Examensarbeit, 2005
80 Seiten, Note: sehr gut
A Einleitung
B I. Demokratie – eine Definition
II. Demokratie und Schule
1. Schule als demokratische Institution?
2. Demokratie als Bildungsziel
III. Ideengeschichtliche Entwicklung und theoretische Modelle der Demokratieerziehung sowie deren praktische Umsetzung
1. Ideengeschichte und theoretische Modelle
1.1. Die reformpädagogische Bewegung
1.2. Die konstruktivistische Pädagogik
1.3. John Dewey - Erziehung und Demokratie
1.4. Celestine Freinet - Demokratie in der Schule
2. Praktische Umsetzung der Theorie
2.1. „Herkömmliche“ Partizipationsformen
2.2. „Aktuelle“ Partizipationsformen
IV. Der Klassenrat – Theorie
1. Der Klassenrat und seine Konzeptionen
1.1. Die Klassenversammlung nach Freinet
1.2. Der Klassenrat - ein individualpsychologischer Ansatz
2. Skizzierung eines möglichen Ablaufs
V. Der Klassenrat – Praxis
1. Die Adalbert-Stifter-Grundschule in Würzburg (ASV)
1.1. Administrativ-soziographische Gegebenheiten
1.2. Schulspezifische Aspekte der ASV Friedrichstraße
1.2.1. Räumliche Gegebenheiten
1.2.2. Organisation des Schullebens
1.2.3. Die Klasse 3a
2. Der Klassenrat in der Klasse 3a
2.1. Warum Klassenrat in der 3a?
2.2. Anbahnung und Entwicklung des Klassenrates in der 3a
2.3. Dokumentation einer Klassenratssequenz
2.3.1. Sitzung vom 03.06.2005
2.3.2. Sitzung vom 10.06.2005
2.3.3. Sitzung vom 17.06.2005
2.3.4. Sitzung vom 24.06.2005
3. Bewertung des Klassenrates
3.1. Positive Aspekte
3.2. Probleme, Grenzen, Schwierigkeiten
3.3. Ausblick für die Klasse 3a
3.4. Wie bewertet die Klasse 3a selbst den Klassenrat?
C Schlusswort
Das Ziel der Arbeit ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung von Klassenräten an Grundschulen zu untersuchen, um Schülern durch aktive Partizipation demokratische Handlungsweisen und soziale Kompetenzen in einem geschützten Rahmen erfahrbar zu machen.
2.3. Dokumentation einer Klassenratssequenz
Erst nachdem sich die Schüler durch diese vielfältigen Maßnahmen die Grundkompetenzen für die Durchführung des Klassenrates einigermaßen angeeignet hatten und mit der Organisation und dem Ablauf des Klassenrates bekannt gemacht waren, wurde der eigentliche Klassenrat im März des Schuljahres 2004/2005 eingeführt und erstmalig einberufen.
In den ersten Sitzungen wurden nur spezifische Problematiken und tagesaktuelle Konflikte punktuell behandelt, der Klassenrat und seine Möglichkeiten also nicht komplett ausgeschöpft. Themen, die systematisch, sequenziell und längerfristig angelegt waren, blieben vorerst Außen vor. Grund dafür war, dass die Grundschüler, die ja erst am Anfang ihres demokratischen Lernprozesses stehen und demokratische Handlungsweisen noch nicht so beherrschen, behutsam an diese herangeführt werden sollten. Denn in ihrem bisherigen Schulleben waren sie keinen sozial-integrativen Führungsstil gewohnt, in dem ihnen die Möglichkeit gegeben wurde, sich aktiv, gestaltend und effizient mit einzubringen.
In der im folgenden Teil der Arbeit dokumentierten Klassenratsequenz, die im Juni und Juli des Schuljahres stattgefunden hat, konzentrierten sich die Schüler, die mittlerweile im Klassenrat geübt waren, erstmals auf eine komplexere Problematik innerhalb der eigenen Klasse, deren Lösung eine längerfristige Behandlung im Klassenrat bedurfte und immer wieder neu in den Klassenrat eingebracht und auf ihre Tauglichkeit überprüft werden musste.
