Magisterarbeit, 1999
140 Seiten, Note: 1
Einführung
a. Gender-Studies
b. Was diese Arbeit nicht zu erreichen vermag
c. Was diese Arbeit zu leisten versucht
d. Der Aufbau
I. Die Ordnung der Geschlechter
1. Geschlecht als kulturelle Konstruktion
1.1. Biologisches Geschlecht und Geschlechtsidentität
1.2. ‘Becoming a gender’: Geschlechtsidentität als performativer Akt
1.3. ‘Kernidentität’ als kulturelles Konstrukt
1.3.1. ‘Identität’ als normatives Ideal
1.4. Revision des ‘biologischen Geschlechts’
1.5. Der kulturelle Rahmen der Identitätsbildung
1.5.1. Der patriarchalische Aspekt
1.5.2. Der zwangsheterosexuelle Aspekt
1.5.3. Die Familie
1.5.4. Kleidung als Ausdruck der Geschlechterdifferenz
2. „Die Gespenster der Diskontinuität und Inkohärenz“
2.1. Die Grenzen der Intelligibilität
2.1.1 Inkohärenz zwischen Körper und Geschlechtsidentität: Transsexualität
2.1.2. Performanz der Geschlechtsidentität: Cross-Dressing
2.1.3. Geschlechtsidentität und Begehren: Homosexualität
2.2. Die Bedeutung des Inkohärenten innerhalb des kulturellen Systems
3. Emanzipation und Dekonstruktion
3.1. Die Konzeption Foucaults
3.1.1. Das Disparate und die Geschlechterordnung
3.1.2. Die Ambivalenz von Emanzipationsbewegungen
3.2. Judith Butlers Politik der Geschlechterunordnung
4. Gender und Film
Exkurs: Franquistisches und nachfranquistisches Spanien
1. Die politische Situation
2. La Movida
3. Der Regisseur Pedro Almodóvar
II. Die Filme Pedro Almodóvars
1. Identitätsdiskurse
1.1. Personenwechsel
1.2. Identität als Imitationsstruktur
1.3. Filmische Metaebene: image und figure
2. Repräsentation kultureller Kategorien
2.1. Transsexualität: Das Spiel mit den Körpern
2.1.1. Die Figur ‘Tina’
2.1.2. Die Schauspielerinnen Carmen Maura und Bibi Andersen
2.2. Homosexualität
2.3. Cross-Dressing
3. Das Geschlechterverhältnis
3.1. Die Familie
3.2. Frauenbilder
3.2.1. Mutterschaft
3.2.2. Berufstätigkeit
3.2.3. Sexualität
3.2.4. Vergewaltigung
3.2.5. Chica almodovariana
3.3. Die Inszenierung der Frauenfiguren
3.4. Männerbilder
3.4.1. Machismo
3.4.2. Schwache Männerfiguren
3.4.3. Differenzierte Männerfiguren
3.5. Almodóvar als ‘Regisseur der Frauen’?
4. Die Ästhetik
4.1. Die dramatische Organisation
4.1.1. Plots und Subplots
4.1.2. Genrevielfalt
4.2. Almodóvar und die Allgemeinkultur
4.3. Camp
Fazit: Der Almodóvarsche Kosmos - Ende der Eindeutigkeit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Filmographie des Regisseurs Pedro Almodóvar, inwiefern eine eindeutige Geschlechterordnung dekonstruiert wird. Das Ziel ist es, ein Modell auf Basis der Gender-Studies zu entwerfen, um filmische Diskurse über Identität, Repräsentationsmechanismen und das Geschlechterverhältnis kritisch zu beleuchten.
1.2. ‘Becoming a gender’: Geschlechtsidentität als performativer Akt
Simone de Beauvoir konstatiert mit dieser polemischen Frage, daß die biologischen Gegebenheiten scheinbar nicht immer zwangsläufig in einer intelligiblen Geschlechtsidentität münden. Die Vorstellungen darüber, wann und wie das biologische Geschlecht mit der Geschlechtsidentität korrespondiert, scheinen zu divergieren.
