Diplomarbeit, 2005
78 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Kurze Beschreibung des Films
3. Oscar und Constance Wilde im Diesseits
3.1. Geburt eines Genies
3.2. Erste Werke
3.3. Constance und Oscar Wilde: Erste Begegnung
3.4. Die Verlobung
3.5. Die Hochzeit
4. Ehe und Entfremdung
4.1. Entfremdung/ Robert Ross
4.2. Lord Alfred Douglas
4.2.1. Eine Dreiecksbeziehung
4.2.2. Beziehungskrise zwischen Oscar und Lord Alfred Douglas
4.3. Anfang eines Skandals
5. Constance Wilde: Eine kurze Affäre
5.1. Arthur L. Humphrey
5.2. Intrigen
5.3. Die Klage
5.4. Der Prozess/ Reading
5.5. Das Ende einer Ehe
6. In Freiheit
6.1. Flucht aus England/ Die Rückkehr zu Bosie
6.2. Constances Tod
6.3. Rückkehr nach Paris/ Oscar Wildes letzte Tage
7. Jacob Epstein
7.1. Kurze Biographie
8. Die Friedhöfe im Film „Herbsttage – Wildefalls“
8.1. Bedeutung des Friedhofs
8.2. Allgemeine Friedhofsarchitektur
8.3. Friedhofstypen der Zukunft
9. Der Friedhof Père- Lachaise in Paris
9.1. Einführung
9.2. Geschichte der Pariser Friedhöfe
9.2.1. Die Verlegung der Friedhöfe
9.2.2. Der Friedhof der Moderne im 18. und 19. Jahrhundert
10. Der Cimitière du Père- Lachaise
10.1. Die Eröffnung
10.2. Anarchie der Stile
10.3. Denkmäler und Erinnerungen
10.4. Eine Bestattung in Paris im 19. Jahrhundert
10.5. Cimitière du Père Lachaise: Friedhof der Gegenwart und Zukunft
11. Il Campo Santo di Staglieno in Genua
11.1. Einführung
11.1.1. Entwicklung der Friedhöfe in Italien
11.1.2. Der architektonische Friedhof
12. Die Entstehung des Cimitero di Staglieno in Genua
12.1. Ein neuer Friedhof für Genua
12.2. Verwunschene Orte in Staglieno
12.3. Menschen, die kamen und gingen
13. Jenseits und Diesseits im Marmor erstarrt
13.1. Händeabdruck der Epochen
13.1.1. Der Stilpluralismus auf dem Cimitero di Staglieno
13.1.2. Der Stoff der Skulpturen
14. Atmosphäre auf dem Friedhof der Gegenwart
Die wissenschaftliche Arbeit untersucht den Hintergrund des Diplomfilms „Herbsttage – Wildefalls“ und beleuchtet die historische Lebensgeschichte von Oscar und Constance Wilde sowie Lord Alfred Douglas, welche das erzählerische Grundgerüst des Films bilden. Zudem wird die Architektur und Geschichte bedeutender europäischer Friedhöfe als zentrale Protagonisten des Projekts analysiert.
Auszug aus De Profundis, Brief an Lord Alfred Douglas, Januar- März 1897 H.M. Prison, Reading:
„Am Samstag abend, nachdem Du mich den ganzen Tag hilflos und allein gelassen hattest, bat ich Dich nach dem Dinner zurückzukommen um mir ein Weilchen Gesellschaft zu leisten. Ungehalten und in gereiztem Ton versprichst Du mir es. Ich warte bis elf, vergebens. Daraufhin hinterließ ich ein paar Zeilen für Dich in Deinem Zimmer, nur um Dich an Dein Versprechen zu erinnern und daran, wie Du es gehalten hattest. Um drei Uhr morgens schlief ich noch immer nicht, der Durst quälte mich und ich tastete mich im Dunkeln und in der Kälte hinunter ins Wohnzimmer, wo ich Wasser zu finden hoffte. Ich fand Dich. Du fielst mit allen Beschimpfungen über mich her, die unbeherrschte Laune und ein ungebärdiges und ungebändigtes Naturell sich ausdenken können. Durch die schreckliche Alchimie des Egotismus verwandeltest Du Deine Gewissensbisse in Wut.
