Magisterarbeit, 2005
137 Seiten, Note: 2,0
I. Einführung, Definitionen, Darstellung der Problemgrundlage
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Kinder
2.2. Kriminalität – Delinquenz
2.3. Kinderdelinquenz
3. Geschichte der Kinderdelinquenz
4. Problemdarstellung
4.1. Abgrenzung der Arbeit von dem Bereich der Jugendkriminalität
4.2. Rechtliche Grundlagen
5. Faktische Darstellung
5.1. Datengrundlage PKS und Kritik
5.2. Kinderdelinquenz im Dunkelfeld
5.3. Entwicklung und Struktur der Kinderdelinquenz
5.4. Kinderdelinquenz aufgeschlüsselt nach Straftaten
5.5. Werden Kinder immer krimineller?
II. Theoretische Ansätze zur Erklärung der Ursachen von Kinderdelinquenz
1. Einleitung
2. Biologische Ursachen
2.1. Historische Kriminologie
2.2. Biologische Kriminalitätstheorien
2.2.1. Die Zwillingsforschung
2.2.2. XYY Konstitution
2.2.3. Ethologie
2.3. Aktuelle Forschung
3. Psychologische und Sozialpsychologische Ursachen
3.1. Psychodynamische Konzepte
3.1.1. Verbrechenserklärung nach dem psychoanalytischen Ansatz
3.1.2. Kontrolltheorien
3.1.3. Theorie der rationalen Wahl
3.1.4. Lerntheorien
3.1.4.1. Theorie der differentiellen Assoziation
3.1.4.2. Theorie der differentiellen Identifikation
3.1.4.3. Theorie der misslungenen Konditionierung
3.1.5. Aggressionstheorien
3.1.5.1. Die Sündenbockhypothese
3.1.5.2. Die lernpsychologische Erklärung aggressiven Verhaltens
3.1.5.3. Die Frustrations-Aggressionshypothese
3.1.5.4. Theorie vom Erregungstransfer
3.1.5.5. Begleitbedingungen aggressiven Verhaltens
4. Soziologische Ursachen
4.1. Theorie der strukturell-funktionalen Bedingtheit der Kriminalität
4.2. Die Anomietheorie
4.3. Die Kulturkonfliktstheorie
4.4. Der ökologische Ansatz
4.5. Subkulturtheorien
5. Ergänzende Ursachen und Integrationskonzepte
5.1. Der Etikettierungsansatz
6. Kombinations- und theorieverbindende Ansätze
6.1. Empirisch ausgerichtete Mehrfaktorenansätze
6.2. Die differentielle Sozialisationstheorie
7. Fazit
III. Sozialisationsinstanzen und Umgebungen auf dem Lebensweg des Kindes und Ihre Einwirkungen
1. Definition Sozialisation und Sozialisationsinstanzen
2. Die Familie (primäre Sozialisationsinstanz)
2.1. Familie im Wandel
2.2. Die Prägungsphase im frühkindlichen Alter
2.3. Scheidungskinder
2.4. Rolle der Mutter
2.5. Rolle des Vaters
2.6. Erziehungsstile
2.7. Elterliche Fehlerziehung
2.8. Elterliche Erwartungshaltungen
2.9. Fazit
3. Die Schule (sekundäre Sozialisationsinstanz)
3.1. Erziehungsaufgaben der Schule
3.2. Schule und Delinquenz
3.3. Gewalt an Schulen
3.4. Fazit
4. Raumstruktur und Wohnumgebung
4.1. Raumstruktur und Kriminalität
4.2. Wohnhausarchitektur und Kriminalität
4.3. Fazit
Exkurs: Kinderdelinquenz durch Medienverwahrlosung
Kriminalprävention als Aufgabe der Medien
IV. Präventionsmaßnahmen und Lösungsstrategien
1. Haben präventive Maßnahmen Einfluss auf das delinquente Verhalten von Kindern?
2. Prävention im Bereich der Familie
2.1. Flächendeckende Elternberatung:
2.2. Erziehungszeit zurückholen
2.3. Erweiterung der außerhäuslichen Kinderbetreuung
2.4. Ausbau der Alternativen zur Heimerziehung:
2.6. Familienfreundlicher Wohnungsbau
2.7. Fazit
3. Prävention in der Schule
3.1 Die Veränderungen der Rahmenbedingungen in der Schule
3.2. Prävention von Kriminalität an Schulen durch die Lehrer
3.3. Prävention von Kriminalität an Schulen durch die Schulleitung
3.4. Gewaltprävention durch Öffnung der Schule
3.5. Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe
3.6. Fazit
4. Prävention im Bereich Städteplanung und Baugestaltung
5. Präventive Kriminalpolitik
5.1. Prävention auf kommunaler Ebene
5.2. Polizeiliche Vorbeugungsarbeit
5.3. Die Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe
6. Lösungsstrategien
6.1. Erlebnispädagogik
6.2. Therapieformen
6.2.1. Psychoanalytisch fundierte Therapien
6.2.1.1. Kindertherapie (Spieltherapie)
6.2.1.2. Gruppentherapien
6.2.2. Verhaltenstherapie
V. Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert das Phänomen der Kinderdelinquenz unter Berücksichtigung etablierter Kriminalitätstheorien aus Psychologie und Soziologie. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen und Erscheinungsformen kindlicher Straftaten zu beleuchten und dabei insbesondere die Rolle der familiären und schulischen Sozialisationsinstanzen zu untersuchen, um daraus präventive Ansätze und Lösungsstrategien abzuleiten.
