Masterarbeit, 2005
84 Seiten, Note: ausgezeichnet (19 v. 20 Punkten
A. Einleitung
B. Pay-TV-Märkte in Europa
I. Allgemeine Einführung
1. Ebene 1: Programmrechteerwerb
a) Sachliche Marktabgrenzung
aa) Spielfilme
bb) Sportveranstaltungen
cc) Erwerb von ganzen Kanälen
b) Räumliche Marktabgrenzung
2. Ebene 2: Veranstaltung von Fernsehen (Free-TV und Pay-TV)
a) Räumliche Marktabgrenzung
b) Sachliche Marktabgrenzung
3. Ebene 3: Playout
a) Digitalisierung
b) Verschlüsselung
c) Multiplexing
d) Modulation und Uplink
4. Ebene 4: Übertragung
a) Terrestrische Übertragung
b) Satellit
c) Kabel
d) Marktabgrenzung
5. Ebene 5: Empfang mittels Endgeräten und entsprechender Software
II. Darstellung einzelner Pay-TV-Märkte in Europa
1. Frankreich
2. Großbritannien
3. Italien
4. Deutschland
III. Zusammenfassung: Pay-TV in Europa
C. Einfluss der Europäischen Kommission
I. Fusionskontrolle
1. MSG Media Service
a) Sachverhalt
b) Problematik
c) Entscheidung
d) Beurteilung
2. Bertelsmann/Kirch/Premiere und Telekom/BetaResearch
a) Sachverhalt
b) Problematik
c) Entscheidung
d) Beurteilung
3. Vivendi/Canal Plus/Seagram
a) Sachverhalt
b) Problematik
c) Entscheidung
d) Beurteilung
4. Stream/Telepiù
a) Sachverhalt
b) Problematik
c) Entscheidung
d) Beurteilung
5. Zusammenfassung
II. Kartellrecht
1. Sportrechtemarkt: Fußballübertragungsrechte
2. Pay-TV: TPS
3. Markt für interaktive Dienstleistungen: BiB/Open
4. Zusammenfassung
D. Thesen zum Wandel der Pay-TV-Märkte in Europa und dem Einfluss der Europäischen Kommission
Diese Masterarbeit untersucht den ökonomischen Wandel der europäischen Pay-TV-Märkte unter besonderer Berücksichtigung des technischen Fortschritts sowie des regulatorischen Einflusses der Europäischen Kommission durch wettbewerbsrechtliche Entscheidungen.
aa) Spielfilme
Die Produktion und Vermarktung von so genannten Premium-Filmen ist vor folgendem wirtschaftlichen Hintergrund zu verstehen: Während die finanziellen Aufwendungen der Produktion eines Filmes immens sein können, verursacht eine weitere Ausstrahlung im Kino oder im Pay-TV kaum zusätzliche Kosten. Die Grenzkosten, also die Kosten der Anfertigung eines zusätzlichen Exemplars, fallen höchstens bei der Verteilung und Übertragung der Inhalte an und sind nur gering im Vergleich zum Gesamtpreis der Produktion. Bei einer Industrie mit vernachlässigbaren Grenzkosten, die jedoch hohe Fixkosten und nicht wieder erlangbare Kosten hat, macht das Modell des perfekten Wettbewerbs, bei dem der Preis eines Produkts den Grenzkosten entspricht, nur wenig Sinn. Denn die Lizenzinhaber werden ihre Preispolitik weniger an den Kosten orientieren, sondern versuchen, die Kunden nach deren individueller Wertschätzung des Produkts und ihrer Zahlungsbereitschaft zu belasten, um so das „consumer surplus“ abzuschöpfen.
