Magisterarbeit, 2005
46 Seiten, Note: 2.3
1. Einführung
1.1 Problemstellung und Subjektpositionierung
1.2 Hypothesen
1.3 Forschungsmethode
2. FIGHT CLUB als Grundlage einer Typologie des Vergnügens
2.1 Was ist Vergnügen?
2.1.1 Allgemeine Einschätzungen
2.1.2 Vergnügen in filmspezifischem Kontext
2.1.3 Zwischenresümee – Vergnügen
2.2 Was ist ‚Männlichkeit’?
2.2.1 Allgemeines Begriffsverständnis
2.2.2 Figurenbezogene Rezeption einer Inszenierung von Männlichkeit
2.2.3 Zwischenresümee – Männlichkeit
2.3 Figurenkonzeptionen
2.3.1 Allgemeine und emotionale Wahrnehmung der Figuren
2.3.2 Ästhetische Wahrnehmung der Figuren
2.3.3 Resümee: Die Filmfiguren im Fokus der performativen Inszenierung
2.4 Brad Pitt alias Tyler Durden zwischen Illusion und Männlichkeit
2.4.1 Körperlichkeit als spezifische Form von Männlichkeit
2.4.2 Realismus vs. Authentizität
2.4.3 Emotionale Wirkung der Figur Tyler Durden
2.5 Edward Norton alias Jack zwischen Identifikation und Desillusionierung
2.5.1 Körperlichkeit als Anti-Form von Männlichkeit
2.5.2 Realismus vs. Authentizität
2.5.3 Emotionale Wirkung der Figur Jack
2.6 Die Ästhetik filmischer Gewaltdarstellung
2.6.1 Selbstzerstörung als Form des Vergnügens?
2.7 Zusammenfassung der Ergebnisse
3. Fazit – Nach dem Actionkino in den Fight Club
4. Schlussbemerkung
5. Bibliographie und Filmographie
6. Anhang - Fragebogen
Die Arbeit untersucht, wie individuelle Rezipienten filmisches Vergnügen in David Finchers "Fight Club" wahrnehmen und inwiefern sie die dort inszenierten Formen von Männlichkeit interpretieren. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob und wie Zuschauer ihr Vergnügen an den Filmfiguren Tyler Durden und Jack sowie an der Gewaltdarstellung begründen, ohne dabei in klassische geschlechtsspezifische Kategorien zurückzufallen.
2.4.1 Körperlichkeit als spezifische Form von Männlichkeit
Wie bereits in Kapitel 2.3 angedeutet wurde, ist der männliche Körper bei FIGHT CLUB in Opposition begriffen, weil in diesem zum einen seine virile Physis problematisiert wird, indem die Illusion von idealisierter Männlichkeit (Tyler) einer Nicht-Männlichkeit (Jack) gegenüber gestellt wird. Zum anderen befindet sich der Körper in Opposition zu der ihn umgebenden Gesellschaft, der patriarchalen Hegemonie, die die Hauptfigur Jack in den mentalen Eskapismus treibt, so dass er ein Alter Ego als Ideal produziert. Die zentrale Frage hierbei ist also, ob und aus welchen Gründen Brad Pitt alias Tyler Durden in FIGHT CLUB von den Befragten nun als besonders männlich und/oder körperlich empfunden wird, obwohl er im Film bewusst als Illusion inszeniert wird.
Im Sinne des Männlichkeitsaspekts wird Brad Pitt als Tyler von Einzelnen häufig anhand seines »kindlich-infantil[en]« Verhaltens charakterisiert, das seine »jugendliche Männlichkeit« unterstreichen würde. Seine »athletische Jugendlichkeit« wird dabei als »drahtig und muskulös« identifiziert.
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise einer qualitativen Rezeptionsanalyse, die kognitivistische und soziokulturelle Ansätze verbindet, um die subjektive Wahrnehmung von "Fight Club" zu erforschen.
2. FIGHT CLUB als Grundlage einer Typologie des Vergnügens: Der Hauptteil analysiert das Verständnis von Vergnügen und Männlichkeit anhand von Zuschauerinterviews und verknüpft diese Ergebnisse mit filmwissenschaftlichen Theorien, insbesondere zur Körperdarstellung und Identifikation.
3. Fazit – Nach dem Actionkino in den Fight Club: Das Fazit fasst zusammen, dass "Fight Club" durch seine konträren Männerfiguren und die Darstellung von Gewalt ein interaktives, reflektiertes Vergnügen bei den Zuschauern evoziert, das über traditionelle Geschlechterrollen hinausgeht.
4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert den Beitrag der Arbeit zur zeitgenössischen Rezeptionsforschung und betont die Bedeutung individueller Aushandlungsprozesse bei der Filmwahrnehmung.
5. Bibliographie und Filmographie: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur, Internetquellen und der filmografischen Daten des untersuchten Werks.
6. Anhang - Fragebogen: Der für die Untersuchung entwickelte Interviewleitfaden, der den Befragten als strukturierte Grundlage für die narrativen Gespräche diente.
Fight Club, Männlichkeit, Vergnügen, Medienrezeption, Körperinszenierung, Identifikation, Gewalt, Actionkino, Psychologisches Geschlecht, Zuschauerinterviews, Hard Body, Tyler Durden, Jack, Gesellschaftskritik, Selbstzerstörung
Die Arbeit untersucht das subjektive Zuschauervergnügen an David Finchers Film "Fight Club" und wie dabei Männlichkeitsbilder rezipiert werden.
Die zentralen Felder umfassen die mediale Rezeption von Gewalt, die Konstruktion von Männlichkeit sowie die Analyse von Identifikationsprozessen zwischen Zuschauer und Filmfigur.
Ziel ist es, mittels qualitativer Interviews eine Typologie des Vergnügens zu entwickeln, die aufzeigt, wie moderne Zuschauer mit ambivalente Filmfiguren interagieren.
Die Autorin verwendet eine halboffene Interview-Methode ("erinnerungsbasierte Arbeit"), um in einer deskriptiv-quantitativen Illustration individuelle Rezeptionsstrategien zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Vergnügungs- und Männlichkeitskonzepte sowie die konkrete Auswertung der Befragungen zu den Figuren Tyler Durden und Jack.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören "Männlichkeit", "Rezeptionsforschung", "Körperinszenierung", "Identifikation" und die soziokulturelle Einordnung von "Fight Club".
Die Rezipienten unterscheiden deutlich zwischen der "fiktiven Super-Figur" Tyler, die visuelles Vergnügen durch Körperästhetik bietet, und dem "realistischen" Jack, der Identifikationsflächen für eigene Lebenskrisen bietet.
Obwohl die Probanden die explizite Gewalt größtenteils ablehnen oder als "ekelhaft" empfinden, wird sie gleichzeitig als ästhetisch angemessenes Mittel zur Charakterisierung der Lebenswelt der Protagonisten wahrgenommen.
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