Fachbuch, 1996
48 Seiten, Note: 1
WIE WURDE AUS DER „FROHBOTSCHAFT“ EINE „DROHBOTSCHAFT“?
Wie ist es möglich, dass solche befreiende „Frohbotschaft“ zu einer „Drohbotschaft“ wurde?
Kultische Reinheit
Zölibat und theologische Ethik
Geschichtliche Entwicklung
Katholische Hierarchie und katholisches Glaubensverständnis
Jesus und sein Standpunkt zur Reinheit
Jesus und die Kirche
KIRCHE UND GLAUBE
ZÖLIBAT UND RECHT
Das katholische Kirchengesetz
Die wichtigsten für den Zölibat relevanten Gesetze des Codex Iuris Canonici von 1983
die Sanktionen:
Irregularität :
Das Konkubinat
Straffolgen:
Dispens
Unterhaltsanspruch
Nothilfe
Analyse der Problematik bezüglich des Ausscheidens aus dem Amt und deren Auswirkungen auf das Verhalten gegenüber Frauen als Grunderkenntnis für die Folgen
Zur wirtschaftlichen Lage nach dem Ausscheiden
Aspekte der Fortentwicklung bzw. der Veränderung
DER ZÖLIBAT IN DEN HUMANWISSENSCHAFTEN
Einbruch der Liebe ins Priesterleben und die damit auftretenden Probleme
-Psychologische Überlegungen-
EMPIRISCHE FORSCHUNGSERGEBNISSE ZU DER THEMATIK
Zur geistigen Schulung der Kleriker: neurotische Idealbildung
Schuldgefühle, Entstehung und Wirkung
Laisierungschancen bei Nachweis einer Triebanomalie
Zum objektiv etablierten System der sozialen Strafe
Ausblick
Kann der Zölibat abgeschafft werden?
Nachwort
Anhang: Liste der zu diesem Thema relevanten Initiativen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische, rechtliche und psychologische Entwicklung des Zölibats in der katholischen Kirche. Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Lehre Jesu, die auf Liebe und Freiheit basiert, und der strengen, oft machtorientierten Praxis des Zölibatsgesetzes aufzuzeigen und dessen negative Auswirkungen auf die Priester und deren Umfeld zu analysieren.
Zölibat und theologische Ethik
Um den Geist des Zölibats zu verstehen, will ich versuchen ihn ethisch zu beurteilen. „Alle höchsten Lebensformen der Kultur entspringen den beiden Trieben Weltangst und Weltsehnsucht.“ Der Mensch nimmt intuitiv wahr, dass er in einer Wirklichkeit lebt, die er von ihrem Ursprung und vom Sinn her nicht verstehen und nicht durchdringen kann. Nur auf sinnlicher, intuitiver Ebene ist er fähig, mit dieser unsichtbaren Wirklichkeit in Verbindung zu treten.
Das Unbegreifliche, dessen Anwesenheit durch das Walten der Natur spürbar und sichtbar wird, lässt ihn erkennen, wie ohnmächtig er ist. Das macht ihm angst. Je mehr sinnliche Wahrnehmungsgabe ein Mensch entwickelt hat und je mehr geistige Fähigkeiten vorhanden sind, mit denen sich das sinnliche Gespür verbinden kann, um so mehr Demut wird der Mensch vor diesem Mysterium verspüren.
Aus der Lebensangst erwächst Religiosität, das Bedürfnis zu beten. Auch aus der Erkenntnis seiner Seinsposition erwächst dem Menschen Religiosität und Bedürfnis nach Gebet. Es gibt also den intuitiven und den intellektuellen Weg zur Religion. Das Gebet ist einerseits ein Ausdruck der Demut, die andererseits auch eine Folge von Ergebenheit in eine nicht änderbare Schicksalhaftigkeit ist, gleichzeitig stellt es auch einen Kampf gegen diese dar.
WIE WURDE AUS DER „FROHBOTSCHAFT“ EINE „DROHBOTSCHAFT“?: Dieses Kapitel untersucht die historische Verfälschung der jesuanischen Lehre durch Reinheitsideologien und antike Opfertheologie, die das katholische Gottesbild prägten.
KIRCHE UND GLAUBE: Hier werden die dogmatischen und hierarchischen Strukturen der Kirche analysiert, die nach Ansicht der Autorin den eigentlichen christlichen Werten entgegenstehen.
ZÖLIBAT UND RECHT: Das Kapitel erläutert die kirchenrechtliche Basis des Zölibats und zeigt auf, wie durch Sanktionen und Gesetze ein System erzeugt wird, das den Ausschluss aus dem Priesteramt erschwert.
DER ZÖLIBAT IN DEN HUMANWISSENSCHAFTEN: Diese Untersuchung beleuchtet die psychologischen Folgen des Zölibats, insbesondere die durch die Askese hervorgerufene Verdrängung der Sexualität und deren negative Auswirkungen.
EMPIRISCHE FORSCHUNGSERGEBNISSE ZU DER THEMATIK: Hier werden die psychischen Auswirkungen der zölibatären Erziehung, wie neurotische Idealbildung und Schuldgefühle, anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und individueller Erfahrungen diskutiert.
Zölibat, Priester, Kirche, Katholizismus, Reinheitsgebot, Askese, Sexualität, Kirchenrecht, Liebe, Machtausübung, Psychologie, Neurose, Glaube, Menschenrechte, Reform.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Aufarbeitung des Zölibats in der katholischen Kirche, wobei sie die Diskrepanz zwischen der Lehre Jesu und der kirchenrechtlichen Praxis untersucht.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Zölibats, der rechtlichen Verankerung durch den Codex Iuris Canonici sowie den psychologischen und seelsorgerischen Auswirkungen auf Priester.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Zölibat kein göttliches Gebot, sondern ein kirchengesetzliches Disziplinarinstrument ist, das tiefgreifende negative Folgen für das menschliche Leben und die Glaubwürdigkeit der Kirche hat.
Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Analyse sowie psychologische und soziologische Argumentationslinien, um die kircheninternen Strukturen und deren Wirkung auf die Kleriker zu hinterfragen.
Im Hauptteil werden die dogmatischen Grundlagen, das Kirchenrecht mit seinen Sanktionen sowie die negativen psychischen Folgen, wie etwa die Verdrängung der Sexualität bei Priestern, detailliert ausgeführt.
Zölibat, Priester, Kirche, Psychologie, Sexualität, Kirchenrecht und Menschenrechte sind die zentralen Begriffe.
Das Kirchenrecht gestaltet den Austrittsprozess schwierig, da es das Ausscheiden oft als persönlichen Treuebruch qualifiziert und finanzielle sowie soziale Existenzängste für den Betroffenen erzeugt.
Die Autorin beschreibt damit, dass die katholische Kirche in der Priesterausbildung Gehemmtheit und asketische Abkehr vom Leben fälschlicherweise als besondere Heiligkeit umdeutet und dadurch den Betroffenen eine natürliche Lebensführung erschwert.
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