Examensarbeit, 2002
115 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Geschichte des Mathematikunterrichts
2.1 Historischer Rückblick
2.1.1 „Traditionelle Rechendidaktik“
2.1.2 „Neue Mathematik“
2.1.3 Weiterentwicklung in der Mathematikdidaktik
2.2 Jüngere Entwicklungen
2.2.1 „Veränderte Kindheit“
2.2.2 Der neue bayerische Lehrplan für die Grundschule
3. Theoretischer Hintergrund
3.1 Psychologische Grundlagen des Mathematikunterrichts nach Jean Piaget
3.1.1 Stufen der Denkentwicklung
3.1.2 Bedeutung des Stufenmodells für den Geometrieunterricht
3.1.3 Kritik an Piagets Stufenmodell
3.2 Das van-Hiele-Model
3.3 Bedeutung der Geometrie in der Grundschule
3.4 Prinzipien und Ziele zur Gestaltung des Geometrieunterrichts
3.5 Räumliches Vorstellungsvermögen
3.6 Spiele im Geometrieunterricht
3.6.1 Spielen und Lernen
3.6.2 Legespiele
4. Das Legespiel MONODOMUS
4.1 Zum Einsatz des Legespiels MONODOMUS in der Grundschule
4.2 Beschreibung der Legeteile
4.3 Regeln und Schwierigkeiten beim Arbeiten mit MONODOMUS
4.4 Anleitung zur Herstellung von MONODOMUS
4.5 Hinweise und Lösungen zu den Aufgaben im Schülerarbeitsheft (S. 14-34)
4.6 Hinweise und Lösungen zu den Kopiervorlagen (K1-K8)
5. Empirische Untersuchung
5.1 Bedingungsanalyse
5.2 Anlage und Ziele der empirischen Untersuchung
5.3 Hypothesen und Erwartungshaltungen
5.4 Durchführung der Untersuchung
5.5 Auswertung der Schülerarbeiten
5.5.1 Bearbeitung der Arbeitsblätter durch Jungen
5.5.2 Allgemeine Beobachtungen
5.6 Evaluation
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz des Legespiels „MONODOMUS“ im Mathematikunterricht der zweiten Jahrgangsstufe, wobei ein besonderes Augenmerk auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei Jungen in Bezug auf Interesse, Leistung und Arbeitsweise gelegt wird.
3.1.2 Bedeutung des Stufenmodells für den Geometrieunterricht
Im Vorschulalter verfestigen sich topologische Beziehungen. Bei einem Versuch sollten ca. Vierjährige abgebildete Formen abzeichnen. Die topologischen Eigenschaften konnten die Kinder wiedergeben (geschlossen, nicht geschlossen, innen, außen...) Euklidische Eigenschaften (Winkelgröße, Kurvenform, Parallelität...) fehlten noch.
Die jeweiligen Alterszuweisungen sind im Folgenden nur als grobe Orientierungshilfen zu sehen. Erst im Alter von 6-7 Jahre kristallisieren sich euklidische Eigenschaften heraus. Alle Figuren werden im wesentlichen richtig wiedergegeben. Kleinere Mängel in der Differenzierung (z.B. bei Kreis und Ellipse) verschwinden etwa ab dem 8. Lebensjahr. Im Grundschulalter in der 1. und 2. Klasse können Kinder neben der Unterscheidung von Körperformen nach Eigenschaften auch die Grundlagen der Längen- und Flächenmessung erkennen. Die Differenzierungsfähigkeit, Gegenstände unter verschiedenen Gesichtswinkeln zu sehen, entwickelt sich in diesem Alter. Ein Kreis in Perspektive wird als Ellipse erkannt.
