Diplomarbeit, 2011
117 Seiten, Note: 15
0. Einführung
0. 1. Zum Thema, zur Problematik und zum Ziel der Arbeit
0. 2. ZUM FORSCHUNGSSTAND
0. 3. ZUR METHODE DER ARBEIT
0. 4. ZUM AUFBAU DER ARBEIT
1.1. Die Auswirkungen des Krieges
1.2. „Tauben im Gras“ im Spiegel seiner Zeit
1.2.1. Wolfgang Koeppen und die Nachkriegsliteraturkonzeptionen
1.2.3. „Tauben im Gras“: Handlung, Handlungsort, Erzählweise, Erzähltechnik und Themen
1.2.4. Koeppens Dekonstruktion des Archaischen
1.2.5. Die spannungsvolle Atmosphäre im Roman
2.1.1. Die deutschen Protagonisten
2.1.2. Die Repräsentanten Amerikas
2.2. Die Beziehungen zwischen den Figuren
2.2.1. Washington und Carlas Familie
2.2.2. Odysseus Cotton und Susanne
2.2.7. Von Erwachsenen zu Kindern: Zum Ezra-Heinz Verhältnis
2.3.1.1. Die Amerikaner als Befreier und Bevölkerung des Wohlstands
2.3.1.3. Amerika und Amerikaner als Besetzer, Eroberer und Feinde
2.3.2.1. Deutschland: Land von Dichtern, der Kunst, und der Romantik
3.1. Der Hybridisierungsprozess in der deutschen Nachkriegsgesellschaft
3.1.1. Die „Gesellschaftslosigkeit“ als Voraussetzung für eine neue Gesellschaft
3.1.2.1. Das Paar Washington-Carla
3.1.2.2. Das Paar Odysseus-Susanne
3.1.2.3. Herr Behrend-Vlasta
3.1.3. Die Rolle der jungen Generation
3.2. Zur Problematik des Zusammenlebens im Roman
3.2.2. Washingtons Vorhaben als Hinwendung zur Zukunft
3.2.3. Koeppens Kritik an der Haltung der Deutschen den Fremden und Minoritäten gegenüber
Die Arbeit untersucht die Problematik des Umgangs mit Fremden und die Fremdwahrnehmung im Kontext einer multiethnischen Nachkriegsgesellschaft, basierend auf Wolfgang Koeppens Roman "Tauben im Gras". Das primäre Ziel ist es, den Hybridisierungsprozess in der deutschen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zu analysieren, der aus der deutsch-amerikanischen Begegnung resultiert, und zu zeigen, wie Koeppens Werk als Vision einer zukunftsorientierten Gesellschaft gelesen werden kann.
1.2.5. Die spannungsvolle Atmosphäre im Roman
Spannungen, Konflikt, man lebte im Spannungsfeld ,östliche, westliche Welt, man lebte an der Nahtstelle, vielleicht an der Bruchstelle, die Zeit war kostbar, sie war eine Atempause auf dem Schlachtfeld, und man hatte noch nicht richtig Atem geholt, wieder wurde gerüstet, die Rüstung verstreute das Leben, die Rüstung schränkte die Freude ein…101
Bemerkenswert ist, dass sich diese spannende Stimmung nicht nur auf das „Schlachtfeld“ Deutschlands beschränkt, sondern sie weist auf die allgemeine Weltlage hin: „Atomversuche in Neu- Mexiko, Atomfabriken im Ural […] sie redeten von Aufbau und bereiteten den Abbruch vor, sie ließen weiter zerbrechen, was schon angebrochen war: Deutschland war in zwei Teile gebrochen.“102 Dieses Zitat zeigt, dass der vergangene Krieg nicht bewältigt wird, man befindet sich noch im „Kalten Krieg“. Die Schlagzeilen verweisen auf die sozio-politische Lage in der BRD: „Eisenhower inspiziert in Bundesrepublik, Wehrbeitrag gefordert, Adenauer gegen die Neutralisierung, Konferenz in Sackgasse, Vertriebene klagen an, Millionen Zwangsarbeiter, Deutschland größtes Infanteriepotential.“103 Die Deutschen leben also in einer unsicheren und unruhigen Zeit. Deutschland ist eins der Schlachtfelder dieses „kalten Krieges“.
