Diplomarbeit, 2004
114 Seiten, Note: 1,3
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Selbstmordterrorismus und untersucht dieses aus der Perspektive der Theorie der rationalen Wahl. Ziel ist es, die sozialen Zusammenhänge und Prozesse zu erklären, die zu Selbstmordattentaten führen.
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung, die die Problematik des Selbstmordterrorismus im Kontext der Ereignisse des 11. September 2001 einordnet. Kapitel 2 beleuchtet den ökonomischen Ansatz der rationalen Wahl, wobei die Wurzeln des Modells, das Konzept der Haushaltsproduktionsfunktionen nach Gary Becker und das klassische Modell des Homo Oeconomicus im Detail analysiert werden. Kapitel 3 fokussiert auf den soziologischen Ansatz der rationalen Wahl und stellt das Modell nach Hartmut Esser vor, welches die Logik der Situation, der Selektion und der Aggregation erklärt.
Kapitel 4 bietet einen zusammenfassenden Vergleich der beiden Ansätze und geht auf Probleme und Erweiterungen der Modelle ein. Neben der Diskussion der Rationalität und Entscheidung werden Aspekte wie die Theorie der Anspruchsanpassung, die Theorie öffentlicher Güter und Altruismus beleuchtet.
Kapitel 5 widmet sich dem Selbstmordterrorismus als strategische Entscheidung, wobei der Begriff des Selbstmordterrorismus definiert und die Charakteristika dieses Phänomens, sowie historische Beispiele und Profile von Selbstmordattentätern untersucht werden.
Kapitel 6 wendet das theoretische Modell der rationalen Wahl auf Selbstmordterrorismus an und analysiert die Entscheidung für ein Attentat mithilfe einer Kosten-Nutzen-Abwägung, wobei verschiedene soziale Situationen betrachtet werden.
Die Arbeit schließt mit einem Ausblick, der weitere Forschungsbedarfe und Perspektiven in Bezug auf den Selbstmordterrorismus aufzeigt.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse des Selbstmordterrorismus unter Anwendung der Theorie der rationalen Wahl. Wichtige Begriffe und Konzepte sind Rationalität, Kosten-Nutzen-Abwägung, Entscheidung, Anreize, Präferenzen, Restriktionen, soziale Situation, kulturelle Faktoren, Religion, Ideologie, strategische Entscheidung, Terrorismus, Selbstmordattentäter, und die Modellierung sozialer Prozesse.
Ja, aus Sicht der Rational-Choice-Theorie kann Terrorismus als strategische Entscheidung interpretiert werden, bei der Akteure Kosten und Nutzen (z.B. politischer Einfluss oder religiöser Status) gegeneinander abwägen.
Dieses Modell sieht das Individuum als eigennützigen Akteur, dessen Verhalten durch Anreize, Präferenzen und Restriktionen innerhalb eines Handlungsraums determiniert wird.
Der soziologische Ansatz (z.B. nach Hartmut Esser) erweitert die Analyse um die „Logik der Situation“ und soziale Produktionsfunktionen, während der ökonomische Fokus stärker auf rein materiellen oder nutzenorientierten Variablen liegt.
Versprechungen wie der Aufstieg ins Paradies fungieren als starke Anreize, die den „Nutzen“ der Selbstopferung in der subjektiven Wahrnehmung des Attentäters erhöhen.
Es beschreibt das Problem, dass Individuen von den Zielen einer Gruppe profitieren wollen, ohne selbst die Kosten (oder das Risiko) zu tragen. Terrororganisationen nutzen Indoktrination, um dieses Dilemma zu überwinden.
Ja, obwohl Kamikaze-Flieger keine religiösen Paradiesversprechen hatten, zeigen sie, dass kulturelle Verpflichtungen und Gruppenidentität ähnliche motivationale Strukturen für Selbstopferung schaffen können.
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