Geschlechtsidentität ist unter dieser Prämisse eine kulturelle Dimension anstatt der bloße Ausdruck biologischer Gegebenheiten. In den Gender-Studies wird Geschlechts-identität als etwas verstanden, das geprägt ist von dem herrschenden kulturellen Diskurs, von der gesellschaftlichen Idee, was ‘männlich’ und was ‘weiblich’ ist. Es sind die „historisch gewachsene[n] und perpetuierte[n] Fiktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit“, nach denen die Körper hergerichtet und wahrgenommen werden. Der Körper ist in diesem Zusammenhang die „vorgängige Materialität“, auf der die Geschlechtsidentität als eine Art „Akt kultureller Einschreibung“ projiziert wird.
Judith Butler begreift die Konstruktion der Geschlechtsidentität als einen Prozeß, als „die wiederholte Stilisierung des Körpers, ein Ensemble von Akten, die innerhalb eines äußerst rigiden regulierenden Rahmens wiederholt werden, dann mit der Zeit erstarren und so den Schein der Substanz bzw. eines natürlichen Schicksals des Seienden hervorbringen“. In diesem Sinne ist die Geschlechtsidentität kein angeborenes Merkmal eines jeden Menschen, sondern vielmehr eine kulturelle, scheinbar statische Markierung des Individuums. Sie formiert sich aus ständig sich wiederholenden Handlungen innerhalb eines normierten Rahmens.
Einführung: Hier werden das Forschungsziel, die methodische Einbettung in die Gender-Studies und der inhaltliche Aufbau der Arbeit erläutert.
I. Die Ordnung der Geschlechter: Dieser Teil legt die theoretische Basis durch die Untersuchung von Geschlecht als kulturelle Konstruktion und analysiert Identitätsprozesse sowie soziale Ausschlussmechanismen.
II. Die Filme Pedro Almodóvars: Hier findet die praktische Anwendung der Theorie auf Almodóvars Filmographie statt, wobei Identitätsdiskurse, Geschlechterrepräsentationen und seine Ästhetik im Zentrum stehen.
Fazit: Der Almodóvarsche Kosmos - Ende der Eindeutigkeit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, in der Almodóvars Filme als moderne Antwort auf die Krise der Identitätskategorien bewertet werden.
Gender-Studies, Geschlechtsidentität, Performativität, Dekonstruktion, Almodóvar, Filmtheorie, Zwangsheterosexualität, Transsexualität, Cross-Dressing, Identitätsdiskurse, Postmoderne, Patriarchat, Camp-Ästhetik.
Die Arbeit analysiert die filmischen Werke von Pedro Almodóvar vor dem Hintergrund der Gender-Studies, um aufzuzeigen, wie konventionelle Geschlechterbilder und Identitätskonzepte dekonstruiert werden.
Zu den Schwerpunkten gehören die performative Konstruktion von Geschlecht, die Rolle des Körpers, gesellschaftliche Normen wie das Patriarchat und die Bedeutung von Film für die Identitätsbildung.
Das Ziel ist es, ein kritisches Modell zu entwickeln, mit dem Almodóvars Filme auf Aussagen zu Geschlechterordnung und Geschlechterkonstruktion untersucht werden können.
Die Arbeit nutzt Theorien der Gender-Studies, insbesondere von Judith Butler und Michel Foucault, um die filmischen Repräsentationen kritisch zu hinterfragen und als kulturelle Konstrukte zu entlarven.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Identität und Macht sowie eine detaillierte Filmanalyse, die Identitätsdiskurse, Rollenbilder und filmische Ästhetik untersucht.
Kritische Begriffe sind unter anderem Performativität, kulturelle Konstruktion, Zwangsheterosexualität, Identitätsdiskurs und Camp-Ästhetik.
Ein Exkurs beleuchtet die Zensur während der Franco-Diktatur und die anschließende kulturelle Befreiung durch die "Movida", was das Verständnis für Almodóvars radikale Abkehr von Traditionen ermöglicht.
Die Arbeit untersucht, ob diese populäre Bezeichnung gerechtfertigt ist, indem sie die Darstellung seiner weiblichen Figuren analysiert, die sich von traditionellen Opferrollen emanzipiert haben.
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