Diplomarbeit, 2005
96 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1 Einleitung
2 Aufbau der Untersuchung, Quellen und Material
3 François Mitterrand und die Deutschen bis 1989
3.1 Das Deutschlandbild bis 1945
3.2 Nachkriegszeit und Opposition
3.3 Der Präsident und die Rückkehr der Deutschen Frage in den achtziger Jahren
4 Der Weg zur deutschen Einheit: Eine Chronologie der Ereignisse
5 Die Positionen der übrigen Siegermächte
5.1 Fürsprecher der Einheit: Die USA
5.2 Große Vorbehalte in London
5.3 Moskau als Schlüssel zur Einheit
6 François Mitterrand im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands
6.1 Sommer - Dezember 1989: „Die Wiedervereinigung ist noch nicht aktuell.“
6.1.1 Erste Strategieansätze und Bedingungen
6.1.2 Reaktionen auf den Fall der Mauer
6.1.3 Das „10-Punkte-Programm“
6.2 Dezember 1989 – März 1990: „Das europäische Gleichgewicht hat Vorrang.“
6.2.1 Auf der Suche nach Verbündeten
6.2.1.1 Mitterrand in Kiew
6.2.1.2 Neuauflage der ‚entente cordiale’?
6.2.2 Der Straßburger EG-Gipfel
6.2.3 Staatsbesuch in der DDR
6.2.4 Der Bundeskanzler in Latche
6.2.5 Der Disput um die Anerkennung der ‚Oder-Neiße-Grenze’
6.3 18. März 1990 – 03. Oktober 1990: „Die Wiedervereinigung kommt schnell und Frankreich möchte mitgestalten.“
6.3.1 Frankreichs Rolle im „2+4“-Prozess
6.3.2 Eine deutsch-französische Initiative für Europa
6.3.3 Der Abzug französischer Truppen aus Deutschland
6.3.4 Ein Appell an das französische Selbstvertrauen
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Haltung und die politischen Strategien des französischen Staatspräsidenten François Mitterrand während des Prozesses der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989 und 1990. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Mitterrand auf den Zusammenbruch der alten Ordnung reagierte, inwiefern persönliche Erfahrungen sein Deutschlandbild prägten und ob Frankreich eine prägende Rolle in diesem historischen Vereinigungsprozess einnahm.
6.1.3 Das „10-Punkte-Programm“
„Mais il ne m’a rien dit! Rien dit! Je ne l’oublierai jamais! Gorbatchev sera furieux; il ne laissera pas faire, c’est impossible! Je n’ai pas besoin de m’y opposer, les Soviétiques le feront pour moi. Pensez, jamais ils n’accepteront cette grande Allemagne face à eux!“
Dies soll die Reaktion des französischen Staatspräsidenten auf das Vorgehen des Bundeskanzlers gewesen sein, der am 28. November 1989 im Bundestag sein „10-Punkte-Programm“ vorgestellt hatte, ohne dass der Elysée davon in Kenntnis gesetzt worden war. „Kohl wollte in der Tat nicht“, so sein enger Berater Hartmann, „dass die Alliierten und andere etwas von dem „10-Punkte-Plan“ vor seiner Verkündung wussten. Sonst wären alle möglichen Einwände gekommen.“
Inhaltlich wich das Programm kaum von der französischen Position ab, dennoch kritisierte Mitterrand sofort im Kreise seiner politischen Vertrauten, dass er besonders auffällige Punkte vermisse: Ihm fehlten Ausführungen zu den internationalen, vornehmlich sicherheitspolitischen, Aspekten einer deutschen Wiedervereinigung sowie vor allem zur Frage der deutsch-polnischen Grenze. Öffentlich äußerte Mitterrand sich erst einen Tag später auf einer Pressekonferenz in Athen zum „10-Punkte-Programm“: Wenn die BRD und die DDR sich demokratisch dafür entscheiden würden, zur Regelung von Sachfragen eine Konföderation zu schaffen, dann sehe er darin nichts Unpassendes. Mitterrands Berater Attali beteuerte des weiteren in einem Telefonat mit Teltschik: „Im Elysée können sie damit leben. Er selbst hätte sich nur gewünscht, dass das Ziel der europäischen Integration stärker herausgestellt worden wäre.“
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Zäsur des Mauerfalls und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle François Mitterrands im Prozess der Wiedervereinigung.
2 Aufbau der Untersuchung, Quellen und Material: Dieses Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise und die quellenkritische Einordnung der herangezogenen Dokumente und Biographien.
3 François Mitterrand und die Deutschen bis 1989: Hier werden Mitterrands Biographie, sein Deutschlandbild und seine Rolle als Oppositionspolitiker sowie seine Haltung als Präsident in den achtziger Jahren analysiert.
4 Der Weg zur deutschen Einheit: Eine Chronologie der Ereignisse: Das Kapitel bietet einen Überblick über den zeitlichen Verlauf der Umbrüche in der DDR und den Weg zur staatlichen Einheit zwischen 1989 und 1990.
5 Die Positionen der übrigen Siegermächte: Dieses Kapitel beschreibt die Haltungen und Strategien der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion im Kontext der deutschen Wiedervereinigung.
6 François Mitterrand im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands: Der Hauptteil analysiert detailliert Mitterrands Strategien in drei zeitlichen Phasen vom Mauerfall bis zur Vollendung der Einheit.
7 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Mitterrands Politik als Prozess der ‚reaktiven Anpassung’.
François Mitterrand, deutsche Wiedervereinigung, 10-Punkte-Programm, deutsch-französische Beziehungen, Mauerfall, Europa, Europäische Gemeinschaft, Siegermächte, 2+4-Prozess, Oder-Neiße-Grenze, Helmut Kohl, Michail Gorbatschow, Außenpolitik, DDR, BRD.
Die Arbeit analysiert die Haltung und die politische Strategie des französischen Staatspräsidenten François Mitterrand im Zuge der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989/90.
Zentrale Themen sind das historische Deutschlandbild Mitterrands, der Einfluss der französischen Außenpolitik auf den Vereinigungsprozess, das Verhältnis zwischen Paris und Bonn sowie die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen der Zeit.
Ziel ist es, die Reaktionen und Strategien Mitterrands im Kontext der deutschen Frage zu beurteilen und zu klären, welche Rolle Frankreich im Einigungsprozess tatsächlich spielte.
Die Untersuchung basiert auf einer politikwissenschaftlich-historischen Analyse, die Reden, Interviews, offizielle Gesprächsaufzeichnungen und zeitgenössische Biographien auswertet.
Der Hauptteil gliedert Mitterrands Handeln in drei chronologische Sequenzen: die Phase vor dem Mauerfall, die Zeit nach dem Mauerfall bis zum März 1990 sowie die abschließende Phase bis zur deutschen Einheit.
Die Schlagworte spiegeln die Akteure, das politische Umfeld und die zentralen diplomatischen Instrumente wie das „2+4“-Konzept und das „10-Punkte-Programm“ wider.
Die Arbeit stellt dar, dass Mitterrand zunächst von den Ereignissen überrumpelt wurde und versucht hat, den Prozess durch eine verstärkte europäische Integration zu kontrollieren und zu stabilisieren, statt ihn aktiv zu verhindern.
Der Disput um die polnische Westgrenze wird als ein zentraler Konfliktpunkt zwischen Paris und Bonn dargestellt, der die deutsch-französischen Beziehungen vorübergehend stark belastete und Mitterrand als Anwalt polnischer Interessen positionierte.
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