Dies bedeutet, dass die Produzenten und Lizenzinhaber versuchen müssen, ihre Lizenzen an möglichst viele Interessenten zu verkaufen, um ihre investierten Kosten zu decken bzw. um mit dem Produkt Gewinn machen zu können. Für die Erwerber der Lizenzen liegt die besondere Attraktivität dieses Marktes darin, dass sich die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher nicht an den Herstellungs- und Vertriebskosten orientiert, sondern an der individuellen Wertschätzung des Produkts. Dieses Modell kann jedoch nur funktionieren, wenn die Lizenzvergabe exklusiv erfolgt, also wenn bei der Vermarktung der Produkte keine Konkurrenz besteht, denn nur dann ist der Rechteerwerber bereit, den entsprechend hohen Betrag für die Lizenz zu entrichten. Premium-Filme können mehrfach vermarktet werden: Interessenten sind die Kinobetreiber, die DVD Verkäufer und –Verleiher sowie die Fernsehveranstalter. Eine optimale Vermarktung wird durch die Vergabe der Lizenzen an alle Interessenten erreicht, die jedoch nur möglich ist, wenn bestimmte Zeitfenster („windows“) für die Ausübung der Lizenzen vorgegeben werden. Dabei hat sich folgender Ablauf bewährt: Der Film wird zunächst im Kino gezeigt (ca. 8 Monate), dann auf DVD zum Verkauf bzw. zum Verleih freigegeben (ca. 6 Monate) und anschließend als Pay-Per-View auf den Markt gebracht (ca. 3 Monate). Darauf folgen die Erst- und Zweitvermarktung im Pay-TV, bevor der Film schließlich im Free-TV zu sehen ist.
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Pay-TV in Europa ein und definiert die zentrale Zielsetzung der Arbeit, die Marktbestimmung sowie den Einfluss der EU-Kommission zu untersuchen.
B. Pay-TV-Märkte in Europa: Dieses Kapitel erläutert die vertikale Wertschöpfungskette und analysiert detailliert die fünf Ebenen der Pay-TV-Märkte, von der Rechteakquise bis zum Endgerät.
II. Darstellung einzelner Pay-TV-Märkte in Europa: Es erfolgt eine vergleichende Analyse der nationalen Pay-TV-Märkte in Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland unter Berücksichtigung ihrer spezifischen historischen und wirtschaftlichen Kontexte.
C. Einfluss der Europäischen Kommission: Dieser Teil beleuchtet die Rolle der EU-Kommission als Aufsichtsinstanz, die durch Fusionskontrolle und kartellrechtliche Eingriffe versucht, den Wettbewerb und den Marktzutritt in einem risikoreichen Umfeld zu sichern.
D. Thesen zum Wandel der Pay-TV-Märkte in Europa und dem Einfluss der Europäischen Kommission: Das abschließende Kapitel fasst zentrale Erkenntnisse zusammen und diskutiert die zukünftige Entwicklung sowie die Spannungsfelder zwischen ökonomischer Marktmacht und regulatorischem Eingreifen.
Pay-TV, Europäische Kommission, Fusionskontrolle, Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, Programmrechte, Digitalisierung, Pay-Per-View, Marktabgrenzung, Wertschöpfungskette, Breitbandkabel, Exklusivität, Medienkonzentration, Set-Top-Box, Rundfunkregulierung.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Strukturen und Entwicklungen der Pay-TV-Märkte in Europa sowie die steuernde Rolle der Europäischen Kommission in diesem Bereich.
Die Themenfelder umfassen die ökonomische Wertschöpfungskette des Pay-TV, nationale Marktbesonderheiten ausgewählter europäischer Länder und die wettbewerbsrechtliche Regulierung durch die EU.
Das Ziel ist es, die Marktmechanismen des Pay-TV zu bestimmen, die Auswirkungen vor- und nachgelagerter Märkte aufzuzeigen und zu untersuchen, wie EU-Entscheidungen die Marktentwicklung beeinflusst haben.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse rechtlicher und ökonomischer Grundlagen sowie die Auswertung spezifischer Wettbewerbsentscheidungen der Europäischen Kommission in Bezug auf Medienzusammenschlüsse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Wertschöpfungskette des Pay-TV, eine Länderanalyse der Märkte in Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland sowie eine tiefgehende Betrachtung der Fusionskontrolle und des Kartellrechts.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Pay-TV, Wettbewerbsrecht, Fusionskontrolle, Marktkonzentration und digitale Infrastruktur gekennzeichnet.
Der deutsche Markt zeichnet sich durch ein historisch sehr breites und leistungsstarkes Angebot an frei empfangbaren Fernsehsendern aus, was den Anreiz für Konsumenten mindert, zusätzliche Entgelte für ein Pay-TV-Abonnement zu leisten.
Fußballübertragungsrechte gelten als das wichtigste Zugpferd („driver“) für Pay-TV-Anbieter; die Arbeit zeigt jedoch auf, dass die exklusive Zentralvermarktung oft zu hohen Kosten und finanziellen Belastungen für die Anbieter führt.
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