Diplomarbeit, 2005
75 Seiten, Note: 1,7
I. EINLEITUNG
II. DIE BEFREIUNG AUS DEM SKLAVENHAUS
1. QUELLEN UND TRADITIONEN
2. DAS BUCH EXODUS
2.1 Die Vorfahren Israels in Ägypten
2.2 Die Datierung des Exodus
2.3 Die Unterdrückung in Ägypten
2.4 Die Gestalt des Mose
2.4.1 Der Name „Mose“
2.4.2 Die Flucht des Mose
2.4.3 Die Offenbarung des JHWH-Namen
2.5 Die Plagen und der Auszug
2.6 Die Rettung am Meer
2.7 Die Wüstenwanderung und der Sinaiaufenthalt
2.7.1 Die Rechtssätze am Sinai
2.7.2 Der Bundesbruch und die Erneuerung des Bundes
3. DER GOTT DES EXODUS
4. DAS POLITISCHE MOMENT DES EXODUS
4.1 Der Schrei nach Freiheit
4.2 Die Exodusgesetze
5. DER EXODUS – BIBLISCHES PARADIGMA
5.1 Die Hoffnung auf einen neuen Exodus
5.2. Das Exodusmotiv im Neuen Testament
5.2.1 Das Volk in der Wüste
5.2.2 Der eschatologische Zug durch den Himmelsozean
6. ZUSAMMENFASSUNG
III. Die Wirkungsgeschichte der Exoduserfahrung
1. WENN DEIN SOHN DICH MORGEN FRAGEN WIRD: JÜDISCHE EXODUSTRADITION
1.1 Das Passahfest
1.2 Jüdische Erziehung
1.3 Leben unter der Weisung Gottes
1.4 Zusammenfassung
2. EXODUSERFAHRUNGEN DER NEUZEIT
3. DER EXODUS ALS HOFFNUNGSBILD DER SKLAVEN IN DEN USA
3.1 Für sechzehn Flaschen Rum – Der Handel mit Menschen
3.2 Das Lied der Freiheit – Die Spirituals der schwarzen Sklaven
3.3 Underground Railroad – Hoffnungsgestalten der Sklaven
3.4 Free at last? – Das Ende der Sklaverei in den USA
IV. „ICH HABE DAS GELOBTE LAND GESEHEN“: DIE SCHWARZAMERIKANISCHE BÜRGERRECHTSBEWEGUNG
1. DIE SITUATION DER AFROAMERIKANER IM 20. JAHRHUNDERT
2. AFROAMERIKANISCHE THEOLOGIE
2.1 Der Drang nach Freiheit – Wurzeln afroamerikanischer Theologie
2.2 Christus ist schwarz – Gegenstand afroamerikanischer Theologie
2.3 Amen Preacher – Afroamerikanischer Gottesdienst
3. BLACK EXODUS
3.1 Ein Tropfen zuviel – Der Busboykott von Montgomery
3.1.1 Aufruf zum Boykott
3.1.2 Das Ende des Boykotts
3.1.3 Der Widerstand einer Frau
3.2 Gewaltfreier Widerstand
3.2.1 Christentum in Aktion
3.2.2 Sit-ins und freedom-rides
3.3 Die Birminghamkrise und der Marsch auf Washington
3.3.1 Warenhausboykott und Karfreitagsmarsch
3.3.2 Der Kinderkreuzzug
3.3.3 Der Sternmarsch auf Washington
3.4 Krieg und Frieden – arm und Reich
4. BLACK MOSES
4.1 ZUM FREIHEITSKÄMPFER BERUFEN
4.2 DER UMSTRITTENE ANFÜHRER
4.3 EIN VISIONÄR DER FREIHEIT
V. DIE KONKRETION DES EXODUS UND SEINER WIRKUNG
1. LERNMÖGLICHKEITEN: CHRISTEN IN DER GESELLSCHAFT
2. BLACK EXODUS IN DER HAUPTSCHULE
3. GOTT BEFREIT: EIN LERNZIRKEL
VI. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG
VIII. MATERIALTEIL
1. LERNZIELE
2. AUFBAU DER STATIONEN
2.1 STATION 1: FREIHEIT
2.2 STATION 2: GEWALT, UNTERDRÜCKUNG, DISKRIMINIERUNG
2.3 STATION 3: GOTT BEFREIT
2.4 STATION 4: GOTTES GESETZE
2.5 STATION 5: SKLAVEN IN DEN USA
2.6 STATION 6: SCHWARZAMERIKANER IM 20. JAHRHUNDERT
2.7 STATION 7: GEWALTFREIER WIDERSTAND
2.8 STATION 8: DAS GELOBTE LAND
3. METHODEN
Die Arbeit untersucht den biblischen Exodus als ein zentrales Paradigma der Befreiung und analysiert, wie dieses Motiv historisch und aktuell als Hoffnungsbild in Unterdrückungssituationen wirkt, insbesondere innerhalb der schwarzamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
3.1 FÜR SECHZEHN FLASCHEN RUM – DER HANDEL MIT MENSCHEN
Während die Afrikaner zu Beginn der Kolonialzeit von den großen Schiffen, Waffen, Geschenken und dem Alkohol der Weißen beeindruckt waren und ihnen oftmals freiwillig folgten und ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten, entwickelte sich mit der Zeit ein brutales Geschäft mit den schwarzen Sklaven. Profitgierige Sklavenhändler überfielen die afrikanischen Dörfer und verschleppten die Bewohner an die Küsten und auf die Sklavenschiffe, wo die Afrikaner, eingepfercht wie in einer Legebatterie, in die Neue Welt gebracht wurden. Der günstige Preis, mit dem die Sklaven in Afrika von den Sklavenhändlern ver- und gekauft wurden, konnte beim Weiterverkauf auf dem Neuen Kontinent beträchtlich gesteigert werden. In der Anfangszeit genügten oftmals ein Gewehr, ein Pulverfässchen oder sechzehn Flaschen Rum, um einen afrikanischen Sklaven zu kaufen.
