Magisterarbeit, 2003
105 Seiten, Note: Sehr Gut
1. Einleitung
2. Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit
3. Das Medium „Reiseführer“
3.1. Forschungsstand
3.2. Definitionsversuche
3.3. Typologie des Reiseführers
3.4. Zur Historie
3.5. Angebot an Reiseführern und Leseranalyse
3.6. Der „ideale“ Reiseführer
3.6.1. Merkmale eines guten Reiseführer aus der Sicht der Verlage
3.6.2. Merkmale eines guten Reiseführers aus der Sicht des Lesers
3.6.3. Forderungen an einen guten Reiseführer
4. Das Spanienbild im Kleinen Polyglott von 1959 bis 2001
4.1. Einführung
4.2. Das Hauptcharakteristikum des Kleinen Polyglotts: Die Sehenswürdigkeit
4.3. Das Spanienbild im Kleinen Polyglott 1959-1994
4.3.1. Äußere Gestaltung (Cover, Rückseite, innerer Klappentext)
4.3.2. Aufbau und quantitative Analyse
4.3.3. Textanalyse
4.3.4. Analyse der Reiseführereinleitungen – Teil I
4.3.5. Analyse der Reiseführereinleitungen – Teil II
4.3.6. Analyse der Routenabschnitte
4.4. Der Umbruch 1994 und seine Gründe
4.5. Das Spanienbild im Kleinen Polyglott 1994-2001
4.5.1. Äußere Gestaltung (Cover, Rückseite, innerer Klappentext)
4.5.2. Aufbau und quantitative Analyse
4.5.3. Textanalyse
4.5.4. Analyse der Reiseführereinleitungen
4.5.5. Analyse der Routenabschnitte
4.6. Bilanz der Analyse
5. Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Spanienbild in deutschen Reiseführern am Beispiel der Reihe "Kleiner Polyglott" über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren (1959-2001). Das primäre Ziel ist es, die Veränderungen der Spaniendarstellung in diesem Medium zu analysieren und aufzuzeigen, inwieweit die Entwicklung des Tourismus und des Reiseführermarktes das Bild des Landes beeinflusst haben.
1. Einleitung
Bei der Analyse der Spanienreiseführer von Polyglott fiel in der 1994er Ausgabe die folgende gleich auf dem vorderen Klappentext angeordnete Aussage besonders auf: „Fremde Kulturen kennenlernen und gastfreundlichen Menschen begegnen – wie sehr genießen wir das auf Reisen. Zu Hause bei uns jedoch wird mancher Ausländer von einer kleinen Minderheit beschimpft, bedroht und sogar mißhandelt. Alle, die in fremden Ländern Gastrecht genossen haben, tragen hier besondere Verantwortung. Deshalb: Lassen Sie es nicht zu, daß Ausländer diffamiert und angegriffen werden. Lassen Sie uns gemeinsam für die Würde des Menschen einstehen. Verlagsleiter und Mitarbeiter des Polyglott-Verlages“1
Dieser Absatz lässt sich ausschließlich im 1994er Band finden, weder davor noch danach taucht ein ähnlich gearteter Aufruf auf. Offenbar sah sich die Polyglott-Redaktion veranlasst, unter dem Eindruck der zahlreichen ausländerfeindlichen Übergriffe vor allem im Osten Deutschlands (z. B. 1992 in Rostock-Lichtenhagen) nach der deutschen Wiedervereinigung, einen solchen Mahnruf gegen Ausländerfeindlichkeit zu formulieren. Dieser Appell richtet sich hier explizit an den Touristen. Die Redaktion ruft dazu auf, dass Menschen, die selbst im Ausland waren, Fremden aufgeschlossener und freundlicher gegenübertreten sollten. Man kann daraus die Hoffnung der Polyglott-Mitarbeiter ableiten, dass das Reisen zur besseren Verständigung der Menschen untereinander beiträgt. Ob das Reisen, vor allem die, in den meisten Fällen kurze, lediglich dem Ausspannen dienende, Urlaubsreise diesem Anspruch in der Realität gerecht werden kann, ist fraglich.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand eines spezifischen Appells im Polyglott-Reiseführer von 1994 die Rolle des Reisens als potenzielles Medium zur Völkerverständigung und führt in die wissenschaftliche Untersuchung von Reiseführern ein.
2. Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit: Dieses Kapitel definiert die Untersuchung des Spanienbildes im "Kleinen Polyglott" als Forschungsgegenstand, begründet die Wahl des Verlags und legt den methodischen Ansatz sowie die chronologische Gliederung der Studie fest.
3. Das Medium „Reiseführer“: Dieser Abschnitt bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Reiseführer als Medium, inklusive Forschungsstand, Definitionen, Typologien, historischer Entwicklung und Anforderungen an eine "ideale" Gestaltung.
4. Das Spanienbild im Kleinen Polyglott von 1959 bis 2001: Das Kernkapitel analysiert detailliert die Darstellung Spaniens in zwei Phasen, untersucht den Einfluss von Sehenswürdigkeiten, Klischees und die strukturelle sowie inhaltliche Neuausrichtung des Reiseführers ab 1994.
5. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Schwierigkeiten der Forschung an Reiseführern und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Spaniendarstellung in einem sich wandelnden Markt.
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Die Magisterarbeit untersucht, wie Spanien in den Reiseführern der Reihe "Kleiner Polyglott" des Polyglott-Verlags zwischen 1959 und 2001 dargestellt wurde und wie sich dieses Bild im Laufe der Zeit verändert hat.
Im Fokus stehen die Entwicklung des Massentourismus, der Einfluss des Reiseführermarktes auf die inhaltliche Gestaltung, die Verwendung von Klischees und Stereotypen sowie der Wandel der touristischen Wahrnehmung Spaniens in Deutschland.
Das Ziel ist die Beantwortung der Fragen, welches Spanienbild der Leserschaft vermittelt wurde und wann, wodurch sowie weshalb sich dieses Bild verändert hat.
Die Arbeit nutzt eine chronologische, inhaltsanalytische Untersuchung des Reiseführers "Kleiner Polyglott" über den gesamten Zeitraum, ergänzt durch die Auswertung des Forschungsstandes und Experteninterviews.
Der Hauptteil analysiert die äußere Gestaltung (Cover), den inhaltlichen Aufbau, die Darstellung der Politik, Wirtschaft und Kultur sowie den Umgang mit Sehenswürdigkeiten und Klischees, unterteilt in die Zeiträume 1959-1994 und 1994-2001.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spanienbild, Reiseführer, Massentourismus, Kulturkontakt, Stereotype und Klischees definiert.
1994 markiert einen "Umbruch" bzw. Relaunch des "Kleinen Polyglott", der mit einem neuen Layout, neuen inhaltlichen Schwerpunkten und einer veränderten Spaniendarstellung einherging, was eine Zäsur in der Untersuchung begründet.
Die Wahl fiel auf Polyglott, da der Verlag als alteingesessen gilt, ein breites Publikum anspricht und seit 1959 eine kontinuierliche Publikationsreihe vorzuweisen hat, die eine langfristige Analyse ermöglicht.
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