3. Die Schule (sekundäre Sozialisationsinstanz)
Nach der Sozialisation durch die Familie, ob gelungen oder nicht, übernimmt die Schule als zweite Sozialisationsinstanz einen weiteren Teil des Einflusses auf die Entwicklung junger Menschen, indem sie ihren Alltag bestimmt und ausfüllt. Dabei wird – vor allem bei berufstätigen Eltern – erwartet, dass die Schule umfassende Erziehungs- und Sozialisationsaufgaben übernimmt. Zu diesem Punkt merkt Schneider an, dass übermäßig durch Arbeit belastete und durch Vergnügungen in Anspruch genommene Eltern in der heutigen Kernfamilie ihren Erziehungsaufgaben nicht mehr gerecht werden. Hier müsse die Schule einspringen ohne sich auf Ihre bloße Unterrichtsaufgabe (Ausbildung) zurückziehen zu können. Es sei denn diese Funktion wird auch von Medien, insbesondere durch Fernsehen- und Videokonsum, übernommen.
Neben dieser Schwierigkeit liegt ein weiteres Problem darin, dass viele Kinder die eingeschult werden, ohnehin schon Problemkinder sind und echte Gefühle und Zuneigung meist erst in der Schule erfahren. In der Schule werden „altershomogene Gruppen von Schülern unterschiedlicher sozialer Herkunft und unterschiedlicher Wert- und Verhaltensstandards gebildet, denen in der Regel ein erwachsener Erziehungsberechtigter, der Lehrer beigeordnet wird.“
I. Einführung, Definitionen, Darstellung der Problemgrundlage: Dieser Abschnitt definiert Kinderdelinquenz, beleuchtet deren historische Entwicklung und analysiert die statistische Datenlage sowie das Dunkelfeld in Deutschland.
II. Theoretische Ansätze zur Erklärung der Ursachen von Kinderdelinquenz: Das Kapitel bietet einen Überblick über biologische, psychologische und soziologische Theorien zur Erklärung abweichenden Verhaltens und prüft deren Eignung zur Analyse kindlicher Delinquenz.
III. Sozialisationsinstanzen und Umgebungen auf dem Lebensweg des Kindes und Ihre Einwirkungen: Hier werden die Familie und die Schule als prägende Sozialisationsinstanzen untersucht sowie Einflüsse von Wohnraumstruktur und Medienverwahrlosung analysiert.
IV. Präventionsmaßnahmen und Lösungsstrategien: Dieser Teil befasst sich mit vorbeugenden Maßnahmen im Bereich Familie und Schule sowie städtebaulichen und polizeilichen Präventionsansätzen.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines mehrfaktoriellen Ansatzes, da keine einzelne Theorie die Komplexität kindlichen Verhaltens hinreichend erklären kann.
Kinderdelinquenz, Sozialisation, Familie, Schule, Kriminalitätstheorien, Prävention, Erziehung, Psychodynamische Konzepte, Lerntheorien, Aggressionsforschung, Etikettierungsansatz, Jugendhilfe, Medienverwahrlosung, Erlebnispädagogik
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kinderdelinquenz, insbesondere deren Erscheinungsbild, Ursachen und Möglichkeiten der Prävention, unter besonderer Berücksichtigung der Einflüsse durch Familie und Schule.
Zentrale Themen sind die theoretischen Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten, der Einfluss von Erziehungsstilen, die Rolle der Schule als sekundäre Sozialisationsinstanz sowie präventive Kriminalpolitik.
Ziel ist es, die Eignung bestehender Kriminalitätstheorien für die kindliche Lebensphase zu überprüfen und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Unterstützung der Sozialisation in Familie und Schule delinquentes Verhalten vermieden werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse bestehender kriminologischer und sozialwissenschaftlicher Theorien, unterstützt durch die Auswertung empirischer Studien und statistischer Daten, wie etwa der polizeilichen Kriminalstatistik.
Im Hauptteil werden nach einer Definition und historischen Einordnung verschiedene biologische, psychologische und soziologische Ursachenmodelle detailliert analysiert und anschließend auf die Sozialisationsprozesse in Familie und Schule angewendet.
Neben dem Hauptbegriff Kinderdelinquenz sind Sozialisation, Erziehungsstile, Prävention, Lerntheorien und der Etikettierungsansatz von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Arbeit.
Die Schule übernimmt als sekundäre Sozialisationsinstanz einen Großteil des Alltags junger Menschen und bietet die Möglichkeit, durch gezielte Förderung, Krisenintervention und Öffnung des Unterrichts soziale Kompetenzen zu stärken und damit Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.
Der Ausfall eines Elternteils oder eine gestörte familiäre Atmosphäre können das Vertrauen des Kindes in konsistente Beziehungen erschüttern und die Entwicklung eines stabilen Über-Ichs behindern, was das Risiko für eine spätere kriminelle Karriere erhöhen kann.
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