Wie Vieh wurden die Sklaven auf den Märkten der Neuen Welt feilgeboten, begutachtet, verkauft und gebrandmarkt.
In den Südstaaten der USA forderten Plantagen, die Zucker, Tabak und Baumwolle anbauten, einen enormen Bedarf an Arbeitskräften. Fast ausschließlich afrikanische Sklaven, von einigen weißen Leibeigenen abgesehen, wurden für die aufreibende, harte Knochenarbeit herangezogen. Auf Lebenszeit waren sie dem Joch ihrer Arbeit, der Profitgier ihrer Herren ausgesetzt und fanden sich selbst als entrechtetes „Eigentum“ der weißen Großgrundbesitzer auf den Plantagen der Neuen Welt wieder. Weder das Handeln, noch eigener Besitz war ihnen gestattet.
Um kritische Stimmen, die angesichts der unmenschlichen Behandlung der Sklaven immer wieder aufkamen entgegenzuwirken, wurde in der Öffentlichkeit ein Bild etabliert, das den „Afrikaner als ein fügsames und in seinen körperlichen wie psychischen Eigenschaften der Sklaverei wohl angepasstes Arbeitstier“ erscheinen ließ.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung etabliert den Exodus als zentrales biblisches Paradigma der Befreiung und solidarischen Gotteserfahrung, das über die Jahrhunderte hinweg Menschen in Unterdrückung Hoffnung schenkt.
II. DIE BEFREIUNG AUS DEM SKLAVENHAUS: Dieses Kapitel analysiert die biblischen Quellen und Traditionen des Exodus, die Gestalt Moses und die Bedeutung JHWHs als befreiender Gott, der sich gegen Unterdrückung stellt.
III. Die Wirkungsgeschichte der Exoduserfahrung: Es wird aufgezeigt, wie die Exoduserfahrung vom Judentum bewahrt und von neuzeitlichen Bewegungen sowie von Sklaven in den USA als Hoffnungsbild für die eigene Befreiung adaptiert wurde.
IV. „ICH HABE DAS GELOBTE LAND GESEHEN“: DIE SCHWARZAMERIKANISCHE BÜRGERRECHTSBEWEGUNG: Das Kapitel befasst sich mit dem "Black Exodus", der afroamerikanischen Theologie und dem gewaltfreien Widerstand unter Martin Luther King als Antwort auf Segregation und Rassismus.
V. DIE KONKRETION DES EXODUS UND SEINER WIRKUNG: Dieser Teil widmet sich der religionspädagogischen Umsetzung des Themas in der Schule, insbesondere durch Methoden wie den Lernzirkel.
VI. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG: Die Betrachtung fasst zusammen, dass der Exodus ein fortdauerndes politisches Paradigma bleibt, das dazu auffordert, gegen heutige Unrechtsstrukturen aufzustehen.
Exodus, Befreiung, JHWH, Sklaverei, Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther King Jr., Rassentrennung, Gewaltfreiheit, Spirituals, Afroamerikanische Theologie, Gerechtigkeit, Passahfest, Unterdrückung, Solidarität, Hoffnung
Die Arbeit analysiert den biblischen Exodus nicht nur als historisches Ereignis, sondern als ein mächtiges Paradigma der Befreiung, das die Geschichte von Menschen in Unterdrückung bis in die Gegenwart prägt.
Die zentralen Themen sind der biblische Exodus als Glaubenserfahrung, seine Aufnahme in jüdischen und christlichen Traditionen sowie seine spezifische Bedeutung als Hoffnungsbild und moralischer Kompass für die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das "befreiende Handeln Gottes" aus dem Exodus in der Geschichte immer wieder aktualisiert wird und wie dieses Motiv als motivierende Kraft gegen Diskriminierung und für Menschenwürde dient.
Die Arbeit nutzt eine theologische und wirkungsgeschichtliche Analyse, indem sie biblische Texte mit historischen Zeugnissen, Spirituals und den Reden von Martin Luther King verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der biblischen Exodus-Tradition, ihre Wirkungsgeschichte im Judentum und in der Neuzeit, sowie die detaillierte Analyse der schwarzamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Exodus, Befreiung, Gerechtigkeit, gewaltfreier Widerstand, Segregation und der Hoffnung auf das "Gelobte Land".
Die Sklaven sahen in Mose den Befreier, erkannten sich selbst im unterdrückten Volk Israel wieder und interpretierten den Pharao als ihre weißen Unterdrücker, wodurch der Exodus zur realen Hoffnung auf Befreiung im Diesseits wurde.
King wird als charismatische Führungsgestalt ("Black Moses") porträtiert, der den biblischen Exodus nutzte, um die gewaltfreie Bürgerrechtsbewegung theologisch zu fundieren und die Vision einer gerechten Gesellschaft zu beflügeln.
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