Bachelorarbeit, 2018
39 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die vergleichende Sprachwissenschaft und ihre Teildisziplinen
2.1 Die Kontrastive Linguistik und ihr historische Verlauf
2.1.1 Begriffsbestimmung, Gegenstand und Ziele
2.1.2 Der Beginn der Kontrastiven Linguistik
2.1.3 Die 3 großen Spracherwerbshypothesen
2.1.3.1 Die Kontrastivhypothese
2.1.3.2 Die Identitätshypothese
2.1.3.3 Die Interlanguage-Hypothese
2.2 Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft
2.3 Sprachtypologie
2.4 Areallinguistik
3. Das tertium comparationis
4. Die Rolle der KL im Fremdsprachenunterricht
5. Ausblick der Kontrastiven Linguistik
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die historische Entwicklung, die theoretische Verortung sowie die methodischen Herausforderungen der Kontrastiven Linguistik. Das zentrale Ziel ist es, zu analysieren, ob sich die Disziplin als eigenständiger Zweig innerhalb der vergleichenden Sprachwissenschaft behaupten kann und ob ihr in der modernen Fremdsprachendidaktik nach wie vor ein praktischer Nutzen zukommt, statt von einem Ende der Disziplin zu sprechen.
2.1.3 Die 3 großen Spracherwerbshypothesen
Mit der Etablierung der Kontrastiven Linguistik wurde eine Vielzahl von Spracherwerbshypothesen entwickelt, welche alle das Ziel verfolgten, die zentralen Mechanismen des Zweitspracherwerbs zu identifizieren. Bis heute existieren bereits über vierzig verschiedene Spracherwerbstheorien, welche unterschiedliche Annahmen über den Erst- und Zweitspracherwerb vertreten (vgl. Fekete 2016: 28).
Diese Arbeit konzentriert sich dabei auf die drei bedeutendsten Hypothesen, welche in der Forschung als die drei großen Hypothesen bezeichnet werden, da sie die wichtigsten Wendepunkte in der Geschichte der Kontrastiven Linguistik einleiteten. Hierzu zählen die Kontrastivhypothese, die Identitätshypothese und die Interlanguage-Hypothese. Einige andere Modelle zum Spracherwerb werden deshalb nur in bestimmten Zusammenhängen erwähnt, ohne dass diese in ihrer ganzen Tiefe herausgearbeitet werden können. Obwohl es gegenwärtig keinen Konsens über eine allgemeingültige Spracherwerbstheorie gibt, haben die einzelnen Theorien wichtige Erkenntnisse im Erst- und Zweitspracherwerb hervorgebracht, die für die Kontrastive Linguistik und ihren weiteren zukünftigen Forschungen eine essenzielle Bedeutung haben.
Hinsichtlich dieser unterschiedlichen Theorien war die Kontroverse über die richtige Spracherwerbstheorie der am häufigsten geführte Ausgangspunkt in der Literatur der Kontrastiven Linguistik (vgl. Rein 1983: 14). Sie zeigt retrospektiv, in welcher misslichen Lage sich die Kontrastive Linguistik gegenwärtig befindet. Denn bei einer so hohen Anzahl unterschiedlicher – und sich zum Teil – widersprechender Spracherwerbstheorien ist es schwer, eine umfassende Hypothese aufzustellen, welche alle bisher erforschten Faktoren mitberücksichtigt, die den Erst- und Zweitspracherwerb beeinflussen. Da häufig neuere Modelle nur als eine Modifikation bisheriger Theorien betrachtet werden können, ist es für die Kontrastive Linguistik zukünftig wichtig, eine allgemeine Spracherwerbstheorie zu entwickeln, die den Dualismus zwischen angeborenem Wissen und dem erworbenen Wissen durch die Umwelt aufbreche (vgl. Fekete 2016: 32f.).
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Bedeutung kontrastiver Sprachuntersuchungen und führt in die Fragestellung ein, ob die Disziplin der Kontrastiven Linguistik in einer Krise steckt oder weiterhin relevant ist.
2. Die vergleichende Sprachwissenschaft und ihre Teildisziplinen: Dieses Kapitel verortet die Kontrastive Linguistik innerhalb der vergleichenden Sprachwissenschaft und diskutiert ihre theoretischen Grundlagen anhand historischer Entwicklungen und bedeutender Spracherwerbshypothesen.
2.1 Die Kontrastive Linguistik und ihr historische Verlauf: Dieser Abschnitt widmet sich der Entwicklung der Kontrastiven Linguistik, ihren verschiedenen Begriffsdefinitionen und ihrer Standortbestimmung im wissenschaftlichen Kontext.
2.1.1 Begriffsbestimmung, Gegenstand und Ziele: Hier werden zentrale Definitionen kontrastiver Linguistik analysiert, wobei besonders auf den Wandel vom Fokus auf bloße Unterschiede hin zu einem ganzheitlichen Vergleich eingegangen wird.
