Magisterarbeit, 2001
83 Seiten, Note: Sehr gut (1,0)
1. Einleitung
2. Oral History und biographische Methode: Ursprung, Entwicklung und Bestandsaufnahme
3. Die Anwendung der Oral History im volkskundlichen Feld: Beispielhaft dargestellt und kritisch betrachtet anhand eines Projektes zur Arbeit in der Dürener Papierindustrie
3.1. Hintergrund
3.2. Durchführung
3.3. Auswertung
3.4. Museale Verwendung
4. Zusammenfassende Schlußbemerkung
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Oral History für die Volkskunde, indem sie die theoretischen Grundlagen mit der praktischen Umsetzung einer empirischen Erhebung zur Arbeitswelt in der Dürener Papierindustrie verknüpft. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie mündliche Erinnerungszeugnisse als subjektive Interpretationen historischer Realität erfasst, ausgewertet und museal nutzbar gemacht werden können, ohne dabei den Anspruch an eine kritische Quellenreflexion zu vernachlässigen.
3. Die Anwendung der Oral History im volkskundlichen Feld: Beispielhaft dargestellt und kritisch betrachtet anhand eines Projektes zur Arbeit in der Dürener Papierindustrie
Im vorhergehenden Kapitel dieser Arbeit wurden Kontext und Verortung der Oral History in der volkskundlichen Forschung dargelegt. Vor dem Hintergrund dieses theoretischen Bezugsrahmens soll folgend die Oral History in ihrer praktischen Verwendung im volkskundlichen Feld betrachtet werden. Dies geschieht exemplarisch anhand eines am Papiermuseum Düren im Jahr 1996 durchgeführten Projektes zur Arbeit in der Dürener Papierindustrie, das eine wichtige Ergänzung der aktuellen sozialgeschichtlichen Ausstellungseinheit im Papiermuseum Düren bildet. Das Projekt wird nachfolgend detailliert in seiner Entstehung und Durchführung nachvollzogen, einer kritischen Betrachtung unterworfen und dient als Argumentationsgrundlage für die Bewertung der volkskundlichen Bedeutung der Oral History im abschließenden Kapitel dieser Arbeit.
3.1. Hintergrund
Der Düren - Jülich - Euskirchener Raum ist wirtschaftlich und kulturell stark von der Papierherstellung geprägt. Die erste Papiermühle der Region geht bereits 1579 in Krauthausen bei Jülich in Betrieb. Eine florierende Textilindustrie versorgt die Papierindustrie mit Rohstoffen und den für den Produktionsprozeß wichtigen Filzen. Bis 1700 entstehen weitere sieben Papiermühlen, und das Jahr 1837 markiert mit der Inbetriebnahme der ersten Papiermaschine in Inden bei Düren den Wendepunkt zur industriellen Papierherstellung, der mit einer mengenmäßig stark ansteigenden Produktion verbunden ist.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zunehmende gesellschaftliche Relevanz von Zeitzeugen ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die Möglichkeiten und Probleme der Oral History kritisch anhand eines konkreten Forschungsprojekts zu beleuchten.
2. Oral History und biographische Methode: Ursprung, Entwicklung und Bestandsaufnahme: Dieses Kapitel skizziert den fachgeschichtlichen Hintergrund und den Paradigmenwechsel in der Volkskunde, die sich zunehmend der Alltagskultur und subjektiven Erfahrungsgeschichten zuwandte.
3. Die Anwendung der Oral History im volkskundlichen Feld: Beispielhaft dargestellt und kritisch betrachtet anhand eines Projektes zur Arbeit in der Dürener Papierindustrie: Anhand eines Praxisbeispiels aus der Dürener Papierindustrie werden die Durchführung von Interviews, deren Auswertung und die museale Integration reflektiert.
4. Zusammenfassende Schlußbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der zwei Hauptströmungen der volkskundlichen Oral-History-Forschung und betont die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit zur Interpretation komplexer biographischer Dokumente.
Oral History, Volkskunde, biographische Methode, Zeitzeugen, Alltagskultur, Dürener Papierindustrie, Papiermuseum Düren, qualitative Sozialforschung, Zeitgeschichte, Erinnerung, Vergessen, museale Präsentation, Interviewführung, biographisches Interview, Subjektivität
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Oral History für die Volkskunde und analysiert kritisch das theoretische Potential sowie die praktische Umsetzung mündlicher Erhebungsmethoden.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der biographischen Methode, die Reflexion forschungsethischer Probleme bei Interviews, der Umgang mit Erinnerungszeugnissen und die museale Aufarbeitung von Industriegeschichte.
Ziel ist eine kritische Bestandsaufnahme der Möglichkeiten und Probleme einer exemplarischen Oral-History-Untersuchung, illustriert an einem Projekt zur Arbeitergeschichte in Düren.
Die Autorin verwendet eine qualitative, leitfadenorientierte Interviewmethode, die durch eine kritische methodologische Reflexion und den Vergleich mit bestehenden Forschungsansätzen ergänzt wird.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Projektplanung, Durchführung der Interviews, der methodischen Auswertung sowie der musealen Aufbereitung der Ergebnisse im Papiermuseum Düren.
Zu den prägenden Begriffen gehören Oral History, Volkskunde, biographische Methode, Zeitzeugen, Arbeit im Alltag und museale Vermittlung.
Der Ort beeinflusst die Atmosphäre und das Machtgefälle; eine unüberlegte Wahl kann wie im Negativbeispiel "Rathaus" zu einer autoritären und befangenen Interviewsituation führen.
Das "Mitchen" wurde durch die Oral-History-Interviews von einem bedeutungslosen Gegenstand zu einem musealen Objekt mit einer individuellen Biographie, das nun dazu dienen kann, Arbeitsalltag erfahrbar zu machen.
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