Diplomarbeit, 2005
105 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen zum Verständnis der Corporate Governance
2.1 Begriffliche Erläuterungen zur Corporate Governance und die systembedingten Charakteristika
2.1.1 Begriffliche Erläuterungen
2.1.2 Interne Kontrollorgane der Corporate Governance Systeme
2.1.2.1 Das monistische System
2.1.2.2 Das dualistische System
2.1.3 Die dominanten Corporate Governance Systeme in der Praxis
2.1.3.1 Das amerikanische Corporate Governance System
2.1.3.2 Das deutsche Corporate Governance System
2.2 Theoretische Grundlagen und Einordnung
2.2.1 Definition des Begriffes Unternehmung
2.2.2 Die Berle/Means Corporation
2.2.3 Die Prinzipal-Agenten-Theorie
2.2.3.1 Grundkonzepte der Prinzipal-Agenten-Theorie
2.2.3.2 Corporate Governance als Prinzipal-Agenten-Beziehung
2.2.3.3 Die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Kapitalstruktur
2.2.4 Die Transaktionskostentheorie
2.2.5 Die Theorie der Verfügungsrechte
2.3 Die Rolle der Wirtschaftsprüfung für die Corporate Governance
2.4 Aktienoptionen als Anreizmechanismus
3. Unternehmensskandale, Corporate Governance Mängel und Konsequenzen aus den Skandalen
3.1 Enron
3.1.1 Das Unternehmen von 1985 bis 2001
3.1.2 Die verschiedenen Unternehmensstrategien
3.1.3 Das Versagen des Corporate Governance Systems bei Enron
3.1.3.1 Das Versagen des Boards und der Committees
3.1.3.2 Die Rolle der Entlohnung
3.1.3.3 Das Versagen des externen Rechnungsprüfers
3.1.3.4 Die Rolle der Rechnungslegung und der SEC
3.1.3.5 Das Versagen der Finanzintermediäre
3.1.4 Fazit aus Enron
3.2 Parmalat und die italienische Corporate Governance
3.2.1 Das Unternehmen und der Zusammenbruch
3.2.2 Der Betrug bei Parmalat
3.2.3 Die Corporate Governance Mängel bei Parmalat
3.3 Flowtex und Comroad – die Fälle in Deutschland
3.3.1 Die Flowtex GmbH & Co. KG
3.3.2 Die Corporate Governance Mängel bei Flowtex
3.3.3 Die Comroad AG
3.3.4 Die Corporate Governance Mängel bei Comroad
3.4 Zusammenfassung der jeweiligen Mängel im System der Corporate Governance in den betrachteten Fällen
3.5 Konsequenzen aus den Skandalen – der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) und der Sarbanes-Oxley-Act (SOA)
3.5.1 Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK)
3.5.1.1 Die Gründe für die Entstehung des DCGK
3.5.1.2 Die wesentlichen Inhalte und Ziele des Kodex
3.5.1.3 Die Akzeptanz und Nützlichkeit des DCGK
3.5.2 Der Sarbanes-Oxley-Act (SOA)
4. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die spektakulären Bilanz- und Betrugsskandale sowie Firmeninsolvenzen der vergangenen Jahre auf strukturelle Mängel im System der jeweiligen Corporate Governance zurückzuführen sind. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit von Kontrollmechanismen, Anreizstrukturen und der Rolle der Wirtschaftsprüfung in verschiedenen Wirtschaftsmodellen.
3.1.3.1 Das Versagen des Boards und der Committees
Das Board of Directors (Board) einer Unternehmung sollte weitestgehend firmenunabhängige Direktoren und spezialisierte Ausschüsse (Committees) haben, die ebenso unabhängig von der Firma sein sollten, um die Überwachung der Managementleistung einer Firma gewährleisten zu können. Weiterhin sollte die Satzung des Boards mit weitreichenden Handlungsbefugnissen ausgestattet sein.
