Diplomarbeit, 2005
96 Seiten, Note: 2,0
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Bedeutung von Verträgen und Vertrauen in der Automobilindustrie. Ziel ist es, die Rolle dieser beiden Faktoren für die Gestaltung und Stabilität von Geschäftsbeziehungen in diesem Sektor zu untersuchen.
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Problemstellung und die Zielsetzung der Arbeit definiert. Anschließend werden die theoretischen Grundlagen von Verträgen und Vertrauen sowie die wichtigsten Determinanten von interorganisationalen Geschäftsbeziehungen erläutert. In Kapitel 3 wird die Situation in der Automobilindustrie analysiert, wobei die Trends in der Beschaffungs- und Kooperationsstruktur, die Entwicklungs- und Fertigungstiefen sowie die Verhandlungsmacht und Substituierbarkeit der Produkte betrachtet werden. Kapitel 4 präsentiert vier Fallszenarien zum Verhältnis von Verträgen und Vertrauen in der Automobilindustrie, wobei die unterschiedlichen Konstellationen von Herstellermacht und Substituierbarkeit der Zulieferleistungen berücksichtigt werden.
Verträge, Vertrauen, Automobilindustrie, Geschäftsbeziehungen, Interorganisationale Beziehungen, Transaktionskostentheorie, Resource-Based View, Organizational Learning, Kontrollmechanismen, Koordinationsmechanismen, Partnerschaftskultur, Machtasymmetrien, Commitment, Fallszenarien.
Vertrauen dient als informeller Koordinationsmechanismus, der besonders bei komplexen Entwicklungsaufgaben wichtig ist, da nicht alle Details in Verträgen antizipiert werden können.
In der Forschung wird diskutiert, ob Verträge und Vertrauen Substitute (Ersatz) oder Komplemente (Ergänzung) sind. In der Automobilindustrie werden oft detaillierte Verträge durch partnerschaftliches Vertrauen ergänzt.
Herstellermacht beschreibt die Dominanz eines Automobilherstellers (OEM) gegenüber seinen Zulieferern, oft bedingt durch hohe Einkaufsvolumina und die Substituierbarkeit der Zulieferprodukte.
Dies betrifft die Sorge eines Partners, dass sein Wissen oder seine Investitionen vom anderen Partner unrechtmäßig ausgenutzt werden könnten, was durch Know-how-Schutzklauseln in Verträgen verhindert werden soll.
Da Hersteller immer mehr Entwicklung und Fertigung an Zulieferer auslagern, steigen die gegenseitige Abhängigkeit und die Notwendigkeit für langfristige, vertrauensvolle Partnerschaften.
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