Fachbuch, 2019
70 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil: Hintergrund und Forschungsstand
2.1 Forschungsfeld Sozialpsychologie
2.1.1 Das menschliche Wesen
2.1.2 Digitale Sozialität
2.2 Das Selbst
2.2.1 Selbstkonzept
2.2.2 Selbstwert
2.2.2.1 Impliziter und expliziter Selbstwert
2.2.3 Quellen des Selbstkonzeptes und des Selbstwertes
2.2.3.1 Selbstwahrnehmung
2.2.3.2 Fremdwahrnehmung und Soziale Rückmeldung
2.2.3.3 Soziale Vergleichsprozesse
2.2.4 Selbstwertdienliche Prozesse
2.2.5 Selbstdarstellung
2.2.5.1 Selbstdiskrepanztheorie und regulatorischer Fokus
2.3 Das soziale Netzwerk Instagram
2.3.1 Soziale Vergleichsprozesse auf Instagram
2.4 Herleitung der Forschungsfrage und Hypothesen
3 Methodik
3.1 Erhebungsmethode
3.2 Beschreibung des Fragebogens
3.3 Beschreibung der Stichprobe
3.4 Auswertungsmethode
4 Ergebnisse
4.1 Hypothesenprüfung und empirische Befunde
4.2 Weitere Erkenntnisse
5 Diskussion
5.1 Kritik
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialen Vergleichsprozessen innerhalb der Plattform Instagram und dem expliziten Selbstwertgefühl der Nutzer. Es wird der Frage nachgegangen, ob eine höhere Tendenz zu solchen Vergleichen mit einem geringeren Selbstwert korreliert.
2.2.4 Selbstwertdienliche Prozesse
Der Wunsch danach die Gesamtheit der eigenen Person als etwas Positives wahrzunehmen, kann als psychologisches Grundbedürfnis betrachtet werden (Pittman & Zeigler, 2007). Dass positive Bewertungen des Selbst mit psychischer Gesundheit einhergehen, zeigt sich in umfangreichen Untersuchungen (Taylor & Brown, 1988). Um die selbstbezogene Zufriedenheit und das generelle Wohlergehen zu bewahren oder zu steigern, streben Individuen stets nach einem hohen Selbstwert. Wie Kessler und Fritsche (2018) festhalten, bedient sich der Mensch, bewusst und unbewusst, verschiedener Strategien mit dem Ziel den Selbstwert zu steigern, bzw. zu wahren. Diese Strategien beeinflussen das Filtern und Einordnen von selbstwertrelevanten Informationen sowie das menschliche Handeln und werden in diesem Kapitel als selbstwertdienliche Prozesse vorgestellt.
Die Interpretation des eigenen Handelns oder dessen anderer, unterliegt dem Einfluss der allgemeinen Motivation, den Selbstwert zu schützen. Zunächst sei gesagt, dass sich menschliches Handeln von Verhalten insofern unterscheidet, dass es bewusst und zielgerichtet verläuft (Rheinberg, 2004). Zur Bestimmung der Ursache eines Handlungsergebnisses bieten sich dem Menschen zwei Möglichkeiten. Demnach kann der Ausgang einer Handlung entweder sich selbst oder der Umwelt zugeschrieben werden (Kanning, 2000). Die sog. „self-serving bias“ (deutsch: „selbstdienliche Verzerrungen“) beschreiben diesbezüglich einen Prozess innerhalb der Selbstwahrnehmung. Selbstdienliche Verzerrungen beziehen sich also auf die menschliche Tendenz, erfolgreiche Leistungen selbstbezogenen Ursachen und Misserfolge äußeren Faktoren, wie etwa der Schwierigkeit einer Aufgabe oder misslichen Umständen, zuzuschreiben. Die geschieht unabhängig von der objektiven Wahrheit (Deppe & Harackiewicz, 1996). Erfolge anhand eigener Eigenschaften und Fähigkeiten festzumachen, beeinflusst sowohl die Selbst- als auch Fremdwahrnehmung.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Vergleiche im digitalen Zeitalter und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
2 Theoretischer Teil: Hintergrund und Forschungsstand: Umfassende theoretische Fundierung zu Selbstkonzept, Selbstwert, sozialen Vergleichsprozessen und der Funktionsweise von Instagram.
3 Methodik: Beschreibung der quantitativen Fragebogen-Erhebung, der Stichprobe sowie der angewandten statistischen Auswertungsverfahren.
4 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Analyseergebnisse bezüglich der Hypothesen sowie weiterer explorativer Erkenntnisse.
5 Diskussion: Kritische Interpretation der Studienergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Ausgangslage und Reflexion der methodischen Vorgehensweise.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Empfehlungen für weiterführende sozialpsychologische Forschung.
Soziale Vergleichsprozesse, Instagram, Selbstwertgefühl, Selbstkonzept, digitale Sozialität, expliziter Selbstwert, psychische Gesundheit, Nutzungsintensität, soziale Rückmeldung, Selbstdarstellung, Performance self-esteem, Social self-esteem, Appearance self-esteem, soziale Erwünschtheit, Online-Umfrage.
Die Arbeit untersucht den sozialpsychologischen Einfluss von Instagram auf das Selbstwertgefühl der Nutzer, wobei der Fokus auf sozialen Vergleichsprozessen liegt.
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Theorie des Selbst, die Dynamiken sozialer Vergleiche und die spezifische Wirkung digitaler Plattformen wie Instagram auf das menschliche Erleben.
Die Forschungsfrage lautet: Besteht ein Zusammenhang zwischen sozialen Vergleichsprozessen auf Instagram und dem Selbstwert des Nutzers?
Der Autor führt eine quantitative Online-Fragebogenstudie mit 134 Probanden durch und wertet die Daten mittels statistischer Verfahren (Pearson-Korrelation, T-Test) in SPSS aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Herleitung der Konzepte, eine präzise methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie die ausführliche Darlegung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie "Soziale Vergleichsprozesse", "Selbstwertgefühl", "Instagram" und "Expliziter Selbstwert" definieren.
Der Algorithmus priorisiert Inhalte basierend auf Relevanz und Ähnlichkeit, was dazu führt, dass Nutzer vermehrt Inhalte sehen, die sie eher zu sozialen Vergleichen anregen und somit ihr Selbstwertgefühl beeinflussen können.
Entgegen der Erwartung konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der reinen Nutzungsintensität (Minuten pro Tag, Follower-Anzahl) und dem expliziten Selbstwert nachgewiesen werden.
Die Studie untersuchte Performance-, Social- und Appearance self-esteem. Insbesondere das Social self-esteem korrelierte signifikant negativ mit der Tendenz zu sozialen Vergleichen auf Instagram.
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