0. Einführung: Umreißt die Thematik des Umgangs mit Fremden in der Nachkriegsgesellschaft anhand von Koeppens Roman und definiert das Forschungsziel.
1.2. „Tauben im Gras“ im Spiegel seiner Zeit: Situiert den Roman in seinem literarischen und zeithistorischen Kontext, einschließlich der Rolle der Trümmerliteratur.
2.1.1. Die deutschen Protagonisten: Stellt die wichtigsten deutschen Romanfiguren vor, die repräsentativ für die gesellschaftliche Situation nach 1945 stehen.
2.1.2. Die Repräsentanten Amerikas: Analysiert die im Roman handelnden amerikanischen Figuren und deren Funktion in der deutsch-amerikanischen Begegnung.
2.2. Die Beziehungen zwischen den Figuren: Untersucht die sozialen Interaktionen und Konflikte zwischen den deutschen und amerikanischen Protagonisten.
3.1. Der Hybridisierungsprozess in der deutschen Nachkriegsgesellschaft: Analysiert, wie durch neue soziale Konstellationen und interkulturelle Begegnungen eine hybride deutsche Gesellschaft entsteht.
3.2. Zur Problematik des Zusammenlebens im Roman: Reflektiert die Schwierigkeiten und Möglichkeiten eines friedlichen Miteinanders in der konfliktreichen Nachkriegszeit.
Wolfgang Koeppen, Tauben im Gras, Fremdwahrnehmung, Hybridität, Nachkriegsgesellschaft, deutsch-amerikanische Begegnung, Imagologie, Postkolonialer Diskurs, Identität, Rassismus, Interkulturalität, Gesellschaftslosigkeit, Dekonstruktion, Literaturwissenschaft, Zusammenleben.
Die Arbeit analysiert Wolfgang Koeppens Roman "Tauben im Gras" unter dem Aspekt des Umgangs mit Fremden und der Entstehung einer hybriden deutschen Nachkriegsgesellschaft.
Die zentralen Themen sind Fremdwahrnehmung, die deutsch-amerikanische Begegnung nach 1945, die soziokulturelle Transformation Deutschlands sowie die Dekonstruktion von rassistischen und nationalen Stereotypen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Koeppen durch eine spezielle Schreibweise und Figurenkonstellation die Konflikte der Nachkriegszeit offenlegt und den Prozess der Hybridisierung als notwendige Entwicklung zu einer offenen Gesellschaft thematisiert.
Die Untersuchung greift auf Kategorien der Strukturanalyse, der Inhaltsanalyse sowie auf komparatistische Konzepte der Imagologie und postkoloniale Theorien zur Hybridität zurück.
Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextualisierung des Romans, die Analyse der deutsch-amerikanischen Begegnungen sowie die Untersuchung von Transformationsprozessen und der Problematik des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Fremdwahrnehmung, Hybridität, Nachkriegsgesellschaft, Imagologie, Postkolonialer Diskurs und Gesellschaftslosigkeit.
Der Begriff beschreibt den Zerfall traditioneller Familien- und Gesellschaftsstrukturen durch den Krieg, was als Voraussetzung für die Bildung einer neuen, hybriden Gesellschaft im Roman fungiert.
Die Amerikaner werden anfangs als reiche Befreier und Symbole des Wohlstands gesehen, wandeln sich aber in der Wahrnehmung der Deutschen zunehmend zu Besatzern und Feinden, was die tiefsitzende Verunsicherung und den fortbestehenden Rassismus widerspiegelt.
Sport, insbesondere Baseball, fungiert als integrativer Faktor, der Washington eine scheinbare soziale Anerkennung in der deutschen Gesellschaft ermöglicht, auch wenn dies nur oberflächlich bleibt.
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