Examensarbeit, 2005
149 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Definition des Begriffs „Sammeln“
2.2 Definition des Begriffs „Ästhetisches Verhalten”
3. Die Geschichte des Sammelns
3.1 Sammlungen der Jungsteinzeit und der Antike
3.2 Kirchliche Sammlungen im Mittelalter
3.3 Kunst und Wunderkammern der Renaissance
3.4 Entwicklung des heutigen Museums
3.5 Sammeln heute
4. Kindliches Sammeln
4.1 Die Vielfalt der Dinge
4.2 Bedeutungen der Dinge
4.3 Aneignung der Welt
4.4 Sammeln als ästhetisches Verhalten
4.5 Tätigkeiten des Sammelns
4.5.1 Auswählen
4.5.2 (Auf-) Bewahren und Ordnen
4.5.3 Basteln
4.5.4 Ausstellen
4.5.5 Aneignung von Wissen
4.5.6 Ausbildung des Gedächtnisses
4.6 Die soziale und identitätsstiftende Funktion des Sammelns
4.7 Geschlechtsspezifische Aspekte des Sammelns
5. Das Sammeln der Erwachsenen
5.1 Geschlechtsspezifische Aspekte
5.2 Die Dinge und ihre Bedeutungen
5.3 Die Sammlerinnen
5.3.1 Sammlerin A.
5.3.2 Sammlerin B.
5.3.3 Sammlerin C.
6. Negative Aspekte des Sammelns
6.1 Sammeln als Form der Angstvermeidung
6.2 Sammelzwang
7. Kommerzialisierung des Sammelns
7.1 Entwicklung der Kommerzialisierung
7.2 Kinder und Konsum
7.3 Kitsch
7.4 Exklusives
8. Das Sammeln in der Kunst
8.1 Die Dinge der Künstler und Künstlerinnen
8.2 Künstlerischer Umgang mit den Dingen
8.3 Christian Boltanski
8.4 Stefan Hoderlein
9. Empirische Studie zum Sammelverhalten von Kindern
9.1 Zur Befragung
9.2 Themen der Sammlungen
9.3 Anlässe und Motive
9.4 Tätigkeiten
9.4.1 Auswählen und Zusammentragen
9.4.2 Aufbewahren, Ordnen und Ausstellen
9.4.3 Tauschen
9.4.4 Wissen aneignen
9.4.5 Weitere Beschäftigungen
9.5 Der soziale Aspekt
9.6 Der identitätsstiftende Aspekt
9.7 Der geschlechtsspezifische Aspekt
9.7.1 Sammelthemen
9.7.2 Beeinflussung durch die Medien
9.8 Der altersspezifische Aspekt
9.9 Zusammenfassung
10. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Sammeln als ästhetisches Verhalten bei Kindern, Erwachsenen und Künstlern. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Sammelverhalten herauszuarbeiten und die Bedeutung des Sammelns als Form der Weltaneignung und Identitätsbildung zu analysieren, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss von Kommerzialisierung und Konsum liegt.
Die Geschichte des Sammelns
Zum Verständnis des heutigen menschlichen Sammelverhaltens ermöglicht die Geschichte des Sammelns einen Einblick in die Thematik. Sammeln ist „eine der ältesten, zielgerichteten Tätigkeiten des Menschen“. Art und Funktion des Sammelns haben sich jedoch im Laufe der Menschheitsgeschichte geändert. Kulturgeschichtlich betrachtet fängt diese Tätigkeit mit den Jägern und Sammlern an. Zu ihrer Zeit stellte neben der Jagd das Sammeln von Essbarem eine lebensnotwendige Tätigkeit für den Menschen dar. Der Mensch lebte im Einklang mit der Natur und sammelte nur, was er für seinen Lebensunterhalt brauchte. Durch das Anlegen von Vorräten und dem daraus resultierenden Zeitgewinn übertrug sich der Akt des Sammelns später auch auf Bereiche des Lebens, die nichts mehr mit der reinen Lebenserhaltung zu tun hatten. Der Mensch begann Naturgegenstände und eigene (Kunst-) Erzeugnisse zu sammeln, die für ihn von Bedeutung waren.
