Magisterarbeit, 2001
70 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der extratextuelle Kontext von Snow Crash – Das Informationszeitalter und seine technischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen
2.1 Die fünf Phasen der Informationsrevolution und ihre Auswirkungen auf Informationskonservierung, -übermittlung und -kontrolle
2.2 Das Informationszeitalter und seine Folgen für die Informationskontrolle
2.3 Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen des Informationszeitalters
3. Merkmale und Techniken der Science Fiction und deren Umsetzung in Snow Crash
3.1 Erkenntnis und Verfremdung als Techniken der Science Fiction
3.2 Erkenntnis und Verfremdung in Snow Crash
4. Informationskontrolle als zentrales Thema von Snow Crash
4.1 Erzählstruktur, Handlungsverlauf und Figuren
4.1.1 Die Rahmenhandlung
4.1.2 Viren, Me und Deep Structures– Informationskontrolle mittels neurolinguistischer Manipulation
4.2 Intertextuelle Bezüge in Snow Crash - Drei Teilbereiche von Stephensons Darstellung der Informationskontrolle
4.2.1 Sumerische Geschichte und Religion
4.2.2 Glossolalie
4.2.3 Linguistische Theorie
5. Zusammenfassung der Romananalyse und Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Neal Stephenson in seinem Roman Snow Crash das Thema der Informationskontrolle darstellt und welche kritische Auseinandersetzung mit der modernen Informationsgesellschaft des ausgehenden 20. Jahrhunderts darin zum Ausdruck kommt.
4.1.2 Viren, Me und Deep Structures– Informationskontrolle mittels neurolinguistischer Manipulation
Neal Stephensons Darstellung des Themas Informationskontrolle in Snow Crash beruht auf der These, daß der Mensch über zwei verschiedene Arten von Sprache verfügt:
„We’ve got two kinds of language in our heads. The kind we’re using now is acquired. It patterns our brains as we’re learning it. But there’s also a tongue that’s based in the deep structures of the brain, that everyone shares. These structures consist of basic neural circuits that have to exist in order to allow our brains to acquire higher languages. [...] I guess ‚deep structure‘ and ‚infrastructure‘ mean the same thing. Anyway, we can access those parts of the brain under the right conditions.“ (394-395)
Stephenson nimmt dabei eine Position ein, die er selber als Mischung aus „relativistischer“ und „universalistischer“ linguistischer Theorie bezeichnet. Der relativistische Teil dieser Darstellung besteht in der Aussage, daß eine Sprache, wenn sie erlernt wird, die Strukturen des Gehirns festlegt. Der „Universalismus“ kommt in der Aussage zum Ausdruck, daß alle Menschen über gemeinsame, angeborene „Deep Structures“ des Gehirns verfügen, daß also das Gehirn jedes Menschen nach universellen Mustern operiert. Diese liegen jedoch so tief verborgen, daß sie sich der bewußten Beobachtung entziehen (275-277). Den Begriff „Deep Structures“ hat Stephenson von Noam Chomsky entlehnt (Vgl. 4.2.3). Stephenson argumentiert, daß es neben der angelernten Sprache eine zweite gibt, die direkt mit den „Deep Structures“ des Gehirns verbunden und damit Ausdruck der grundlegenden neuralen Strukturen ist.
1. Einleitung: Die Arbeit rechtfertigt eine wissenschaftliche Untersuchung der Science Fiction als didaktische und gesellschaftskritische Gattung.
2. Der extratextuelle Kontext von Snow Crash – Das Informationszeitalter und seine technischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen: Es wird dargelegt, wie der technologische Fortschritt und das Informationszeitalter traditionelle Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt haben.
3. Merkmale und Techniken der Science Fiction und deren Umsetzung in Snow Crash: Die Anwendung von „Erkenntnis“ und „Verfremdung“ als zentrale narrative Techniken in Stephensons Roman wird analysiert.
4. Informationskontrolle als zentrales Thema von Snow Crash: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und untersucht die Hypthese des „Neurolinguistic Hacking“ unter Einbezug von Mythologie, Linguistik und Religionsgeschichte.
5. Zusammenfassung der Romananalyse und Schlußbetrachtung: Die Ergebnisse werden synthetisiert und der Roman als Appell für eigenständiges Denken in einer privatisierten, informationskontrollierten Welt interpretiert.
Informationskontrolle, Cyberpunk, Snow Crash, Neal Stephenson, Neurolinguistic Hacking, Deep Structures, Glossolalie, Sumerische Mythologie, Linguistik, Machtstrukturen, Informationszeitalter, Manipulation, Gesellschaftskritik, Biocomputer, Sprachursprung.
Die Arbeit untersucht, wie der Cyberpunk-Roman Snow Crash das Thema Informationskontrolle als Instrument der Macht darstellt und kritisch hinterfragt.
Die Arbeit verknüpft technologische Entwicklungen der 1980er und 90er Jahre mit linguistischen Theorien, sumerischer Mythologie und der gesellschaftspolitischen Rolle von Sprache.
Es soll analysiert werden, wie Stephenson durch seine spezifische „Neurolinguistic Hacking“-Hypothese das Verhältnis von Sprache, Wahrnehmung und Macht neu interpretiert.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Roman im Kontext von Medientheorie, Linguistik (Chomsky/Bickerton) und Mythologie untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des extratextuellen Kontexts, die Anwendung literarischer Science-Fiction-Techniken und die detaillierte Analyse der sprachbasierten Manipulation im Roman.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Informationskontrolle, Neurolinguistic Hacking, Deep Structures, Cyberpunk und Machtstrukturen beschreiben.
Laut Stephenson dient die sumerische Kultur als Analogie zur modernen Welt, in der Sprache als Betriebssystem für den Menschen fungiert, das man durch „Hacking“ beeinflussen kann.
Glossolalie (Zungensprechen) wird als Ausdruck eines Zugriffs auf die tiefer liegenden „Deep Structures“ des Gehirns interpretiert, was im Roman als Mittel zur Überwindung von Manipulation genutzt wird.
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