Weil ich Dich in meiner Krankheit um mich haben wollte, warfst Du mir vor, ich sei selbstsüchtig, ich gönnte Dir kein Vergnügen; ich wollte Dich hindern, Dein Leben zu genießen. Du sagtest, und ich weiß, dass es stimmte, Du seist um Mitternacht nur zurückgekommen, um Dich umzukleiden und erneut auszugehen, neuen Freunden entgegen, doch der Brief, den Du vorfandest und worin ich Dich daran erinnert hatte, das Du mich den ganzen Tag und den ganzen Abend vernachlässigt hattest, habe Dir jede Lust an weiteren Vergnügungen verdorben, ja, Deine Aufnahmefähigkeit für neue Genüsse vermindert. Voller Ekel ging ich wieder hinauf, lag schlaflos bis zum Morgen, und erst lange nach Tagesanbruch konnte ich meinen Fieberdurst löschen.“
1. Einleitung: Vorstellung des Diplomfilmprojektes und Überblick über die thematischen Schwerpunkte der Arbeit.
2. Kurze Beschreibung des Films: Erläuterung der audiovisuellen Darstellung der Friedhöfe und des zentralen Themas von Schuld und Reue.
3. Oscar und Constance Wilde im Diesseits: Detaillierte Darstellung der Lebensgeschichte des Paares von der Geburt bis zur Hochzeit.
4. Ehe und Entfremdung: Analyse des familiären Zerfalls und der verhängnisvollen Beziehung zu Lord Alfred Douglas.
5. Constance Wilde: Eine kurze Affäre: Betrachtung von Constances persönlicher Situation und dem tragischen Prozess gegen Oscar Wilde.
6. In Freiheit: Schilderung der letzten Lebensjahre Wildes nach der Haftentlassung und der Rückkehr nach Frankreich.
7. Jacob Epstein: Kurzbiographie des Bildhauers und seine Bedeutung für das Grabmal von Oscar Wilde.
8. Die Friedhöfe im Film „Herbsttage – Wildefalls“: Theoretische Einordnung der Friedhofssymbolik und der Architektur in den Kontext des Films.
9. Der Friedhof Père- Lachaise in Paris: Historischer Abriss über die Entstehung und Bedeutung der Pariser Friedhofslandschaft.
10. Der Cimitière du Père- Lachaise: Spezifische Analyse der Entwicklung und Grabkultur auf diesem berühmten Friedhof.
11. Il Campo Santo di Staglieno in Genua: Einführung in die italienische Friedhofskultur und die Besonderheiten des Camposanto-Typs.
12. Die Entstehung des Cimitero di Staglieno in Genua: Darstellung der architektonischen Konzeption und sozialen Bedeutung des Friedhofs.
13. Jenseits und Diesseits im Marmor erstarrt: Untersuchung der verschiedenen Stilepochen in der Grabkunst von Staglieno.
14. Atmosphäre auf dem Friedhof der Gegenwart: Persönliche Reflexion der Autorin über ihre Erlebnisse und die Wirkung des Ortes.
Oscar Wilde, Constance Wilde, Lord Alfred Douglas, Friedhof, Sepulkralkunst, Cimitière du Père-Lachaise, Cimitero di Staglieno, Architektur, Grabmal, Realismus, Symbolismus, Trauer, Schuld, Film, Kunstgeschichte.
Die Diplomarbeit widmet sich dem Hintergrund des Films „Herbsttage – Wildefalls“, der sich mit den Lebensgeschichten von Oscar und Constance Wilde sowie der Geschichte europäischer Friedhöfe befasst.
Die Themen umfassen die biographische Aufarbeitung der Ehe der Wildes, die Eskalation der Beziehung zu Lord Alfred Douglas sowie eine kunsthistorische Untersuchung der Friedhofsarchitektur in Paris und Genua.
Das Ziel ist es, die persönlichen Beweggründe der Autorin für die Thematik des Films zu erläutern und eine fundierte historische sowie ästhetische Analyse der als Protagonisten fungierenden Friedhöfe zu liefern.
Es handelt sich um eine freie wissenschaftliche Arbeit, die Literaturanalyse, biographische Recherche und kunsthistorische Bildbeschreibungen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Lebensgeschichten (Wilde, Douglas) und eine tiefgehende Analyse der Friedhöfe Père-Lachaise in Paris und Staglieno in Genua unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Grabkunststile.
Die wichtigsten Begriffe sind Oscar Wilde, Staglieno, Père-Lachaise, Grabkunst, Sepulkralkunst, Realismus, Symbolismus und Friedhofsarchitektur.
Die Grabstätten dienen im Film als Orte der fiktiven Kommunikation und Auseinandersetzung mit den im Leben nicht gelösten Konflikten zwischen Oscar und Constance Wilde.
Staglieno gilt als „Freilichtmuseum der Grabkunst“, das eine Vielzahl an Stilen wie Klassizismus, Realismus und Symbolismus vereint und besonders für seine lebensnahen Skulpturen und Wandgräber bekannt ist.
Das vom Bildhauer Jacob Epstein entworfene Monument ist ein zentrales Objekt der Grabkunst, das aufgrund seiner künstlerischen Gestaltung (insbesondere der Genitalien) und seiner bewegten Geschichte internationale Bekanntheit erlangte.
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