Examensarbeit, 2005
41 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. Überlegungen zur Lerngruppe
2. Überlegungen zum außerschulischen Lernort „Museum“
2.1. Perspektiven angesichts des Erziehungsnotstands
2.2. Perspektiven für das historische Lernen – die Begegnung mit Sachzeugnissen
2.2.1. Typen von Sachzeugnissen
2.2.2. Chancen der Arbeit mit historischen Sachzeugnissen
3. Der Museumsbesuch in Bottrop
3.1. Die Planungs- und Vorbereitungsphase
3.1.1. Die Auswahl des Museums
3.1.2. (Schul)organisatorische Voraussetzungen
3.1.3. Die inhaltliche Vorbereitung
3.2. Die Arbeits- und Durchführungsphase im Museum
3.2.1. Die Schülerarbeitsform
3.2.2. Die Schülerarbeitsmaterialien
3.3. Die Auswertungsphase
3.3.1. Die Reflexion der Teamarbeit
3.3.2. Die Auswertung des inhaltlichen Ertrags
4. Reflexion realisierter Planung
Diese Arbeit untersucht, inwieweit ein strukturierter Unterrichtsgang in das Museum „Quadrat“ in Bottrop dazu beitragen kann, das soziale Klima und die Disziplin in einer als schwierig geltenden fünften Hauptschulklasse zu verbessern und gleichzeitig das historische Lernen durch die Begegnung mit Sachzeugnissen zu fördern.
Die drei MusketierInnen
Mit der Zeit kamen viele, viele Schüler ins Museum. Sie stellten sich brav bei der Kasse an, und dann kam eine kluge Frau oder ein kluger Mann, führte sie zwei Stunden durch die Räume und erzählte ihnen alles, was sie oder er selber wusste. Die artigen Kinder hörten zu, bis ihnen nach einer Viertelstunde der Kopf brummte vom vielen Zuhören. Weil sie aber, wie gesagt, artige Kinder waren, gingen sie weiter mit der klugen Frau oder dem klugen Mann mit und taten ihr oder ihm zuliebe so, als würden sie weiter zuhören. Die schlimmen Kinder aber, die im Grunde die klügeren waren, versteckten sich an günstigen Stellen, blieben absichtlich zurück und stahlen sich unbemerkt davon. Es gab eine Frau im Museum, die saß in einer Kammer, die mit vielen Bildern und Büchern angefüllt war, und bemühte sich, sie zu ordnen. Eines Tages aber bekam sie einen ganz klaren Auftrag: „Mach’ irgendwas mit den Schülern.“ Die Frau wusste natürlich sofort, was sie zu tun hatte, und ging mutig ans Werk. Nach einiger Zeit kam ein Lehrer ins Haus, der nie gewusst hatte, welche Deutschnoten er seinen Schülern geben sollte, um auch irgend etwas für die Schüler zu tun. Beide beschlossen, die Schüler vor allem nicht mehr wie ein Leithammel seine Schafherde durch das Museum zu führen. Sie sollten frei herumlaufen dürfen, aber trotzdem vieles gemeinsam tun und sogar noch etwas dabei lernen können. Das glaubten die Lehrer zwar lange Zeit nicht, aber schließlich sahen sie doch ein, dass es so besser wäre. Diese neue Art, im Museum etwas zu lernen, hieß „Museumspädagogik“, war in Amerika schon seit hundert und in Deutschland bereits seit zwanzig Jahren bekannt und machte, auch wenn das noch ein bisschen nach Schule klingt, den Schülern viel mehr Spaß als früher.
0. Einleitung: Die Einleitung führt über ein „pädagogisches Märchen“ in die Museumspädagogik ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den außerschulischen Lernort als Instrument für soziales Lernen und historischen Wissenserwerb zu beleuchten.
1. Überlegungen zur Lerngruppe: Dieses Kapitel stellt die problematische Ausgangssituation der fünften Klasse hinsichtlich Disziplin und Motivation dar und beschreibt die pädagogischen Maßnahmen sowie die Befragungsergebnisse, die den Museumsbesuch motivierten.
2. Überlegungen zum außerschulischen Lernort „Museum“: Hier werden die theoretischen Grundlagen des außerschulischen Lernens erörtert, wobei der Fokus auf dem Erziehungsnotstand, der Bedeutung von Sachzeugnissen und der emanzipierenden Wirkung historischen Lernens liegt.
3. Der Museumsbesuch in Bottrop: Das Hauptkapitel detailliert die Planung, die organisatorischen Rahmenbedingungen, die methodische Durchführung mittels Forscherbögen sowie die Auswertung des inhaltlichen und sozialen Ertrags des Besuchs.
4. Reflexion realisierter Planung: Der abschließende Teil bewertet den durchgeführten Museumsbesuch kritisch auf Basis der Schülerreaktionen und des Lernzuwachses, wobei der Besuch als Erfolg für die Klassengemeinschaft und das didaktische Vorgehen gewertet wird.
Geschichtsunterricht, Museumspädagogik, Außerschulischer Lernort, Sachzeugnisse, Steinzeit, Hauptschule, Klassenmanagement, Sozialverhalten, Historisches Lernen, Handlungsorientierung, Museum Quadrat Bottrop, Emanzipation, Methodenlernen, Gruppenarbeit, Unterrichtsplanung.
Die Arbeit dokumentiert einen Unterrichtsgang einer fünften Hauptschulklasse zum Museum „Quadrat“ in Bottrop und untersucht dessen Einfluss auf die Disziplin, das soziale Klima und den historischen Wissenserwerb.
Die zentralen Felder sind die Museumspädagogik, die Arbeit mit Sachzeugnissen im Fach Geschichte sowie das Klassenmanagement und die Förderung sozialer Kohäsion außerhalb der Schule.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Vor- und Nachbereitung eines Museumsbesuchs bei schwierigen Lerngruppen nicht nur fachliche, sondern vor allem soziale Lernziele erreicht werden können.
Der Autor verbindet theoretische geschichtsdidaktische Ansätze mit einer empirischen Fallstudie, die durch Schülerbefragungen, Beobachtungen während des Museumsbesuchs und die Evaluation von Arbeitsergebnissen gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorbereitung (Auswahl des Lernorts, organisatorische Schritte), die Durchführung im Museum (Forscherbögen, Gruppenarbeit) und die Nachbereitung (Evaluation durch Reflexion und Collagen).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Alltagsgeschichte“, „Sachquellen“, „Handlungsorientierung“ und „Emanzipation“ sowie die spezifische Herausforderung der „Disziplinierung“ im schulischen Kontext charakterisiert.
Das Museum bot ein nichtkommerzielles Angebot, eine gute Erreichbarkeit und eine inhaltliche Vielfalt, die sowohl die „Eiszeit“ als auch Stadtgeschichte abdeckte, was die Auswahl für die fünfte Klasse ideal machte.
Die Forscherbögen dienten als strukturierendes Instrument zur selbstständigen Arbeit, um die „starre Front“ zwischen Schüler und Exponat zu überwinden und die Kinder zur aktiven, methodischen Auseinandersetzung mit der Geschichte anzuregen.
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