Examensarbeit, 2004
70 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität – Übersicht über den aktuellen Wissensstand und die Einordnung bisheriger Untersuchungen
3. Erscheinungsbild der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
3.1 Das Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom in Verbindung mit Hyperaktivität
3.1.1 Aufmerksamkeitsstörungen
3.1.2 Hyperaktivität
3.1.3 Impulsivität
3.2 Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität (ADS)
3.3 Positive Eigenschaften von aufmerksamkeitsgestörten und hyperaktiven Kindern
3.4 Komorbide Begleiterscheinungen
3.4.1 Soziale Schwierigkeiten
3.4.1.1 Soziale Störungen ohne oppositionelle Verhaltensweisen
3.4.1.2 oppositionelle Verhaltensweisen
3.4.2 Depressive Störungen
3.4.3 Angststörungen
3.4.4 Lernstörungen/Teilleistungsstörungen
3.4.5 Tic – Störungen
3.5 Verlauf der Krankheit
3.5.1 Säuglingsalter – Kleinkindalter
3.5.2 Vorschulalter
3.5.3 Grundschulalter
3.5.4 Jugendalter
3.5.5 Erwachsenalter
4. Ursachen der AD(H)S - Entstehung und Entwicklung der Krankheit
4.1 Psychosoziale Belastungen und Einfluss von Umweltbedingungen
4.2 Biologische Ursachen der AD(H)S
4.2.1 Neurochemische Befunde
4.2.2 Neurophysiologische und neuroanatomische Befunde
4.2.3 Neuropsychologische Befunde
4.2.4 Psychogenetische Befunde
4.3 Nahrungsmittelallergien als Ursache für die Entstehung einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
4.4 Gehirnschädigung bzw. eine verlangsamte Entwicklung einer oder mehrerer Bereiche des Gehirns
5. Verbreitung und Diagnose des Syndroms
5.1 Prävalenz der Krankheit
5.2 Diagnosekriterien
5.2.1 Diagnosekriterien nach der „International Classification of Diseaeses“ (ICD-10)
5.2.2 Diagnosekriterien des 'Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders' (DSM-IV)
5.3 Anamnese
5.4 Testpsychologische Untersuchungen
5.5 Körperliche und neurologische Untersuchungen
5.6 Apparative Zusatzbefunde
6. Therapiemöglichkeiten
6.1 Medikamentöse Therapie
6.2 Psychotherapeutische Verfahren
6.2.1 Verhaltenstraining
6.2.1.1 Verhaltensmodifikation
6.2.1.2 Die Marburger Trainings
6.2.2 Selbstinduktionstraining
6.2.3 Familienzentrierte Maßnahmen
6.3 Alternative Therapiemöglichkeiten
6.3.1 Entspannungsverfahren
6.3.2 Psychomotorische Arbeit mit hyperaktiven Kindern
6.3.3 Therapeutisches Reiten
6.3.4 Oligoantigene Diät
7. Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder und Jugendliche
7.1 AD(H)S im Unterricht
7.2 meine persönliche Erfahrungen mit verhaltensauffälligen Kindern
7.2.1 Jens
7.2.2 Phillip
8. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht das Krankheitsbild von AD(H)S bei Kindern im Grundschulalter, um die komplexen Erscheinungsformen zu beleuchten, diagnostische Standards sowie therapeutische Ansätze kritisch zu hinterfragen und Perspektiven für den Umgang mit betroffenen Schülern im Unterrichtsalltag zu entwickeln.
3.1.2 Hyperaktivität
Auch bei diesem Symptom ist es wichtig, dass das Kind in seinem Umfeld neben Gleichaltrigen gesehen wird, da generell jedes Verhalten eine gewisse Aktivität voraussetzt und diese demnach grundsätzlich keine Störung des Verhaltens beschreibt.
Spricht man allerdings von Hyperaktivität im Sinne eines extrem stark ausgeprägten Verhaltens, welches das Kind in seiner Entwicklung eher behindert, als das es Neugier und 'Aufgewecktheit' des Kindes widerspiegelt, lässt sich dies oftmals vor allem durch eine motorische Unruhe des Kindes beschreiben. Das Kind zappelt häufig mit Händen und Füßen bzw. windet sich auf seinem Platz oder verlässt diesen, um beispielsweise im Raum oder in der Klasse umherzugehen. Dies geschieht oftmals vor allem in Situationen in denen so etwas wie 'stillsitzen' von ihm verlangt wird, also z.B. während einer Unterrichtsstunde in der Schule. Es entsteht das Gefühl, dass das Kind innerlich unruhig ist und diese Unruhe durch Bewegung abzubauen versucht (Lehmkuhl et al., 2004, S.28).
