Diplomarbeit, 2005
70 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Balanced Scorecard – ein Konzept entwickelt sich weiter
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Kennzeichen innovativer Anwendungen
3 Gegenstand und Wesen der Balanced Scorecard
4 Grundkonzept der Balanced Scorecard
4.1 Grundlegende Idee und Zielsetzung
4.2 Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard
4.2.1 Finanzperspektive
4.2.2 Kundenperspektive
4.2.3 Interne Prozessperspektive
4.2.4 Lern- und Entwicklungsperspektive
4.3 Ursache-Wirkungs-Beziehung
5 Unternehmensübergreifende Anwendungen der Balanced Scorecard
5.1 Stakeholder Scorecard
5.2 Netzwerk-Balanced Scorecard
5.3 Supply Chain Balanced Scorecard
5.4 Environmental Scorecard
6 Anwendungen der Balanced Scorecard auf Konzern- und Unternehmensleitungsebene
6.1 Balanced Chance- & Risk-Card
6.2 Value Scorecard
6.3 Sustainable Balanced Scorecard
6.4 Konzern Balanced Scorecard
6.5 Erfolgsfaktoren-basierte Balanced Scorecard
6.6 Reporting Balanced Scorecard
7 Anwendungen der Balanced Scorecard in betrieblichen Teilbereichen
7.1 Marketing-Balanced Scorecard
7.2 Balanced Scorecard für Internal Audit
7.3 Human Resources Balanced Scorecard
7.4 Logistik-Balanced Scorecard
7.5 IT-Scorecard
8 Weitere ausgewählte innovative Konzepte der Balanced Scorecard
9 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der vorgestellten Balanced Scorecard Konzepte
10 Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Vorstellung innovativer Anwendungen der Balanced Scorecard (BSC). Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie das Konzept der BSC über das ursprüngliche Modell von Kaplan und Norton hinaus an neue Anforderungen in verschiedenen Unternehmensbereichen und auf Konzernebene angepasst werden kann.
1.1 Balanced Scorecard – ein Konzept entwickelt sich weiter
Man stelle sich einmal die Aufgabe eines Kapitäns auf einem Kreuzfahrtschiff vor. Dies bedeutet die Verantwortung für eine Vielzahl von Entscheidungen zu tragen, die letztendlich alle dem Ziel dienen, dem Reisenden ein unvergessliches Reiseerlebnis zu bescheren. Damit eng verknüpft ist das Ziel, dass der Kreuzfahrtreisende bereit ist, dafür so viel Geld auszugeben, wie für die Erwirtschaftung sämtlicher Kosten der Reise, der Verwaltungs- und Vertriebskosten der Reederei und des Gewinns notwendig sind. Als Kapitän braucht man demnach viele Informationen, von den Wünschen der Reisenden über Informationen zur Reise-Route bis hin zu Daten über die Infrastruktur des Schiffes (z. B. Maschinen, Instrumente, Sicherheitssysteme), die erhoben und analysiert werden müssen.
Bedenkt man die heutige Größe (bezogen z. B. auf Schiffsgröße, Ausstattung, aber auch Personal) der Kreuzfahrtschiffe – man spricht schon von schwimmenden Städten -, wird einem die Komplexität der Aufgabe bewusst. Doch worauf soll der Kapitän achten, welche Informationen sind wirklich relevant zur Zielerreichung? Wie kann das Ziel, den Passagieren ein unvergessliches Reiseerlebnis zu bescheren, in allen Köpfen der Mitarbeiter verankert werden? Und auf der anderen Seite, wie kann der Kapitän erkennen, inwieweit sein Ziel erfüllt ist oder an welchen Stellen Gefahr droht, das Ziel zu verfehlen? Mit solchen Problemen sind sicherlich nicht nur die Kapitäne auf hoher See beschäftigt. Mit ähnlicher Komplexität und Fragestellung sehen sich auch die Lenker von Unternehmen tagtäglich konfrontiert. War früher häufig die Informationsversorgung ein Problem um diese Fragestellungen zu lösen, so sind heutzutage Entscheider eher einer Informationsüberflutung ausgesetzt. Grund hierfür ist v. a. die ständig zunehmende Nutzung der Computer und der damit verbundenen stark ausgeweiteten Datensammlung und –analyse.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Informationsüberflutung im Management ein und stellt das Konzept der Balanced Scorecard (BSC) als Lösungsansatz zur Strategieumsetzung und -kommunikation vor, gefolgt vom Aufbau dieser Arbeit.