2.1.2 Der Beginn der Kontrastiven Linguistik: Das Kapitel beleuchtet die Verknüpfung des frühen kontrastiven Ansatzes mit dem amerikanischen Strukturalismus und der behavioristischen Lerntheorie in den 1950er Jahren.
2.1.3 Die 3 großen Spracherwerbshypothesen: Dieser Abschnitt dient als theoretischer Rahmen, der die drei zentralen Wendepunkte der Kontrastiven Linguistik – die Kontrastiv-, Identitäts- und Interlanguage-Hypothese – systematisch einordnet.
2.1.3.1 Die Kontrastivhypothese: Fokus auf die starke und schwache Version der Kontrastivhypothese, die den Einfluss der Muttersprache und die Prognostizierbarkeit von Fehlern thematisiert.
2.1.3.2 Die Identitätshypothese: Diskussion der nativistischen Gegenposition, die den Spracherwerb als isomorphen Prozess betrachtet und die Bedeutung angeborener mentaler Fähigkeiten betont.
2.1.3.3 Die Interlanguage-Hypothese: Analyse der Lernersprache als dynamisches, separates System, das den Lerner nicht mehr nur als passives Subjekt, sondern als aktiven Hypothesenbildner betrachtet.
2.2 Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft: Darstellung der historisch-diachronen Ausrichtung der Sprachwissenschaft als ältestem Zweig der Disziplin und Abgrenzung zur synchronen Arbeitsweise der Kontrastiven Linguistik.
2.3 Sprachtypologie: Analyse der typologischen Klassifikation von Sprachen und deren synchroner Ausrichtung im Vergleich zur Kontrastiven Linguistik.
2.4 Areallinguistik: Untersuchung der räumlich-geographischen Aspekte von Sprachkontakt und deren Relevanz für die Sprachklassifikation.
3. Das tertium comparationis: Dieses Kapitel thematisiert die methodische Herausforderung, eine geeignete Bezugsgröße für den Sprachvergleich zu finden, und beleuchtet die damit verbundenen Paradoxa.
4. Die Rolle der KL im Fremdsprachenunterricht: Bewertung des praktischen Nutzens kontrastiver Erkenntnisse für die Fremdsprachendidaktik und die moderne Lehrerbildung.
5. Ausblick der Kontrastiven Linguistik: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zu den Möglichkeiten einer künftigen kontras-typologischen Ausrichtung der Disziplin.
6. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Entwicklung der Disziplin zusammen und widerspricht der Annahme eines Endes der Kontrastiven Linguistik.
Kontrastive Linguistik, Spracherwerbshypothesen, Kontrastivhypothese, Identitätshypothese, Interlanguage, Fremdsprachendidaktik, tertium comparationis, Sprachtypologie, historisch-vergleichende Sprachwissenschaft, Sprachkontakt, Fehleranalyse, Interferenz, Transfer, behavioristischer Ansatz, Nativismus.
Die Arbeit untersucht die theoretische und historische Entwicklung der Kontrastiven Linguistik und bewertet ihren aktuellen Stellenwert für die Sprachwissenschaft und den Fremdsprachenunterricht.
Die Schwerpunkte liegen auf den Spracherwerbshypothesen, der methodischen Grundlagenforschung (insb. des tertium comparationis) und dem praktischen Anwendungsbezug für Lehrende.
Die zentrale Frage ist, ob die Kontrastive Linguistik lediglich ein vorübergehender Trend war oder ob sie ihre Relevanz heute in einer modernisierten Form behalten hat.
Der Autor wendet eine komparative und historische Analyse an, um die Entwicklung der Disziplin nachzuvollziehen und sie von anderen Teildisziplinen wie der Areallinguistik oder Sprachtypologie abzugrenzen.
Der Hauptteil analysiert die historischen Meilensteine, die drei großen Spracherwerbshypothesen sowie die theoretischen Herausforderungen beim Vergleich unterschiedlicher Sprachsysteme.
Wichtige Begriffe sind Kontrastive Linguistik, Spracherwerb, Interlanguage, Fehleranalyse, Fremdsprachendidaktik und tertium comparationis.
Es dient als essenzieller Bezugsrahmen für den Vergleich. Ohne eine fundierte Bezugsgröße wird die methodische Validität der Ergebnisse in Frage gestellt, was in der Geschichte der Disziplin oft zu berechtigter Kritik führte.
Der Lerner wird hier nicht mehr als passives Wesen betrachtet, das nur durch Imitation lernt, sondern als aktiver Akteur, der ein eigenes, dynamisches Sprachsystem (die Interlanguage) entwickelt und ständig Sprachhypothesen überprüft.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Disziplin keineswegs am Ende ist, sondern durch die "pragmatische Wende" und die stärkere Ausrichtung auf den praktischen Fremdsprachenunterricht einen neuen Aufschwung erlebt.
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