierung eines anerkannten Ausbildungsberufes gezeigt hat.
Das Beispiel des Maskenbildners dient als Beleg dafür, dass es in der Medienbranche durchaus möglich ist, durch die Initiative eines Berufsverbandes einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf erfolgreich zu etablieren.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein klassischer Ausbildungsberuf oder ein reiner Diplomstudiengang aufgrund der geringen Marktnachfrage wenig sinnvoll sind. Stattdessen wird ein interdisziplinärer Ansatz oder eine zertifizierte Weiterbildung für Branchenkenner als zielführender für die Professionalisierung angesehen.
Aufgrund regionaler Filmförderungskriterien müssen Casting Directors oft Darsteller wählen, die in bestimmten Bundesländern ansässig sind, um die Förderungswürdigkeit und Kosteneffizienz des Filmprojekts zu gewährleisten, was die rein künstlerische Entscheidung einschränken kann.
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