Examensarbeit, 2003
123 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundbegriffe arbeitsbezogenen Erlebens und Verhaltens
2.1. Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit
2.2. Rolle, Rollenkonflikt, Rollendistanz und Innere Kündigung
2.3. Burnout
2.4. Anforderungen, Belastungen und psychische Beanspruchung
2.5. Ressourcen
2.6. Attribution und Kontrolle
3. Psychische Gesundheit zwischen Ressourcen und Bewältigung
3.1. Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
3.1.1. Stressrelevante Person-Umwelt-Beziehungen
3.1.2. Stress als mehrstufiger Bewertungsprozess
3.1.3. Coping
3.1.4. Daily hassles und daily uplifts
3.2. Modell der Salutogenese nach Antonovsky
3.2.1. Zum Gesundheitsbegriff
3.2.2. Gesundheitsfaktoren und Risikofaktoren
3.2.3. Sense of coherence
3.3. Die beiden Modelle im Vergleich
3.4. Beitrag der Modelle zur Analyse von arbeitsbezogenen Verhaltens und Erlebensweisen
4. Beschreibung des AVEM-Instruments
5. Entwicklung von Hypothesen
6. Methodische Überlegungen
6.1. Wahl der Erhebungsform
6.2. Konstruktion des Fragebogens
7. Beschreibung der Stichprobe
8. Auswertung
8.1. Erster Schritt: AVEM-Muster
8.2. Zweiter Schritt: Analyse und Kategorisierung der genannten daily hassles und uplifts
8.2.1. Gesamtanalyse
8.2.2. Kategorisierung
8.3. Dritter Schritt: Zusammenhänge zwischen arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensweisen und Wahrnehmung von daily hassles und uplifts
8.4. Zusammenfassung der Ergebnisse
9. Fehleranalyse
10. Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die Zusammenhänge zwischen der Wahrnehmung von alltäglichen Ärgernissen (daily hassles) und erfreulichen Ereignissen (daily uplifts) bei Lehrern sowie deren relativ überdauernden arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmustern zu untersuchen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Personen mit risikoreichen Erlebensmustern in der Wahrnehmung und Bewertung solcher Alltagsereignisse unterscheiden und welche Rolle personale Ressourcen dabei spielen.
3.1.4. Daily hassles und daily uplifts
Das transaktionale Stressmodell steht bei empirischen Untersuchungen vor dem Problem der Messbarkeit von Stress. Benötigt wird ein Verfahren, das die kognitive Aktivität berücksichtigt und die Person- und Umweltvariablen überprüft, die den Bewertungsprozess beeinflussen (vgl. Lazarus 1986, S. 40). Bestehende Ansätze haben sich mit Erfassung von kritischen Lebensereignissen (life events) wie z.B. Scheidung, Tod eines Angehörigen oder Verlust des Arbeitsplatzes beschäftigt und sie als Hauptfaktoren für Stresserleben und Wohlergehen verantwortlich gemacht (vgl. Schanz 1984). Lazarus hat mit einem Wechsel der Perspektive bemerkenswerte Ergebnisse erzielt: Statt der Konzentration auf dramatische Lebensereignisse betrachtet er alltägliche Ärgernisse (daily hassles), „die frustrierenden, irritierenden, manchmal quälenden Ereignisse - die kleinen Niederlagen und Probleme – die sich alltäglich in der Auseinandersetzung mit unserer Umwelt zutragen“ (Lazarus 1982, S. 46). Gemeint sind Ereignisse wie ein Verkehrsstau, ein kleiner Streit mit Kollegen oder eben Bukowskis gerissener Schnürsenkel in Zeitnot. Bemerkenswert ist nun der enge Zusammenhang im Erleben der hassles mit Gesundheitsfaktoren. „We found that hassles frequency and intensity, averaged for nine months of seperate assessment on the same people were capable of explaining psychological and somatic health better than life events could” (Lazarus 1986, S. 41). Offensichtlich drückt sich im Erleben der Alltagsärgernisse der persönliche Stil der Bewertung und Bewältigung besser aus als bei den Lebensereignissen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Lehrerbelastung ein und begründet die theoretische Wahl des transaktionalen Stressmodells nach Lazarus sowie des Salutogenese-Modells nach Antonovsky zur Analyse.
