Bachelorarbeit, 2005
41 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2. Goodwill
2.1 Definition und Bestandteile des Goodwills
2.2 Verteilung des Goodwills auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten
3. Werthaltigkeitstest für goodwill-tragende zahlungsmittelgenerierende Einheiten
3.1 Grundkonzeption des Werthaltigkeitstests
3.2 Werthaltigkeitstest unter Berücksichtigung von Minderheitenanteilen
3.3 Relevante Parameter
3.3.1 Erzielbarer Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
3.3.2 Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
3.4 Beispiel: Der Werthaltigkeitstest unter Berücksichtigung von Minderheitenanteilen
4. Werthaltigkeitstest bei Vorhandensein von unterschiedlichen Minderheitenanteilen in einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit
4.1 Darstellung der Minderheitenproblematik
4.2 Hochrechnung des Goodwills um Minderheitenanteile
4.3 Aufteilung des Wertminderungsbedarfs auf einen Konzern- und einen Minderheitenanteil
4.4 Beispiel zum Werthaltigkeitstest bei Vorhandensein von unterschiedlichen Minderheitenanteilen
4.4.1 Hochrechnung des Goodwills
4.4.2 Aufteilung des Wertminderungsbedarfs
5. Werthaltigkeitstest bei sukzessivem Beteiligungserwerb
5.1 Auswirkungen des sukzessiven Beteiligungserwerbs auf den Werthaltigkeitstest
5.2 Beispiel zum Werthaltigkeitstest bei sukzessivem Beteiligungserwerb
6. Kritische Betrachtung
6.1 Kritische Würdigung der Hochrechnung des Goodwills
6.2 Kritische Würdigung der Aufteilung des Wertminderungsbedarfs
7. Werthaltigkeitstest nach Phase II
8. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Durchführung des Werthaltigkeitstests (Impairment Test) für den Goodwill nach IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36, insbesondere wenn Tochterunternehmen mit Minderheitenanteilen vorliegen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie der Goodwill bei einer Konzernbeteiligung von weniger als 100% bewertet werden muss und wie ein Wertminderungsbedarf sachgerecht auf den Konzern- und den Minderheitenanteil aufgeteilt wird.
3.2 Werthaltigkeitstest unter Berücksichtigung von Minderheitenanteilen
Minderheitenanteile müssen im Rahmen des Werthaltigkeitstests berücksichtigt und der Werthaltigkeitstest nach IAS 36 modifiziert werden. Nach IFRS 3.A sind Minderheitenanteile „der Teil des Ergebnisses und des Nettovermögens eines Tochterunternehmens, der auf Anteile des Eigenkapitals entfällt, die nicht direkt vom Mutterunternehmen oder nicht indirekt über andere Tochterunternehmen vom Mutterunternehmen gehalten werden“. Erwirbt ein Konzern ein Tochterunternehmen und liegt die kontrollierende Beteiligung des Konzerns unter 100%, sind auch Minderheiten an dem Tochterunternehmen beteiligt. Während nach IFRS 3 die erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte unabhängig von der Beteiligungsquote vollständig aktiviert werden und in die Struktur der ZGE eingehen (Verbindlichkeiten werden einer ZGE in der Regel nicht zugewiesen), wird der Goodwill nach IAS 36.91 nur beteiligungsproportional berücksichtigt. Nur der auf den Konzern entfallende Anteil am Goodwill wird aktiviert und der ZGE zugeordnet, Minderheitenanteile bleiben unberücksichtigt.
Für Zwecke des Werthaltigkeitstests wird von einer 100%igen Beteiligung des Konzerns ausgegangen. Dies bedeutet, dass der Goodwill gemäß IAS 36.92 um einen fiktiven, auf die Minderheitengesellschafter entfallenden Goodwill (Unrecognized Minorities) erhöht wird und der gesamte Goodwill in den Buchwert der goodwill-tragenden ZGE eingeht. Die Erhöhung des Goodwills um Minderheitenanteile soll aus Sicht des IASB gewährleisten, dass zwei miteinander vergleichbare Größen gegenübergestellt werden. Analog zum erzielbaren Betrag enthält der Buchwert des Nettovermögens der ZGE sowohl die Konzern- als auch die Minderheitenanteile. Die Hochrechnung des Goodwills hat keine Auswirkungen auf den bilanziellen Ausweis des Goodwills, sie wird lediglich für den Werthaltigkeitstest durchgeführt.
