Bachelorarbeit, 2019
43 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
2 Rahmenbedingungen der Euro-Krise
2.1 Staaten-Banken-Nexus
2.2 Der „Diabolic Loop“
2.3 „Safe Haven“
3 Der „European Safe Bond“
3.1 Grundkonzeption der ESBies
3.2 Zinsanalyse
3.3 Emission von ESBies
4 Vorteile der ESBies
5 Nachteile der ESBies
6 Aktueller Bezug der SBBS zur EU
7 Fazit
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht in der detaillierten Untersuchung des „European Safe Bond“ (auch Sovereign Bond Backed Securities, kurz SBBS) als Instrument zur Stabilisierung des europäischen Finanzsektors und zur Entlastung der Europäischen Zentralbank. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob und unter welchen Rahmenbedingungen die Einführung dieses neuen Finanzprodukts dazu beitragen kann, den Staaten-Banken-Nexus aufzulösen und die Eurozone gegen zukünftige Krisen widerstandsfähiger zu machen.
2.2 Der „Diabolic Loop“
Der Teufelskreis beziehungsweise der Diabolic Loop ist ein Produkt mangelnder Diversifikation von Bankenportfolios, unregulierter Märkte und falscher Erwartungen von wirtschaftlichen Marktakteuren. Ein ausgeprägter Staaten-Banken-Nexus ermöglicht es, im Falle einer Krise im Finanzsektor in die Realwirtschaft überzugreifen. Folgendes Schaubild zeigt in einer vereinfachten Darstellung den Zusammenhang zwischen Banken und Staaten und wie sich ein potenzieller Teufelskreis bildet (Markus K. Brunnermeier et al. 2012).
Ein steigendes Kreditausfallrisiko eines Landes ausgelöst durch schwache wirtschaftliche Bilanzen oder andere Ereignisse, die Investoren verunsichern, setzen Banken mit einem hohen Anteil an Staatsanleihen des betroffenen Landes im Portfolio zunehmend unter Druck. Zukünftig steigende Zinsen der auszuzahlenden Dividende schmälern die Bilanz der Bank zum jetzigen Zeitpunkt, was sich sowohl auf die Kreditvergabe der Bank an Privatunternehmen als auch auf das steigende Banken-Ausfallrisiko auswirkt. Wachsender Druck auf den Bankensektor manifestiert sich einerseits in einem Wirtschaftsabschwung und dadurch sinkenden Steuereinnahmen des Staates und andererseits einer zunehmenden Zinslast auf den Staat. Im Falle einer Bankenpleite gerät der betroffene Staat unter Druck, seine Banken retten zu müssen, falls jene als systemrelevant erachtet werden. Solcherart negative Bilanzen und stetig wachsende Bedenken in die staatliche Liquidität werden Investoren weiter verunsichern und das Land durch den Kanal seines eigenen Finanzsektors zunehmend destabilisieren. Derartige Ereignisse sind in der Wirtschaft unter dem Begriff der selbsterfüllenden Prophezeiung beziehungsweise „self-fulfilling prophecy“ bekannt und demonstrieren die Macht von Spekulanten auf gesamte Wirtschaftssysteme (Markus K. Brunnermeier et al. 2012). Schließlich wird es zu einer Abwertung des Staates und seiner Staatsanleihen kommen, woraufhin die EZB als Großeigentümer maroder Staatsanleihen agieren muss, um sowohl betroffene Banken als auch durch das Home Bias betroffene Staaten zu retten.
1 Einleitung: Hinführung zur Bedeutung von Staatsanleihen als Finanzierungsmittel und Erläuterung der Relevanz des „European Safe Bond“ für die aktuelle europäische Stabilitätsdebatte.
2 Rahmenbedingungen der Euro-Krise: Analyse der Ursachen der Euro-Krise, insbesondere der Probleme im Bankensektor und der Dynamik der Kapitalflucht in sichere Häfen.
3 Der „European Safe Bond“: Vorstellung des Konzepts der SBBS, ihrer Tranchierung in ESBies, Mezzanine und EJBies sowie der technischen Rahmenbedingungen ihrer Emission.
4 Vorteile der ESBies: Untersuchung des Potenzials der SBBS zur Auflösung des Staaten-Banken-Nexus und zur Stabilisierung der Bankenunion sowie der Vorteile für kleinere EU-Mitglieder.
5 Nachteile der ESBies: Erörterung der Risiken, insbesondere der politischen Skepsis in Deutschland, der Komplexität der Markteinführung und der Stabilitätsrisiken der Junior-Tranche in Krisenzeiten.
6 Aktueller Bezug der SBBS zur EU: Diskussion der Rolle der EZB und des Zusammenspiels von SBBS mit bisherigen Programmen wie dem Quantitative Easing zur Stabilisierung des europäischen Marktes.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Potenzials von SBBS als krisenfestes Instrument und Einordnung der Bedeutung politischer Stabilität für die Vollendung des europäischen Währungsraumes.
European Safe Bond, ESBies, Euro-Krise, Staaten-Banken-Nexus, Diabolic Loop, Sovereign Bond Backed Securities, Eurozone, EZB, Finanzstabilität, Home Bias, Risikoallokation, Bankenunion, Staatsanleihen, Tranchierung, Wirtschaftspolitik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Implementierung der sogenannten „European Safe Bonds“ (SBBS) als Mittel, um die wirtschaftliche Stabilität in Europa nach der Euro-Krise zu fördern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise von Risikoallokation durch Tranchierung, der Lösung des Staaten-Banken-Nexus, der Rolle der EZB und der Kritik am aktuellen europäischen Finanzmanagement.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Einführung von SBBS tatsächlich dazu beitragen kann, die Destabilisierungsrisiken in der Eurozone zu minimieren und die Liquidität für alle Mitgliedsstaaten zu verbessern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung empirischer Studien (u.a. von Brunnermeier et al. und der ESRB) sowie der Analyse von Stress-Test-Szenarien und Zinsverläufen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Problemlage der Euro-Krise, die detaillierte Beschreibung der ESBies-Grundkonzeption, die Analyse der Vor- und Nachteile sowie die praktische Verknüpfung mit der aktuellen Geldpolitik der EZB.
Die wichtigsten Begriffe sind European Safe Bond, Staaten-Banken-Nexus, Diabolic Loop, EZB, Risikoallokation und Finanzstabilität.
Der „Diabolic Loop“ verdeutlicht die fatale gegenseitige Abhängigkeit von Banken und ihren Heimatstaaten, die bei einer Krise zu einer gegenseitigen Abwärtsspirale führt, welche durch SBBS aufgebrochen werden soll.
Die Tranchierung (Aufteilung in Senior, Mezzanine und Junior) ermöglicht es, das Risiko innerhalb des Pools so zu verteilen, dass die Senior-Tranche (ESBies) ein sehr hohes Sicherheitsniveau erreicht und somit für risikoaverse Anleger attraktiv wird.
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