2. Grundbegriffe arbeitsbezogenen Erlebens und Verhaltens: In diesem Kapitel werden zentrale psychologische Fachbegriffe wie Arbeitsmotivation, Burnout, Beanspruchung und Ressourcen definiert, um eine gemeinsame Grundlage für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3. Psychische Gesundheit zwischen Ressourcen und Bewältigung: Es werden die theoretischen Modelle von Lazarus und Antonovsky detailliert erläutert und verglichen, wobei insbesondere die Konzepte Coping und Sense of Coherence (SOC) sowie deren Bedeutung für das Verständnis von Stress hervorgehoben werden.
4. Beschreibung des AVEM-Instruments: Das Kapitel stellt das Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster-Instrument (AVEM) vor und erläutert dessen Dimensionen sowie die Klassifizierung in verschiedene Typen (G, S, A, B).
5. Entwicklung von Hypothesen: Basierend auf den theoretischen Modellen werden spezifische Hypothesen für die empirische Untersuchung abgeleitet, die den Zusammenhang zwischen AVEM-Mustern und der Wahrnehmung von daily hassles und uplifts betreffen.
6. Methodische Überlegungen: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen bei der empirischen Studie, insbesondere die Entscheidung für eine schriftliche Befragung und die Konstruktion des Fragebogens zur Erfassung der Alltagsereignisse.
7. Beschreibung der Stichprobe: Es werden die demografischen Daten der befragten Lehrer sowie die Struktur der Stichprobe dargestellt und kritisch auf ihre Repräsentativität hin untersucht.
8. Auswertung: Der empirische Teil analysiert die erhobenen Daten in drei Schritten: Zuordnung zu AVEM-Mustern, Kategorisierung der Alltagsereignisse und Untersuchung der Zusammenhänge zwischen beiden Ebenen, gefolgt von einer Zusammenfassung.
9. Fehleranalyse: Dieses Kapitel reflektiert methodische Einschränkungen und potenzielle Verzerrungen der Studie, wie z.B. die Stichprobengröße und die Zusammensetzung der Probanden.
10. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion der Ergebnisse und gibt Impulse für die praktische Arbeit in Lehrerkollegien sowie für zukünftige Forschungsvorhaben.
Lehrerbelastung, Stress, daily hassles, daily uplifts, AVEM, Arbeitsmotivation, Salutogenese, Coping, psychische Gesundheit, Arbeitszufriedenheit, Burnout, Lehrerverhalten, Bewältigungsstrategien, Ressourcen, Sense of Coherence
Die Hausarbeit untersucht, wie Lehrer mit den alltäglichen Anforderungen und freudigen Erlebnissen in ihrem Berufs- und Privatleben umgehen und inwiefern dies mit ihrem individuellen Arbeitsverhalten und psychischen Gesundheitserleben verknüpft ist.
Die zentralen Themen sind Lehrerbelastung, Stressbewältigung (Coping), die Rolle von persönlichen Ressourcen sowie die Untersuchung der Arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) von Lehrern.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der Wahrnehmung von täglichen Belastungen (hassles) und Freuden (uplifts) sowie stabilen Persönlichkeitsmerkmalen der Lehrer aufzudecken, um besser zu verstehen, warum manche Lehrkräfte gesünder mit Belastungen umgehen als andere.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Pilotstudie mit 38 Lehrern. Hierbei wurden der AVEM-Fragebogen sowie ein offenes Tagebuchverfahren eingesetzt, um Alltagserlebnisse über drei Tage zu erfassen und zu kategorisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt, der die Modelle von Lazarus und Antonovsky erläutert, und einen empirischen Abschnitt, in dem Daten ausgewertet, Hypothesen geprüft und die Ergebnisse zur Wahrnehmung von Alltagsereignissen bei verschiedenen Lehrertypen diskutiert werden.
Die wichtigsten Begriffe sind Lehrerbelastung, Stress, Coping, daily hassles/uplifts, AVEM, Salutogenese und Arbeitszufriedenheit.
A-Typen zeichnen sich durch ein überhöhtes Engagement bei gleichzeitig geringer Distanzierungsfähigkeit und emotionaler Befriedigung aus, was sie anfällig für Stress und Überlastung macht.
Diese Kategorisierung hilft dabei, zu verstehen, ob Lehrer Ereignisse als selbstbestimmt (attribuierbar auf personale Ressourcen) oder fremdbestimmt (external kontrolliert) wahrnehmen, was Aufschluss über ihr Kontrollgefühl und ihre Bewältigungskompetenz gibt.
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