Entsprechend der Vorgehensweise bei dem Werthaltigkeitstest für goodwill-tragende ZGE ohne Minderheitenanteile werden bei Vorhandensein von Minderheitenanteilen der Buchwert des Nettovermögens der ZGE und der erzielbare Betrag der ZGE ermittelt. Anschließend werden die beiden Größen miteinander verglichen.
1. Einführung: Darstellung des theoretischen Rahmens der internationalen Rechnungslegung und der Problematik der Goodwill-Bewertung bei Minderheitenanteilen.
2. Goodwill: Erläuterung der Definition des Goodwills nach IFRS 3 und der Grundsätze seiner Verteilung auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten.
3. Werthaltigkeitstest für goodwill-tragende zahlungsmittelgenerierende Einheiten: Detaillierte Beschreibung des Ablaufes eines Werthaltigkeitstests und der notwendigen Anpassungen bei Minderheitenbeteiligungen.
4. Werthaltigkeitstest bei Vorhandensein von unterschiedlichen Minderheitenanteilen in einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit: Erarbeitung von Lösungsansätzen für komplexe Konzernstrukturen bei der Hochrechnung und Wertminderungsaufteilung.
5. Werthaltigkeitstest bei sukzessivem Beteiligungserwerb: Untersuchung der Auswirkungen von Tranchenerwerben auf die Goodwill-Bewertung innerhalb des Werthaltigkeitstests.
6. Kritische Betrachtung: Analyse der methodischen Konsistenz der vorgestellten Hochrechnungs- und Aufteilungsverfahren.
7. Werthaltigkeitstest nach Phase II: Ausblick auf die kommenden Standards und die Einführung der Full Goodwill Method.
8. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der erarbeiteten Ergebnisse zur Modifikation des Impairment Tests.
Goodwill, IFRS 3, IAS 36, Werthaltigkeitstest, Minderheitenanteile, zahlungsmittelgenerierende Einheit, ZGE, Impairment, Unternehmenserwerb, Kapitalkonsolidierung, Hochrechnung, Full Goodwill Method, Wertminderungsbedarf, Konzernrechnungslegung, Beteiligungsquote.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen den jährlichen Werthaltigkeitstest für den Goodwill gemäß IFRS 3 und IAS 36 durchführen müssen, wenn Minderheitsgesellschafter an den erworbenen Tochterunternehmen beteiligt sind.
Es besteht das Problem, dass IAS 36 keine expliziten Anweisungen liefert, wie bei einer ZGE, die mehrere Tochterunternehmen mit verschieden hohen Minderheitenquoten umfasst, der Goodwill hochgerechnet und ein Wertminderungsbedarf sachgerecht aufgeteilt werden soll.
Ziel ist es, den Buchwert des Nettovermögens inklusive des Goodwills mit dem erzielbaren Betrag zu vergleichen. Um hierbei vergleichbare Größen zu erhalten, muss der lediglich anteilig aktivierte Goodwill um den fiktiven Minderheitenanteil hochgerechnet werden.
Die Arbeit nutzt die Analyse von Rechnungslegungsstandards (IFRS/IAS) und vergleicht verschiedene in der Literatur diskutierte Hochrechnungsverfahren (wie die proportionale Hochrechnung vs. Hochrechnung über den relativen erzielbaren Betrag) anhand von Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundkonzepte, die Modifikation bei Minderheitenanteilen, die Behandlung komplexer Konzernstrukturen (unterschiedliche Minderheitenanteile), die Analyse bei sukzessiven Erwerben sowie die kritische Würdigung dieser Verfahren.
Die zentralen Begriffe sind Goodwill, Werthaltigkeitstest (Impairment), IFRS 3, IAS 36, Minderheitenanteile und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (ZGE).
Kritisiert wird, dass manche Methoden (wie die Hochrechnung anhand erzielbarer Beträge) eine inhaltliche Verbindung zwischen dem Goodwill und den Tochterunternehmen erzwingen, obwohl der Goodwill nach IAS 36 eigentlich unabhängig von den Einzelvermögenswerten auf ZGE-Ebene zugeordnet werden sollte.
Die Full Goodwill Method soll in einer späteren Projektphase eingeführt werden, um den Goodwill unabhängig von der Beteiligungshöhe voll zu bilanzieren, wodurch die aktuell notwendige fiktive Hochrechnung zu Zwecken des Werthaltigkeitstests entfallen würde.
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