Das Board von Enron wies all diese Eigenschaften zumindest auf dem Papier auf. (vgl. Anhang I). Von den insgesamt 14 Board Mitgliedern waren 12 Personen nicht der Firma zugehörig. Diese Outside Directors hatten auch die geforderten Spezialisierungen, z.B. Buchführungs- oder Wirtschaftskenntnisse. Der interne Prüfungsausschuss (Audit Committee) von Enron wurde zudem als das modernste bezeichnet, welches über sämtliche finanziellen Angelegenheiten des Unternehmens Auskunft bekommen konnte und als Überwacher der internen Kontrollmechanismen für das Geschäftsgebaren Enrons galt. Aus diesem Grund wurde Enron auch im CEO Magazin im Jahr 2000 zu den fünf besten Unternehmen gezählt, die eine optimale Board Struktur aufwiesen.
Mit dem “Audit and Compliance”, dem “Compensation and Management Development”, “Executive”, “Finance and Nominating and Corporate Governance Committee”, wies Enron ein Board Gebilde auf, das an der Spitze der besten Corporate Governance Praxis zu stehen schien.
Die monetäre Verwicklung der Board Mitglieder mit Enron ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, weshalb eine Unabhängigkeit vom Management der Firma nicht gegeben war. Dies wird im nächsten Abschnitt noch genauer dargelegt. Eine kritische Analyse der Board Struktur belegt weiterhin, dass weder ein Vertreter eines anderen Großunternehmens der USA noch ein Vertreter einer großen amerikanischen Bank im Board vertreten war, welches relativ unüblich für ein Unternehmen der Größenordnung wie Enron war.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Corporate Governance ein, umreißt die Zielsetzung der Arbeit anhand aktueller Skandale und erläutert den weiteren Aufbau.
2. Grundlagen zum Verständnis der Corporate Governance: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Corporate Governance, vergleicht monistische und dualistische Systeme sowie deren praktische Ausprägungen und legt die theoretische Basis durch ökonomische Theorien und Anreizmechanismen dar.
3. Unternehmensskandale, Corporate Governance Mängel und Konsequenzen aus den Skandalen: In diesem Hauptteil werden anhand von Fallstudien (Enron, Parmalat, Flowtex, Comroad) Systemmängel analysiert und die daraus resultierenden regulatorischen Konsequenzen (DCGK, SOA) kritisch beleuchtet.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit resümiert und Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Gestaltung der Corporate Governance Systeme abgeleitet.
Corporate Governance, Enron, Bilanzskandal, Prinzipal-Agenten-Theorie, Wirtschaftsprüfung, Aktiengesellschaft, Aufsichtsrat, Vorstand, Stock Options, Sarbanes-Oxley-Act, Deutscher Corporate Governance Kodex, Finanzintermediäre, Risikomanagement, Transaktionskosten, Insider-System
Die Arbeit untersucht die Hintergründe spektakulärer Bilanz- und Betrugsskandale wie Enron oder Parmalat und analysiert, inwieweit Versäumnisse innerhalb der jeweiligen Corporate Governance Systeme diese Skandale begünstigt oder ermöglicht haben.
Im Zentrum stehen die Kontrollstrukturen von Aktiengesellschaften, die Rolle der Wirtschaftsprüfer, der Einfluss von Anreizsystemen wie Aktienoptionen auf das Management sowie die Effektivität von Regulierungen wie dem Sarbanes-Oxley-Act.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob bei den Bilanz- und Betrugsskandalen der letzten Jahre systematische Mängel in der Corporate Governance vorlagen, die eine effektive Unternehmensüberwachung verhinderten.
Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der detaillierten Untersuchung von Fallstudien und empirischen Berichten zu Unternehmensskandalen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Kapitel 2) und eine empirische Analyse von Fallbeispielen (Kapitel 3), in der das Versagen verschiedener Kontrollorgane bei Enron, Parmalat, Flowtex und Comroad detailliert aufgearbeitet wird.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Corporate Governance, Prinzipal-Agenten-Theorie, Bilanzfälschung, Aufsichtsrat und Prüfungsversagen charakterisieren.
Der Autor führt das Versagen der Prüfer, insbesondere am Beispiel von Arthur Andersen, auf eine zu starke finanzielle Abhängigkeit von den geprüften Unternehmen zurück, die durch lukrative Beratungsaufträge und die Vermischung von Prüfungs- und Beratungsleistungen entstand.
Enron gilt als der größte Insolvenzfall der amerikanischen Geschichte und diente als globaler Auslöser für eine intensive Debatte über mangelhafte Corporate Governance sowie als direkter Anlass für den Erlass des Sarbanes-Oxley-Acts.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