Die Klassenlehrerin hatte eine grobe konzeptionelle Vorstellung vom Ablauf dieser vier Sitzungen, die aber nicht so starr war, um nicht auch flexibel sein zu können. Idee war es, dass die Schüler im Klassenrat zunächst die Probleme, die sie in der Klasse wahrgenommen hatten benannten, damit sich ein „Hauptproblem“ herauskristallisieren und thematisiert werden konnte, das gezielt und vertieft im Klassenrat weiter behandelt werden sollte.
A Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit von Demokratieerziehung in der Schule als Gegengewicht zu autoritären Strukturen und definiert das Ziel der Arbeit, den Klassenrat als Praxismodell zu untersuchen.
B I. Demokratie – eine Definition: Dieses Kapitel erläutert grundlegende demokratische Prinzipien wie Volkssouveränität, Mehrheitsprinzip und Gleichheitsprinzip als Basis für das Verständnis von politischer Teilhabe.
II. Demokratie und Schule: Hier wird untersucht, inwieweit Schulen demokratisch organisiert sind und wie das Erziehungsziel Demokratie in deutschen Verfassungen und Lehrplänen rechtlich verankert ist.
III. Ideengeschichtliche Entwicklung und theoretische Modelle der Demokratieerziehung sowie deren praktische Umsetzung: Das Kapitel verknüpft reformpädagogische und konstruktivistische Theorien (Dewey, Freinet) mit der Analyse sowohl traditioneller als auch moderner Partizipationsformen in der Schule.
IV. Der Klassenrat – Theorie: Dieses Kapitel vergleicht zwei unterschiedliche Konzeptionen des Klassenrats – die Klassenversammlung nach Freinet und den individualpsychologischen Ansatz – und skizziert einen idealen Ablauf.
V. Der Klassenrat – Praxis: Der Hauptteil dokumentiert detailliert die Einführung und Durchführung eines Klassenrates in einer spezifischen Würzburger Grundschulklasse sowie die kritische Reflexion und Auswertung der Schülerergebnisse.
C Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Effektivität des Klassenrates zur Förderung von Sozialkompetenzen und fordert eine stärkere schulrechtliche Verankerung und zeitliche Ausstattung solcher demokratischer Instrumente.
Demokratieerziehung, Klassenrat, Schule, Partizipation, Sozialkompetenz, Konfliktlösung, Reformpädagogik, Konstruktivismus, John Dewey, Celestine Freinet, Grundschule, Schülermitverantwortung, Mündigkeit, Klassenversammlung, Selbstbestimmung
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung des Klassenrates als Instrument der Demokratieerziehung an einer Grundschule, um Schülern Partizipation und friedliche Konfliktlösung näherzubringen.
Zentrale Themen sind die historische und theoretische Entwicklung von Erziehung zur Demokratie, die Analyse von Mitbestimmungsrechten an Schulen und die Dokumentation von Praxissequenzen in einer Grundschulklasse.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler trotz sozialer Herausforderungen durch demokratische Methoden wie den Klassenrat ihre soziale Kompetenz steigern und eine aktive Mitgestaltung des Schullebens erlernen können.
Der Autor verwendet einen dokumentarischen Ansatz, bei dem er eine Klassenratssequenz über mehrere Wochen beobachtet, protokolliert und die Ergebnisse anschließend durch eine Schülerbefragung evaluiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Konzepte der Demokratieerziehung (Kapitel III und IV) und eine detaillierte Fallstudie einer konkreten Klasse (Kapitel V).
Wichtige Begriffe sind Demokratieerziehung, Klassenrat, Partizipation, soziale Kompetenz, Konstruktivismus, Schülerdemokratie und Schülermitverantwortung.
Die soziale Herkunft der Kinder in der untersuchten Klasse, die teilweise als sozialer Brennpunkt beschrieben wird, bildet den Hintergrund für die Herausforderungen an das Sozialverhalten und begründet, warum der Klassenrat als erzieherisches Instrument zur Strukturierung und Konfliktminderung gewählt wurde.
Der Autor bewertet den Klassenrat als sehr erfolgreich, da er zu einer messbaren Verbesserung der sozialen Interaktion, einer Reduzierung des Streits und einer höheren Verantwortungsübernahme durch die Schüler führte, auch wenn er keine "Allheilösung" darstellt.
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