2 Kennzeichen innovativer Anwendungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Innovation anhand verschiedener betriebswirtschaftlicher Perspektiven und legt Kriterien fest, um neuartige Anwendungen als solche identifizieren zu können.
3 Gegenstand und Wesen der Balanced Scorecard: Hier wird die BSC in den Kontext der Kennzahlensysteme eingeordnet und die grundlegende Funktionsweise der Ausgewogenheit zwischen verschiedenen Kennzahlentypen erläutert.
4 Grundkonzept der Balanced Scorecard: Dieses Kapitel detailliert die Ursprungsgedanken von Kaplan und Norton, beschreibt die vier klassischen Perspektiven und verdeutlicht die Bedeutung von Ursache-Wirkungsketten.
5 Unternehmensübergreifende Anwendungen der Balanced Scorecard: Untersuchung von BSC-Varianten, die über das Einzelunternehmen hinausgehen, wie die Stakeholder-, Netzwerk-, Supply Chain- und Environmental Scorecard.
6 Anwendungen der Balanced Scorecard auf Konzern- und Unternehmensleitungsebene: Vorstellung von Instrumenten zur Risikosteuerung, Wertorientierung und Nachhaltigkeit sowie zur Konzernsteuerung und Berichterstattung.
7 Anwendungen der Balanced Scorecard in betrieblichen Teilbereichen: Analyse der BSC-Adaption für spezifische Funktionsbereiche, darunter Marketing, interne Revision, Personalmanagement, Logistik und IT.
8 Weitere ausgewählte innovative Konzepte der Balanced Scorecard: Kurzvorstellung ergänzender Ansätze wie der Wissens-Scorecard und der Projekt-Scorecard.
9 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der vorgestellten Balanced Scorecard Konzepte: Zusammenfassende tabellarische Bewertung der vorgestellten BSC-Konzepte anhand spezifischer Kriterien zur Innovationsmessung.
10 Ausblick: Dieses Kapitel reflektiert die kontinuierliche Weiterentwicklung der BSC und wagt eine Prognose zur künftigen Bedeutung von Stakeholder-orientierten Modellen und der Komplexitätssteigerung in der Anwendung.
Balanced Scorecard, Strategieumsetzung, Kennzahlensysteme, Innovation, Unternehmenswert, Risikomanagement, Supply Chain Management, Stakeholder-Ansatz, Ursache-Wirkungsketten, Performance Measurement, Nachhaltigkeit, Wissensmanagement, Projektsteuerung, Reporting, Controlling.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung der Balanced Scorecard (BSC) als innovatives Management- und Steuerungsinstrument, das über den ursprünglichen Ansatz von Kaplan und Norton hinausgeht.
Zentrale Themen sind die Anpassung der BSC an verschiedene Unternehmenskontexte wie Supply Chain Management, Risikomanagement, Personalwesen, Marketing und IT, sowie die Integration von Stakeholder-Interessen.
Das Ziel ist es, eine breite Auswahl innovativer BSC-Anwendungen vorzustellen und zu bewerten, um aufzuzeigen, wie das Instrumentarium zur besseren Strategieumsetzung in unterschiedlichen Ebenen und Funktionen eingesetzt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse. Sie greift auf aktuelle Fachpublikationen und Studien zurück, um die verschiedenen BSC-Konzepte methodisch hergeleitet und anhand spezifischer Kriterien (z. B. neue Perspektiven, Darstellungsformen) zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Blöcke: unternehmensübergreifende Anwendungen, Anwendungen auf Konzern- und Leitungsebene sowie funktionsspezifische Anwendungsformen der BSC.
Wichtige Begriffe sind Balanced Scorecard, Strategieumsetzung, Performance Measurement, Ursache-Wirkungsketten, Stakeholder-Ansatz, Wertmanagement und Risikomanagement.
Im Gegensatz zum klassischen Modell integriert sie gezielt Risikomanagement-Aspekte und betrachtet Chancen und Risiken gleichzeitig, um den Unternehmenswert steuerbar zu machen.
Sie schließt die Lücke zwischen dem rein monetären Wertmanagement (z. B. Shareholder Value) und den nicht-monetären, strategischen Erfolgsfaktoren, um den Unternehmenswert operativ für Mitarbeiter steuerbar zu machen.
Sie dient dazu, ökologische Nachhaltigkeitsaspekte und Umweltnormen systematisch in das strategische Controlling einzubinden, indem sie Umweltaspekte als zusätzliche Dimension in die BSC integriert.
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