Fachbuch, 2019
56 Seiten
1 Einleitung
2 Grundlagen der Wirtschaftskriminalität
2.1 Begriff und Abgrenzung
2.2 Wirtschaftskriminalität in Deutschland: Entwicklung und Schäden
3 Deliktsbereiche der Wirtschaftskriminalität: Entwicklung und Beispielfälle
3.1 Anlage- und Finanzierungsdelikte
3.2 Arbeitsdelikte
3.3 Betrug/Untreue in Zusammenhang mit Kapitalanlagen
3.4 Gesundheitsdelikte
3.5 Insolvenzdelikte
3.6 Wettbewerbsdelikte
3.7 Wirtschaftskriminalität bei Betrug
4 Wirtschaftskriminalität in Deutschland: Tatort Unternehmen und öffentliche Institutionen
4.1 Betrug (§ 263 StGB)
4.2 Diebstahl (§ 242 StGB) und Unterschlagung (§ 246 StGB)
4.3 Korruption
5 Täterkreis
6 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit setzt sich intensiv mit dem Phänomen der Wirtschaftskriminalität in Deutschland auseinander, um die theoretischen Grundlagen, die ökonomischen Schäden sowie konkrete Erscheinungsformen anhand von Fallbeispielen zu beleuchten. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Tatbestände, die Täterstrukturen und die Schwierigkeiten bei der Aufdeckung dieser Delikte zu schaffen.
Praxisfall: Kapitalanlagebetrug
Der nachfolgende Fall des Finanzdienstleisters Infinus soll beispielhaft den Ablauf und die Funktionsweise des Kapitalanlagebetrugs nach § 264a StGB aufzeigen.
Seit 2012 läuft das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Dresden in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Sachsen gegen insgesamt zehn Mitarbeiter der Infinus AG, davon sechs führende Manager des Infinus-Firmengeflechts. Gegen die Beschuldigten wird wegen des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs in einem besonders schweren Fall und Kapitalanlagebetrugs ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, ein sogenanntes „Schneeballsystem“ aufgebaut und damit etwa 22.000 Anleger um rund 312 Millionen Euro betrogen zu haben.
Unter einem Schneeballsystem, wie dem hier vorliegenden, wird ein Geschäftsmodell verstanden, bei dem eine ständig wachsende Zahl an Teilnehmern benötigt wird, damit das Modell weiter funktionieren kann. „Gewinne für Teilnehmer entstehen beinahe ausschließlich dadurch, dass neue Teilnehmer geworben werden, die wiederum Geld investieren, ohne jegliche Dienstleistung oder ein Produkt zu erhalten.“
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Ausmaß der Wirtschaftskriminalität in Deutschland ein und verweist auf medienwirksame Fälle wie den Dieselbetrug, die das öffentliche Interesse an diesem Kriminalfeld massiv verstärkt haben.
2 Grundlagen der Wirtschaftskriminalität: Hier werden der Begriff der Wirtschaftskriminalität abgegrenzt, statistische Daten der letzten Jahre diskutiert und die Herausforderung der hohen Dunkelziffer thematisiert.
3 Deliktsbereiche der Wirtschaftskriminalität: Entwicklung und Beispielfälle: Dieses Kapitel erläutert spezifische Deliktsgruppen wie Anlage-, Arbeits-, Insolvenz- und Wettbewerbsdelikte durch statistisches Zahlenmaterial und illustriert diese anhand von praxisnahen Fällen.
4 Wirtschaftskriminalität in Deutschland: Tatort Unternehmen und öffentliche Institutionen: Der Fokus liegt hier auf klassischen Betrugs- und Untreuehandlungen in beruflichen Kontexten sowie Korruptionserscheinungen unter Einbeziehung relevanter Straftatbestände.
5 Täterkreis: Dieses Kapitel widmet sich der Identifikation der Täter und analysiert deren Motive anhand des wissenschaftlich fundierten "Fraud-Dreiecks" von Donald R. Cressey.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die bedrohliche Entwicklung der Wirtschaftskriminalität und betont die Notwendigkeit, sowohl die polizeilichen Strategien als auch die Compliance in Unternehmen weiter zu optimieren.
Wirtschaftskriminalität, Betrug, Untreue, Korruption, Kapitalanlagebetrug, Insolvenzdelikte, Straftatbestand, Prävention, Dunkelziffer, Schadenssumme, Täterprofil, Compliance, Geldwäsche, Wettbewerbsdelikte, Ermittlungsverfahren.
Die Arbeit definiert Wirtschaftskriminalität als vertrauensmissbrauchende Handlungen im Rahmen einer tatsächlichen oder vorgetäuschten wirtschaftlichen Tätigkeit, die zu Vermögensschäden bei Unternehmen, Institutionen oder der Allgemeinheit führen.
Die Schwerpunkte liegen auf Anlage- und Finanzierungsdelikten, Arbeitsdelikten, Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Kapitalanlagen, Gesundheitsdelikten, Insolvenzdelikten, Wettbewerbsdelikten sowie Korruption.
Ziel ist es, die Fall- und Schadensentwicklung der Wirtschaftskriminalität in Deutschland theoretisch zu untermauern und mittels signifikanter Praxisbeispiele die Erscheinungsformen sowie Täterstrukturen transparent zu machen.
Die Arbeit verwendet eine deskriptive Analyse auf Basis aktueller Statistiken des Bundeskriminalamts, KPMG-Studien sowie eine Fallstudienmethode, um das Täterverhalten durch das „Fraud-Dreieck“ nach Cressey zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufarbeitung der einzelnen Deliktsbereiche, eine Untersuchung der Kriminalität in Unternehmen und Institutionen sowie eine tiefgehende Analyse der Tätertypen.
Zentrale Begriffe sind Wirtschaftskriminalität, Schadensbilanz, Straftatbestand, Ermittlungsverfahren, Korruptionsprävention und das Fraud-Dreieck.
Während der Betrug durch eine täuschungsbedingte Vermögensverfügung gekennzeichnet ist, stellt die Unterschlagung einen Auffangtatbestand für die rechtswidrige Zueignung einer beweglichen Sache dar, bei der oft eine Vertrauensstellung ausgenutzt wird.
Es dient als Erklärungsmodell, um zu verdeutlichen, dass Wirtschaftskriminalität meist dann entsteht, wenn ein Motiv, eine günstige Gelegenheit und eine persönliche Rechtfertigung des Täters zusammenwirken.
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