Diplomarbeit, 2004
92 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Die Geschichte der Berufsschule
1.1 Von der Fortbildungsschule zur Berufsschule
1.2 Die Berufsschule in der Weimarer Zeit
1.3 Die schulische Berufserziehung im „Dritten Reich“
1.4 Die Entwicklung der Berufsschule von 1945 bis zu der Verabschiedung des Berufsausbildungsgesetzes 1969
2. Die Berufsschule innerhalb des dualen Systems
2.1 Das Wesen des dualen Systems
2.2 Die Aufgaben der Berufsschule innerhalb des dualen Systems
3. Zur Situation und zu Entwicklungen an der Berufsschule. Die Probleme der Berufsschule im dualen System
3.1 Zur Problemlage der dualen Berufsausbildung
3.1.1 Nachfragekrise
3.1.2 Die Angebotskrise im dualen System
3.2 Die schulische Vorbildung der Auszubildenden
3.3 Die Sicherstellung des Ausbildungsumfangs und die Organisation des Berufsschulunterrichts
3.3.1 Die Einhaltung der Stundenpläne und die Kritik am Ausbildungsumfang
3.3.2 Die curriculare Kritik und die Schwachstellen der schulischen Lernsituation
3.4 Die finanzielle Förderung der Berufsschule
3.5 Die Versorgung der Berufsschulen mit jungen, gut qualifizierten Lehrkräften und die Schwächen der Lehreraus- und –weiterbildung
3.6 Die Zusammenarbeit zwischen den Berufsschulen und den Ausbildungsbetrieben
3.6.1 Zum Stand der Kooperation zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
3.6.2 Individuelle Schwierigkeiten der Lernortkooperation
3.6.3 Institutionelle Hindernisse der Lernortkooperation
4. Reformvorschläge für die Berufsschule
4.1 Die Lernortkooperation als Reformoption
4.2 Differenzierte und flexible Bildungsangebote und Organisationsformen für die Berufsschule
4.3 Curriculare und didaktische Revisionen
4.4 Institutionelle Revisionen
4.5 Revision der Lehrerausbildung und Lehrerweiterbildung
Resümee
Die vorliegende Arbeit analysiert die Berufsbildungsreformdebatte und die Rolle der Berufsschule im dualen System als einer Schulform zwischen Traditionsbindung und Modernisierung, mit dem Ziel, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Berufsschulwesens in den Kontext aktueller Krisenszenarien und notwendiger Reformstrategien zu setzen.
3.1 Zur Problemlage der dualen Berufsausbildung
Das System der dualen Berufsausbildung ist in Deutschland umstrittener denn je. Vielfach wird in der Wissenschaft davon gesprochen, dass sich das System der dualen Berufsausbildung in einer schweren Krise befindet, so dass von einem regelrechten „Krisenfetischismus“ gesprochen werden kann. Im Rahmen dieser Arbeit ist dabei von entscheidender Bedeutung, dass von dieser Krise auch die Berufsschule als Bestandteil des dualen Systems betroffen ist. In diesem Zusammenhang soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass es auch Stimmen gibt, die keine Krise des dualen Systems erkennen und der dualen Ausbildung eine ungebrochene Attraktivität und Stärke attestieren. Joachim Münch vertritt die Meinung, dass es keine Krise des dualen Systems gebe, sondern lediglich zum Teil altbekannte Mängel und Defizite, die zu beseitigen oder zu mindern eine Dauerfrage sei und bleiben werde.
Die Krise des dualen Systems lässt sich grundsätzlich durch eine Nachfragekrise und einer Angebotskrise charakterisieren. Diese beiden „Krisensymptome“ sollen nun näher beleuchtet werden.
1. Die Geschichte der Berufsschule: Das Kapitel zeichnet den Weg von den allgemeinen Fortbildungsschulen ab 1870 bis zur Verabschiedung des Berufsbildungsgesetzes 1969 nach und beleuchtet die Rolle der Berufsschule in unterschiedlichen politischen Systemen.
2. Die Berufsschule innerhalb des dualen Systems: Hier wird das Wesen des dualen Systems auf drei Ebenen analysiert und der Bildungsauftrag der Berufsschule als Partner im dualen Ausbildungssystem definiert.
3. Zur Situation und zu Entwicklungen an der Berufsschule. Die Probleme der Berufsschule im dualen System: Dieses Kapitel arbeitet die aktuellen Herausforderungen heraus, darunter die Nachfrage- und Angebotskrise, die veränderte Vorbildung der Schüler sowie strukturelle Probleme in der Lernortkooperation und Finanzierung.
4. Reformvorschläge für die Berufsschule: Der Autor präsentiert verschiedene Ansätze zur Modernisierung, wie den Ausbau der Lernortkooperation, didaktische Revisionen durch das Lernfeldkonzept, institutionelle Reformen und eine Neuausrichtung der Lehrerausbildung.
Berufsschule, duales System, Berufsausbildungsgesetz, Lernortkooperation, Lernfeldkonzept, Lehrerausbildung, Berufsbildungsreform, Nachfragekrise, Angebotskrise, Bildungspolitik, berufliche Qualifizierung, Handlungskompetenz, schulische Vorbildung, Strukturwandel, Bildungsfinanzierung.
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle Rolle der Berufsschule im dualen System der Berufsausbildung im Kontext der Berufsbildungsreformdebatte.
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des Berufsschulwesens, der Analyse der aktuellen Krisensymptome des dualen Systems sowie der kritischen Diskussion von Reformvorschlägen zur Modernisierung der Schule.
Das Ziel ist die prägnante Darstellung der Problemfelder und Reformansätze, um dem Leser die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Berufsschulwesens aufzuzeigen.
Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse bestehender Bildungsdebatten, wissenschaftlicher Studien und statistischer Daten durch.
Im Hauptteil werden zunächst die historische Genese, dann die Einbettung in das duale System, die gegenwärtigen Probleme der Berufsschule und schließlich konkrete Reformvorschläge detailliert erörtert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie duales System, Lernortkooperation, Lernfeldkonzept, Reform der Berufsausbildung und berufliche Qualifizierung kennzeichnen.
Sie gilt als Grundvoraussetzung für das Gelingen weiterführender Reformen und für die Steigerung der Leistungsfähigkeit des dualen Systems, da Schule und Betrieb als Partner enger zusammenwirken müssen.
Es soll einen Paradigmenwechsel von der Fachsystematik zur Handlungssystematik bewirken und dadurch die Qualität des Unterrichts in Richtung einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz verbessern.
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