Diplomarbeit, 1999
87 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
2 Die Bedeutung von Sinn
2.1 Warum Sinn für die Arbeitswelt eine Bedeutung hat
2.1.1 Wertewandel und Orientierungskrise
2.1.2 Die Frage nach dem Sinn der Motivation
2.2 Welche Bedeutung das Wort Sinn hat
2.2.1 Der Sinn−Begriff für das Individuum: die Logotherapie
2.2.1.1 Das Menschenbild der Logotherapie
2.2.1.2 Das Weltbild der Logotherapie
2.2.1.3 Das Motivationskonzept der Logotherapie
2.2.1.4 Übertragung auf die Arbeitswelt
2.2.2 Der Sinn−Begriff für die Organisation: der St. Galler Ansatz
2.2.2.1 Objekt− und Problembereich des St. Galler Ansatzes
2.2.2.2 Mehrebenenbetrachtung sozialer Systeme − die Auseinandersetzung mit der Humanebene
2.2.2.3 Sinn als Charakteristikum der Humanebene
3 Die Bedeutung von Sinn für das Individuum − Logotherapie
3.1 Charakteristika der Sinn−Kategorisierung
3.1.1 Leistung
3.1.2 Selbsttranszendenz
3.1.3 Selbstdistanzierung
3.2 Mitarbeiter, Vorgesetzter, Organisation
3.2.1 Das Zustandekommen des individuellen Sinn−Konzeptes: Mitarbeiter
3.2.2 Die Konsequenzen für die Führung: Vorgesetzter
3.2.3 Die Organisation sinnvoller Arbeit: Organisation
3.3 Kritik am Konzept der Logotherapie
4 Die Bedeutung von Sinn für die Organisation − Managementlehre
4.1 Management als Sinnvermittlung
4.2 Kritik am Konzept der Sinnvermittlung
5 Vergleichende Betrachtung von Logotherapie und Managementlehre
6 Zusammenfassung, Fazit, Ausblick
7 Literaturverzeichnis
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung des Faktors "Sinn" für das Individuum und die Organisation zu untersuchen und zu vergleichen, um Lösungsansätze für das Phänomen der "inneren Kündigung" in der betrieblichen Praxis aufzuzeigen. Hierzu wird die Logotherapie Viktor Frankls der St. Galler Managementlehre gegenübergestellt und auf deren Eignung zur Sinnerfüllung und Motivation geprüft.
Die Frage nach dem Sinn der Motivation
Sievers vertritt die These, daß "Motivation [...] erst dann zu einem Problem wurde, als der Sinn der Arbeit entweder verschwunden oder verloren gegangen war. Dieser Sinnverlust der Arbeit steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Zunahme von Differenzierung und Fragmentierung" (1984, S. 1) der Arbeit.
Als Beispiel sinnvoller Tätigkeit sei hier ein Bauer genannt, der im letzten Jahrhundert seine Felder bestellt und Tiere hält, um seine Frau und die Kinder, sowie seine Eltern ernähren zu können. Arbeitsteilung war kaum ausgeprägt, im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten mußte die ganze Familie für die unmittelbare, eigene Ernährung und das Wohl der Tiere sorgen.
In einer solchen Situation war die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit wohl nicht in Frage gestellt. ‘Wir müssen doch etwas zu essen haben und die Tiere müssen versorgt werden’, könnte der Bauer auf die Frage nach dem ‘Warum’ seines Tuns geantwortet haben.
Heute ist die Situation anders: "Der einzelne handelt nicht mehr, um zu überleben, sondern er verrichtet eine pragmatisch sinnlose Tätigkeit, um vor allem über den Lohn− oder Gehaltsempfang diesen Aufwand gegen etwas Sinnvolles, z.B. in der Freizeit, einzutauschen. Vordergründig betrachtet, tritt dann das Motivationsproblem [...] auf."
1 Einleitung: Einführung in das Problem der inneren Kündigung und Zielsetzung der Arbeit, die Konzepte der Logotherapie und der St. Galler Managementlehre als mögliche Lösungsansätze zu untersuchen.
2 Die Bedeutung von Sinn: Erläuterung der Relevanz von Sinn für die Arbeitswelt und grundlegende Begriffsbestimmung durch die Logotherapie und den St. Galler Ansatz.
3 Die Bedeutung von Sinn für das Individuum − Logotherapie: Anwendung der logotherapeutischen Prinzipien von Leistung, Selbsttranszendenz und Selbstdistanzierung auf den Arbeitskontext und die Rolle von Mitarbeiter und Vorgesetztem.
4 Die Bedeutung von Sinn für die Organisation − Managementlehre: Analyse des Konzepts der Sinnvermittlung innerhalb der St. Galler Managementlehre und kritische Betrachtung ihrer Steuerungsleistung.
5 Vergleichende Betrachtung von Logotherapie und Managementlehre: Systematischer Vergleich beider Ansätze anhand eines Kriterienkatalogs, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Auffassung von Sinn, Rolle und Steuerung herauszuarbeiten.
6 Zusammenfassung, Fazit, Ausblick: Resümee der Arbeit mit der Schlussfolgerung, dass beide Modelle situative Berechtigungen haben und eine Verknüpfung beider Ansätze für die zukünftige Organisationsentwicklung sinnvoll sein kann.
Sinn, Logotherapie, St. Galler Managementlehre, Innere Kündigung, Sinnvermittlung, Werteverwirklichung, Arbeitszufriedenheit, Führung, Motivation, Organisationskultur, Individuum, Sinnfindung, Selbsttranszendenz, Selbstdistanzierung, Systemtheorie.
Die Arbeit untersucht die Relevanz von "Sinn" als Faktor für die Arbeitsmotivation und das Wohlbefinden von Individuen und Organisationen, um dem Phänomen der "inneren Kündigung" entgegenzuwirken.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Logotherapie nach Viktor Frankl als sinnzentrierte Psychotherapie und den St. Galler Ansatz als managementorientiertes Organisationsmodell.
Es soll analysiert werden, ob diese beiden Konzepte durch die gezielte Einbeziehung des Faktors "Sinn" dazu beitragen können, Arbeitsentfremdung zu überwinden und eine sinnvollere Gestaltung von Arbeit zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine interdisziplinäre vergleichende Literaturanalyse, die psychologische und organisationswissenschaftliche Konzepte gegenüberstellt und auf Basis bestimmter Kriterien bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Logotherapie (für das Individuum) und der St. Galler Managementlehre (für die Organisation) sowie deren anschließende kritische Gegenüberstellung und Bewertung.
Zentrale Begriffe sind Sinn, Logotherapie, St. Galler Managementlehre, Innere Kündigung, Sinnvermittlung, Werteverwirklichung und Organisationskultur.
In der Logotherapie fungiert der Vorgesetzte primär als Ermöglicher, der Rahmenbedingungen schafft, während im St. Galler Ansatz der Manager aktiv als "Sinnvermittler" auftritt, der Wirklichkeit definiert und steuert.
Dies wird im Werk kritisch hinterfragt. Während der St. Galler Ansatz dies durch Sinnvermittlung zu erreichen sucht, betont die Logotherapie, dass Sinn nicht gegeben, sondern nur vom Individuum gefunden werden kann.
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