In der 3. und 4. Klasse ist das projektive und euklidische Raumverständnis weitgehend entwickelt. Maßstäbliche Vergrößerungen bzw. Verkleinerungen können durchgeführt werden, Lagen und Distanzen werden richtig wiedergegeben. Die Kinder sind in der Lage, Netze für Zylinder und Kegel zu zeichnen, richtige Quantifizierungen können durchgeführt werden. Die optischen Verkürzungen eines Stabes beispielsweise, der sich aus der Senkrechten in die Waagrechte neigt, können richtig eingezeichnet werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Rolle der Geometrie im Grundschulmathematikunterricht und begründet die Relevanz einer handlungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Fach anhand neuerer Lehrplanvorgaben.
2. Geschichte des Mathematikunterrichts: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick von der Antike über die „Traditionelle Rechendidaktik“ und „Neue Mathematik“ bis hin zu jüngeren Entwicklungen wie der veränderten Kindheit und aktuellen Lehrplanreformen.
3. Theoretischer Hintergrund: Hier werden lernpsychologische Grundlagen nach Jean Piaget und das van-Hiele-Modell diskutiert, um die Bedeutung der Geometrie sowie Anforderungen an einen handlungsorientierten Unterricht zu definieren.
4. Das Legespiel MONODOMUS: Dieses Kapitel beschreibt das spezifische Material, die Schwierigkeitsstufen sowie didaktische Hinweise zur Einführung und Herstellung des Legespiels im Unterricht.
5. Empirische Untersuchung: Die Untersuchung stellt das Forschungsdesign, die Durchführung in drei Grundschulklassen sowie die anschließende Auswertung und Evaluation der Schülerarbeiten mit Fokus auf geschlechtsspezifische Aspekte dar.
6. Schluss: Der Schluss reflektiert die Ergebnisse der Zulassungsarbeit und bestätigt den pädagogischen Mehrwert eines handlungsorientierten, geometrischen Anfangsunterrichts.
Geometrieunterricht, Grundschule, Legespiel, MONODOMUS, Raumvorstellung, Handlungsorientierung, Geschlechterunterschiede, Entwicklungspsychologie, Piaget, van-Hiele-Modell, Didaktik, Mathematischer Anfangsunterricht, Schülerarbeitsheft, Stationentraining, Symmetrie.
Die Zulassungsarbeit befasst sich mit der didaktischen Relevanz von Geometrie im Mathematikunterricht der zweiten Jahrgangsstufe durch den Einsatz des Legespiels MONODOMUS.
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung des Geometrieunterrichts, die lernpsychologischen Voraussetzungen nach Piaget, die Bedeutung der Raumvorstellung und die empirische Erprobung eines Legespiels.
Das Ziel ist die Untersuchung des Einsatzes von MONODOMUS in der Grundschule, insbesondere unter der Fragestellung, ob sich Unterschiede in Interesse und Leistung zwischen Jungen und Mädchen bei der Arbeit mit dem Material zeigen.
Die Autorin führt eine empirische Untersuchung in drei Grundschulklassen durch, basierend auf Beobachtungen, der Auswertung von Arbeitsblättern und einer vergleichenden Analyse der Lernprozesse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der geometrischen Bildung, eine detaillierte Einführung und Anleitung zum Legespiel MONODOMUS sowie die Auswertung der empirischen Daten.
Wesentliche Begriffe sind Geometrieunterricht, Handlungsorientierung, MONODOMUS, Raumvorstellung und geschlechtsspezifisches Lernverhalten.
Die einfache Variante besteht aus sieben Teilen für den Einstieg, während die schwierigere 15-teilige Version komplexere Anforderungen an das Kombinations- und Abstraktionsvermögen der Kinder stellt.
Die Autorin betrachtet die Sauberkeit der Schülerarbeiten als ein Kriterium, an dem sich geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen – insbesondere in der Sorgfalt beim Einzeichnen von Trennlinien und dem Ausmalen von Formen.
Durch einen zweitägigen Stationenlauf und Einführungsstunden, in denen die Kinder spielerisch mit den Formen und den Regeln des Legespiels vertraut gemacht wurden, bevor die eigentliche Dokumentation der Schülerarbeiten erfolgte.
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