Diplomarbeit, 2004
152 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen
1. Trennung und Scheidung und ihre Folgen für die Kinder
1.1 Ansätze der Scheidungsforschung
1.2 Scheidungsgründe
1.3 Der Scheidungsprozess
1.4 Die Folgen der Trennung und Scheidung für die betroffenen Kinder
1.5 Scheidung als Chance
2. Bindungstheorie und -forschung
2.1 John Bowlby und die Wurzeln der Bindungstheorie
2.2 Die Bindungstheorie
2.3 Mary Ainsworth und die Klassifikation der Bindungsqualität
2.4 Die Untersuchung der mentalen Bindungs-repräsentation
2.5 Phasen der Bindungsentwicklung
2.6 Stabilität der Bindungsmodelle
2.7 Langfristige Konsequenzen der Bindungs-unterschiede
2.8 Bindung und Trennung
2.9 Kritische Betrachtung der Bindungstheorie
3. Erziehungsstile
3.1 Begriffsklärung
3.2 Der Einfluss elterlicher Erziehung
3.3 Erziehungsstilforschung
3.4 Zentrale Erziehungsstildimensionen und das Erziehungsstilmodell nach Diana Baumrind
3.5 Wirkung der Erziehungsstile
3.6 Determinanten elterlicher Erziehung
3.7 Kritische Betrachtung der Erziehungsstilforschung
4. Zusammenhänge zwischen den Theorie-bereichen Scheidung, Bindung und Erziehungsstil
4.1 Die Auswirkungen einer Scheidung auf die Bindung des Kindes
4.2 Die Bedeutung des Erziehungsstils
4.3 Das Risiko-Schutz-Modell
III. Empirischer Teil
5. Fragestellung
6. Methode
6.1 Auswahl und Merkmale der Stichprobe
6.2 Erhebungsmethoden und ihre Durchführung
6.3 Auswertung der Daten
7. Ergebnisse
7.1 Scheidung der Eltern und Bindung der Kinder
7.2 Scheidung der Eltern und kindperzipierter Erziehungsstil
7.3 Erziehungsstil und Bindungssicherheit
8. Interpretation der Ergebnisse
9. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Scheidung der Eltern, der Bindungssicherheit der betroffenen Kinder im Alter von 5-9 Jahren sowie dem elterlichen Erziehungsstil. Ziel ist es zu klären, wie sich Trennungsprozesse auf die Bindungsrepräsentation auswirken, ob ein geänderter Erziehungsstil in Ein-Eltern-Familien vorliegt und ob zwischen Erziehungsverhalten und Bindungssicherheit eine messbare Korrelation besteht.
2.3.1 Die Fremde Situation (Strange-Situation-Test)
Diese Methode wurde ursprünglich entwickelt, um das Erkundungsverhalten von Kindern im Alter von 12-18 Monaten unter verschiedenen (Belastungs-) Bedingungen (An- und Abwesenheit der Mutter, Anwesenheit einer Fremden) zu analysieren. Man ging davon aus, dass sich das Zusammenspiel von Bindungs- und Erkundungsverhalten in einer nicht-vertrauten Umgebung erfolgreicher untersuchen lässt. Das Kind kommt hier in ein standardisiertes räumliches Arrangement (Abb. 1) und wird in den einzelnen Versuchsabschnitten mit zunehmendem Stress konfrontiert. Dazu führen die fremde Umgebung, die Interaktion mit einer fremden Erwachsenen, die Trennung von der Mutter und das Alleingelassenwerden.
1. Trennung und Scheidung und ihre Folgen für die Kinder: Das Kapitel beleuchtet verschiedene Ansätze der Scheidungsforschung und diskutiert die Folgen der familiären Auflösung für Kinder, unter Einbeziehung verschiedener familiärer Modelle.
2. Bindungstheorie und -forschung: Hier werden die Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby und die Klassifikation durch Ainsworth dargestellt, um die Bedeutung früher Bindungserfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung zu erläutern.
3. Erziehungsstile: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte der Erziehungsstilforschung, insbesondere das Modell nach Baumrind, und diskutiert deren Einfluss auf die psychosoziale Entwicklung.
4. Zusammenhänge zwischen den Theorie-bereichen Scheidung, Bindung und Erziehungsstil: Das Kapitel integriert die drei Hauptbereiche und stellt ein Risiko-Schutz-Modell vor, um die komplexe Interaktion bei der Scheidungsbewältigung zu erklären.
5. Fragestellung: Hier werden die konkreten Forschungsfragen und die daraus abgeleiteten Hypothesen für den empirischen Teil der Arbeit formuliert.
6. Methode: Beschreibt die Auswahl der Stichprobe sowie die verwendeten Instrumente (Bochumer Verfahren und Züricher Kurzfragebogen) und deren statistische Auswertung.
7. Ergebnisse: Präsentation und Analyse der erhobenen Daten zum Bindungsverhalten und Erziehungsstil bei Scheidungskindern im Vergleich zur Kontrollgruppe.
8. Interpretation der Ergebnisse: Kritische Reflexion der Befunde unter Berücksichtigung der kleinen Stichprobengröße und der methodischen Limitationen.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Ein Resümee der Arbeit, das die Erkenntnisse zusammenführt und Perspektiven für zukünftige Längsschnittstudien aufzeigt.
Scheidung, Bindungstheorie, Erziehungsstil, Bindungssicherheit, Scheidungskinder, Alleinerziehende, Kindesentwicklung, psychische Belastung, Familienauflösung, Risiko-Schutz-Modell, Bindungsrepräsentation, elterliche Feinfühligkeit.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der elterlichen Trennung auf die Bindungssicherheit von Kindern und analysiert, ob und wie der Erziehungsstil der Mütter in diesem Kontext eine Rolle spielt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Scheidungsforschung, der psychologischen Bindungstheorie sowie der Erziehungsstilforschung.
Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob eine Scheidung der Eltern mit einer messbaren Beeinträchtigung der Bindungssicherheit der Kinder korreliert und ob der Erziehungsstil als vermittelnde Variable fungiert.
Es handelt sich um eine quantitative Längsschnittstudie, bei der das "Bochumer semiprojektive Verfahren" für die Bindungsqualität und der "Züricher Kurzfragebogen zum Erziehungsverhalten (ZKE)" für den Erziehungsstil eingesetzt wurden.
Der Hauptteil setzt sich aus einem umfassenden theoretischen Rahmen zu Scheidung, Bindung und Erziehung sowie einem empirischen Teil zusammen, in dem eigene Studiendaten von Scheidungskindern und Kontrollkindern ausgewertet werden.
Die zentralen Begriffe sind Scheidung, Bindungssicherheit, Erziehungsstil, Bindungsrepräsentation und Risiko-Schutz-Modell.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die psychische Belastung der Mutter einen stärkeren Einfluss auf den Erziehungsstil ausübt als der Familienstand selbst.
In der vorliegenden Stichprobe konnten keine signifikanten Zusammenhänge zwischen den Erziehungsstilskalen und den Bindungsgruppen festgestellt werden, was zu einer Zurückweisung der dritten Hypothese führte.
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