Des Weiteren lässt sich nach Lehmkuhl et al. (2004, S.28) beobachten, dass hyperaktive Kinder immer wieder übermäßig laut in Spielsituationen sind und es ihnen schwer fällt sich leise zu beschäftigen. Dabei lassen sich die eben genannten Verhaltensweisen oftmals nicht durch Ermahnungen oder Aufforderungen 'beheben'. Für Jugendliche und Erwachsene gilt, dass die motorische Unruhe zumeist mit dem Eintritt ins Jugendalter nachlässt, oftmals der innere Antrieb allerdings bleibt, so dass das Umhergehen im Raum beispielsweise das Denken unterstützt und die Person dadurch 'ruhiger' wird (Hallowell und Ratey, 2002, S.25).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit für AD(H)S und die diagnostischen Herausforderungen im schulischen Umfeld.
2. Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität – Übersicht über den aktuellen Wissensstand und die Einordnung bisheriger Untersuchungen: Dieses Kapitel definiert das neurologische Syndrom, seine Kernsymptome sowie die historische Entwicklung der Begrifflichkeiten und wissenschaftlichen Sichtweisen.
3. Erscheinungsbild der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Es werden die verschiedenen Ausprägungsformen, Kernsymptome und die häufig auftretenden komorbiden Störungen detailliert beschrieben und in den Lebensverlauf des Kindes eingeordnet.
4. Ursachen der AD(H)S - Entstehung und Entwicklung der Krankheit: Dieses Kapitel analysiert das multifaktorielle Geschehen aus psychosozialen Einflüssen sowie biologischen und neurochemischen Befunden.
5. Verbreitung und Diagnose des Syndroms: Die Prävalenz und die unterschiedlichen Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-IV werden kritisch gegenübergestellt und erläutert.
6. Therapiemöglichkeiten: Es wird die multimodale Therapie mit pharmakologischen und psychotherapeutischen Ansätzen wie Verhaltenstraining und alternativen Methoden erörtert.
7. Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder und Jugendliche: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die schulische Situation sowie die persönlichen Erfahrungen mit betroffenen Kindern anhand konkreter Fallbeispiele.
8. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz einer frühen Diagnostik und einer strukturierten, individuellen Förderung im schulischen Rahmen zusammen.
AD(H)S, Hyperaktivität, Impulsivität, Aufmerksamkeitsschwäche, Diagnose, Verhaltenstraining, Ritalin, Multimodale Therapie, Schulpraxis, Komorbidität, Förderbedarf, Neurologie, Leistungsstörungen, Symptomatik, Kindesentwicklung.
Die Arbeit behandelt die Symptomatik, die Ursachen, die Diagnostik und Therapiemöglichkeiten des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (AD(H)S) unter besonderer Berücksichtigung des schulischen Umfelds.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung der verschiedenen AD(H)S-Formen, die wissenschaftliche Erforschung biologischer sowie psychosozialer Ursachen und der praktische Umgang mit betroffenen Kindern durch Lehrkräfte.
Die Arbeit untersucht, wie Lehrer verhaltensauffällige Kinder besser verstehen können und welche Strategien zur Unterrichtsgestaltung dazu beitragen, betroffene Kinder in ihrem Lernprozess effektiv zu unterstützen.
Die Verfasserin stützt sich auf eine tiefgehende Analyse der aktuellen Fachliteratur und ergänzt diese durch eigene Hospitationen sowie Fallbeispiele aus der pädagogischen Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Beschreibung der Symptome, die wissenschaftliche Diskussion der Krankheitsursachen, eine detaillierte Darstellung diagnostischer Verfahren und eine umfangreiche Übersicht über diverse Therapieansätze.
Wesentliche Begriffe sind AD(H)S, multimodale Therapie, Verhaltensmodifikation, Impulsivität, Konzentrationsstörung und individuelle Förderplanung.
Die Arbeit unterscheidet primär zwischen dem Vollbild inklusive motorischer Hyperaktivität und der Form des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms ohne Hyperaktivität (ADS), die oft durch Tagträumerei und Hypoaktivität gekennzeichnet ist.
Am Fallbeispiel von Phillip wird aufgezeigt, wie heilpädagogisches Reiten als komplementäre Methode zur Stärkung der Körperwahrnehmung, der Impulskontrolle und des Selbstvertrauens eingesetzt werden kann.
Sie beschreibt Ritalin als wirksames Hilfsmittel zur kurzfristigen Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, betont jedoch, dass Medikamente allein keine Verhaltensweisen lehren und stets in ein multimodales Therapiekonzept eingebettet sein sollten.
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