1. Einleitung: Definiert die grundlegende Forschungsfrage zur Untersuchung des Sammelns als ästhetisches Verhalten bei verschiedenen Personengruppen.
2. Definitionen: Erläutert die theoretischen Begriffe „Sammeln“ und „ästhetisches Verhalten“ als Basis der Untersuchung.
3. Die Geschichte des Sammelns: Skizziert die historische Entwicklung menschlichen Sammelns von prähistorischen Ansammlungen bis hin zur modernen Museumskultur.
4. Kindliches Sammeln: Beleuchtet Themen, Motive und Tätigkeiten des Sammelns im Kindesalter sowie dessen Rolle für Identität und Wissenserwerb.
5. Das Sammeln der Erwachsenen: Analysiert Besonderheiten des Sammelns bei Erwachsenen im Vergleich zu Kindern anhand von Sammlerbeispielen.
6. Negative Aspekte des Sammelns: Untersucht psychologische Hintergründe, wie Angstvermeidung und Sammelzwang.
7. Kommerzialisierung des Sammelns: Diskutiert den Einfluss von Markt, Medien und Konsum auf Sammeltrends bei Kindern und Erwachsenen.
8. Das Sammeln in der Kunst: Zeigt auf, wie Künstler das Sammeln thematisieren und künstlerisch verarbeiten.
9. Empirische Studie zum Sammelverhalten von Kindern: Präsentiert die Ergebnisse der eigenen Befragung von 26 Kindern und Jugendlichen.
10. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und pädagogische Empfehlungen für die Kunstpädagogik.
Sammeln, ästhetisches Verhalten, Kindheit, Kindliches Sammeln, Kunst, Kommerzialisierung, Konsum, Identitätsbildung, Empirische Studie, Sammelverhalten, Weltaneignung, Diddl, Sammelkarten, Museum, Kulturgeschichte
Die Arbeit untersucht das menschliche Sammeln als ein ästhetisches Verhalten, das sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen und in der Kunst auftritt.
Zentrale Themen sind die Motivation hinter dem Sammeln, die Rolle der Dinge für den Sammler, der Einfluss der Konsumkultur und die Verbindung von Sammeln mit Identitätsbildung.
Das Ziel ist es, das Sammeln als eine aktive, ästhetische Form der Weltaneignung zu definieren und zu verstehen, warum Menschen bestimmte Dinge sammeln und wie sich dieses Verhalten über das Alter hinweg verändert.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der Thematik und einer eigenen empirischen Untersuchung in Form von halboffenen Interviews mit 26 Kindern und Jugendlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die historische Entwicklung, das Sammeln in verschiedenen Lebensphasen (Kindheit/Erwachsenenalter), die negative Ausprägung des Sammelns, die Einflüsse durch Kommerzialisierung und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Sammeln.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sammeln, ästhetisches Verhalten, Weltaneignung, Kindheit, Konsumkultur und Identitätsstiftung charakterisiert.
Weil sie den Dingen oft einen hohen ideellen Wert beimessen, der losgelöst von ihrem finanziellen Wert ist und dazu dient, die eigene Identität zu stützen und die Welt "im Kleinen" zu ordnen.
Medien und Merchandising-Produkte beeinflussen Kinder stark, indem sie Trends setzen, Vollständigkeit einer Serie suggerieren und Kinder gezielt als Käufergruppe ansprechen, wodurch Sammelthemen oft kommerzialisiert werden.
Während Kinder oft explorativ und spielerisch sammeln, um sich die Welt anzueignen, sammeln Erwachsene häufiger systematisch, mit Fokus auf Nostalgie, Statussymbolen oder als "Festung gegen die Vergänglichkeit".
Ja, die Arbeit stellt fest, dass Mädchen und Jungen oft unterschiedliche Sammelthemen bevorzugen, die durch gesellschaftliche Rollenbilder, Spielzeugdesign und Werbung verstärkt werden.
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