Magisterarbeit, 2005
145 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Das Michigan Modell
1.1. Die Bestandteile des Michigan-Modells
1.1.1.Die Parteibindung
1.1.2. Die Kandidatenorientierung
1.1.3. Die Issueorientierung
1.2. Die Zusammenhänge zwischen den drei Faktoren und der Wahlentscheidung
2. Die Anwendung des Michigan-Modells in der deutschen Wahlforschung
3. Fragestellung und Formulierung der Hypothesen
III. Empirischer Teil
1. Datenbasis und Operationalisierung der Thesen
1.1. Datenbasis
1.2. Operationalisierung der Thesen
2. Historischer Überblick: Entwicklungen im Wahlverhalten von Frauen und Männer im Zeitraum von 1953 -1987
2.1. Entwicklung der Wahlbeteiligung
2.2. Zweitstimmen nach Geschlecht und Partei (1953-1987)
2.3. Zusammenfassung
3. Entwicklung im Wahlverhalten von Männer und Frauen seit 1990
3.1. Wahlbeteiligung und Zweitstimmenvergabe nach Geschlecht
3.1.1. Westdeutschland
3.1.2. Ostdeutschland
3.1.3. Zusammenfassung
3.2. Die Existenz und Intensität der Parteibindung
3.2.1. Westdeutschland
3.2.2. Ostdeutschland
3.3. Zusammenhang zwischen Parteibindung und Parteiwahl
3.3.1. Westdeutschland
3.3.2. Ostdeutschland
3.3.3. Zusammenfassung
3.4. Beurteilung der Kanzlerkandidaten
3.4.1. Westdeutschland
3.4.2. Ostdeutschland
3.5. Sachthemen und die Problemlösungskompetenz der Parteien
3.5.1. Sachthemen
3.5.2. Problemlösungskompetenz der Parteien
3.5.3. Zusammenfassung
4. Der Einfluss der Parteibindung, Kandidaten- und Issueorientierung auf die Wahlentscheidung
4.1. Bundestagswahl 1990
4.1.1. Westdeutschland
4.1.2. Ostdeutschland
4.1.3. Die Zusammenhänge zwischen Wahlentscheidung, Kandidaten- und Issueorientierung bei Kontrolle der Parteibindung
4.2. Bundestagswahl 1994
4.2.1. Westdeutschland
4.2.2. Ostdeutschland
4.2.3. Die Zusammenhänge zwischen Wahlentscheidung, Kandidaten- und Issueorientierung bei Kontrolle der Parteibindung
4.3. Bundestagswahl 1998
4.3.1. Westdeutschland
4.3.2. Ostdeutschland
4.3.3. Die Zusammenhänge zwischen Wahlentscheidung, Kandidaten- und Issueorientierung bei Kontrolle der Parteibindung
4.4. Bundestagswahl 2002
4.4.1. Westdeutschland
4.4.2. Ostdeutschland
4.4.3. Die Zusammenhänge zwischen Wahlentscheidung, Kandidaten- und Issueorientierung bei Kontrolle der Parteibindung
4.5. Zusammenfassung
IV. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das individuelle Wahlverhalten von Männern und Frauen in einer Langzeitstudie zu untersuchen und die kritische Forschungsfrage zu beantworten, ob sich das Wahlverhalten der Geschlechter tatsächlich unterscheidet. Dabei wird analysiert, welchen Stellenwert verschiedene Einflussfaktoren wie Parteibindung, Kandidatenbewertung und Sachthemenkompetenz für die jeweilige Wahlentscheidung in Ost- und Westdeutschland haben.
1. Das Michigan Modell
Selbst umfangreiche und komplexe Datensätze wie die des Politbarometers sind, für sich allein betrachtet, zur Erklärung von Wählerverhalten ohne Wert. Ihre Bedeutung, ihren Sinn und ihre Erklärungskraft erlangen sie erst innerhalb von theoretischen Erklärungsmodellen. Im Folgenden sollen nun die Bestandteile des Michigan-Modells, eines der wichtigsten Erklärungsmodelle des Wählerverhaltens und gleichzeitig die theoretische Grundlage für diese Arbeit, vorgestellt werden.
Das Michigan-Modell wird aus zwei Gründen als geeignet für diese Untersuchung angesehen: Erstens, weil sich das Modell mit der Wahlentscheidung der Wähler als Individuen beschäftigt und nicht soziale Gruppen betrachtet. Zweitens, weil es einen Bezug zwischen dem Wählerverhalten und entsprechenden, vorgelagerten Einflussfaktoren herstellen kann.
Der als individualpsychologische, “Ann Arbor-“ oder “Michigan-Modell“ bezeichnete Ansatz wurde während der Untersuchungen der amerikanischen Präsidentschaftswahlen der fünfziger Jahre von Angus Campbell und seinen Mitarbeiter von der University of Michigan, Ann Arbor, entwickelt. Im Gegensatz zum eher statischen soziologischen Ansatz sollte das neue Erklärungsmodell nicht nur dynamischer sein, sondern sich darüber hinaus auch zu Prognosezwecken eignen.
I. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage zum geschlechtsspezifischen Wahlverhalten und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand des Michigan-Modells.
II. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel stellt das Michigan-Modell mit seinen Kernfaktoren Parteibindung, Kandidaten- und Issueorientierung als theoretische Basis vor und diskutiert dessen Anwendung in der deutschen Wahlforschung.
III. Empirischer Teil: Der empirische Teil umfasst die deskriptive Aufbereitung historischer Entwicklungen sowie detaillierte Analysen zur Wahlbeteiligung, Parteibindung, Kandidatenbewertung und Lösungskompetenz bei Bundestagswahlen von 1990 bis 2002.
IV. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse der Arbeit, bestätigt die Unterschiede in der Gewichtung der Einflussfaktoren zwischen den Geschlechtern und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz des Themas.
Wahlverhalten, Parteibindung, Michigan-Modell, Kandidatenorientierung, Issueorientierung, Bundestagswahlen, Wahlbeteiligung, Ostdeutschland, Westdeutschland, Problemlösungskompetenz, geschlechtsspezifische Analysen, Politbarometer, Regressionsanalyse, Wahlentscheidung, Parteineigung.
Die Arbeit untersucht das Wahlverhalten von Männern und Frauen im Zeitverlauf, um zu klären, ob sich die Einflussfaktoren auf ihre Wahlentscheidung unterscheiden.
Die zentralen Felder sind die Parteibindung, die Bewertung von Spitzenkandidaten sowie die Zuweisung von Problemlösungskompetenz zu Parteien hinsichtlich aktueller Sachthemen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Ist das Wahlverhalten von Frauen und Männern wirklich identisch, oder gewichten sie die Einflussfaktoren auf ihre Wahlentscheidung unterschiedlich?
Es werden quantitative empirische Datenanalysen durchgeführt, basierend auf aggregierten Umfragedaten des Politbarometers sowie Regressions- und Korrelationsanalysen.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung des Wahlverhaltens seit 1953, gefolgt von einer detaillierten empirischen Untersuchung der Bundestagswahlen von 1990 bis 2002, getrennt nach Ost- und Westdeutschland.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wahlverhalten, Parteibindung, Michigan-Modell, Issueorientierung und geschlechtsspezifische Analysen.
Diese Trennung ist notwendig, da sich die Parteienlandschaft in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung deutlich von der im Westen unterschied und historisch gewachsene Präferenzen variieren.
Die Parteibindung dient als langfristig stabile Determinante, die Wahrnehmungsfilter für politische Ereignisse bildet und somit die Kandidaten- und Issueorientierung maßgeblich strukturiert.
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