Examensarbeit, 2005
86 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Das Ministerium für Staatssicherheit
2.1. Die Stasi- ein Ministerium der SED
2.2. Die Aufgaben des MfS
2.3. Maßnahmen zur Überwachung und Kontrolle von Personen durch die Stasi
2.4. Die Maßnahmen zur Beeinflussung durch das MfS
3. Die Begründung des MfS für die Einflussnahme auf das Schulleben
3.1. MfS- interne Richtlinien und Dienstanweisungen
3.2. Jugendliche als scheinbare Opposition im Blickfeld der Staatssicherheit
3.3. Der Auftrag des MfS zur Überwachung des Schullebens
4. Ansatzpunkte einer möglichen MfS- Einflussnahme im Volksbildungsbereich
4.1. Das Aufnahmeverfahren in die Erweiterte Oberschule (EOS)
4.2. Die Partei in der Schule
4.3. Der Erziehungsauftrag im sozialistischen Staat
5. Die Einflussnahme der Staatssicherheit auf das Schulleben
5.1. Die Präsenz der Staatssicherheit an Schulen
5.2. Meldepflicht für „außergewöhnliche Vorkommnisse“
5.3. Lehrer im Visier der Staatssicherheit
5.4. Die Einflussnahme der Stasi auf Schüler
5.5. Einzelne Teilbereiche des Schulalltags als Interessengebiete des MfS
6. Konsequenzen aus der Einflussnahme durch das MfS
6.1. Die Veränderung in der Köpfen der Menschen
6.2. Auswirkungen auf die Lehrer- Schüler- Interaktion
6.3. Folgen der Kooperation mit der Stasi für inoffizielle Mitarbeiter
6.4. Auswirkungen auf die Schule als Bildungs- und Erziehungsinstanz
7. Das Beispiel der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt
7.1. Die Tätigkeit ausländischer Mitarbeiter an der SdF für das MfS
7.2. „außergewöhnliche Vorkommnisse“ an der SdF
7.3. Versuch der Kontaktaufnahme durch Vertreter der Kirche
8. Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht, auf welche Art und Weise das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in das Schulleben der DDR eingriff und welche tiefgreifenden Konsequenzen diese Überwachung für die Bildungsinstitutionen, Lehrkräfte und Schüler hatte.
Die operative Personenkontrolle
Im Mittelpunkt der Stasikontrolle stand die Aufklärung der Frage „Wer ist Wer?“. Es galt auffällige Personen und sie umgebende Gruppen zu durchschauen. Personen, die als Andersdenkende auffällig wurden, möglicherweise dem Einfluss der PID unterlagen oder solche, die scheinbar anfällig für die PID waren, gerieten in die Fänge der Stasi. Die auf sie angewandte Methode nannte sich „operative Personenkontrolle“.
Es sollten ausgehend von operativ bedeutsamen Anhaltspunkten so genannten „Operative Ausgangsmaterialien“ (OAM) Handlungen und Umstände ermittelt werden, die für die Einschätzung von Personen wichtig waren. Es wurden Akten dieser Personen erstellt und ständig erweitert. Bei beobachteten Personen bestand der ständige Verdacht der Beeinflussung durch den Gegner. Also wurde versucht, dessen Wirksamwerden mit verschiedensten Mitteln zu unterbinden. In die Kategorie der „Operativen Vorgänge“ vielen solche Verdächtige, bei denen sich der Verdacht bestätigt hatte. Sie stellten Feinde der SED- Herrschaft dar.
Die operative Personenkontrolle hingegen diente nicht nur der Auskundschaftung negativer Personen. Es sollte auch solche Personen selektiert werden, die eventuell für eine Arbeit als offizieller oder inoffizieller Mitarbeiter gewonnen werden konnten. Besonderer Beobachtung unterlagen Anträge auf Ausreise in westliche Länder oder anderweitig versuchte Grenzübertritte.
1. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage nach der Art der Einflussnahme des MfS auf das DDR-Schulleben und deren Konsequenzen.
2. Das Ministerium für Staatssicherheit: Analyse der Organisationsstruktur, der Rechenschaftspflicht gegenüber der SED und der eingesetzten Methoden zur Geheimhaltung.
3. Die Begründung des MfS für die Einflussnahme auf das Schulleben: Erörterung der ideologischen Bedrohungsszenarien wie der "politisch-ideologischen Diversion" und der Überwachung von Jugendgruppen.
4. Ansatzpunkte einer möglichen MfS- Einflussnahme im Volksbildungsbereich: Untersuchung der parteilichen Kontrolle über Bildungswege, Aufnahmeverfahren und den Erziehungsauftrag.
5. Die Einflussnahme der Staatssicherheit auf das Schulleben: Detaillierte Darstellung der Präsenz an Schulen, der Meldepflichten sowie der gezielten Beeinflussung von Lehrern und Schülern.
6. Konsequenzen aus der Einflussnahme durch das MfS: Betrachtung der psychologischen Folgen, der Veränderung der sozialen Interaktion und der Auswirkungen auf die Bildungsinstanz.
7. Das Beispiel der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt: Praxisnahe Analyse eines speziellen DDR-Schulmodells unter Berücksichtigung der vorliegenden MfS-Akten.
8. Zusammenfassung: Abschließende Einordnung der Rolle des MfS als Kontrollinstanz und der Reaktionen der Betroffenen in der DDR-Bildungspolitik.
MfS, Stasi, DDR, Volksbildung, Schule der Freundschaft, inoffizielle Mitarbeiter, politische Untergrundtätigkeit, politisch-ideologische Diversion, Überwachung, Zersetzung, SED, Erziehungsauftrag, DDR-Jugend, Repression, Kontrolle.
Die Arbeit analysiert, wie das MfS das Schulleben in der DDR überwachte, beeinflusste und welche Folgen dies für das pädagogische Umfeld und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler hatte.
Im Zentrum stehen die MfS-Strukturen, der Einsatz von IMs an Schulen, die Zersetzungsmethoden sowie die staatliche Kontrolle von Bildungsbiografien durch das SED-Regime.
Die Autorin untersucht, in welcher Art und Weise das MfS Einfluss auf das Schulleben nahm und welche Konsequenzen dies für die Institution Schule sowie deren Mitglieder hatte.
Es handelt sich um eine qualitative Quellenarbeit, die auf Fachliteratur sowie ausgewerteten MfS-Akten der BStU basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung der Überwachung, die konkreten Ansatzpunkte an Schulen, die verschiedenen Einflussmethoden und die langfristigen Konsequenzen.
Wesentliche Begriffe sind MfS, Stasi, DDR, Volksbildung, inoffizielle Mitarbeiter, Überwachung, Zersetzung und politisch-ideologische Diversion.
Diese Schule diente als Bildungsanstalt für ausländische Schüler und unterlag einer besonders strengen Überwachung, da hier internationale Kontakte und politische Loyalität genauestens geprüft wurden.
Solche Meldungen führten häufig zu massiven Sanktionen, von der Einweisung in Jugendwerkhöfe bis hin zum Ausschluss von der Schullaufbahn und der Verwehrung des Hochschulstudiums.
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