Diplomarbeit, 2005
93 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die neue Generation von Gesundheitskarten in Deutschland
2.1 Entstehung eines Novums im deutschen Gesundheitswesen
2.2 Gegenwärtiger Forschungs- und Entwicklungsstand
2.3 Ziele und Visionen einer verbesserten Kommunikation
2.4 Volkswirtschaftlicher Nutzen einer flächendeckenden elektronischen Kommunikation
2.4.1 Vorteile der elektronischen Gesundheitskarte gegenüber der gewohnten Krankenversicherungskarte
2.4.2 Subjektive Nutzenbetrachtung für den Patienten
2.4.3 Subjektive Nutzenbetrachtung für den Leistungserbringer
2.4.4 Individueller Nutzen für sonstige am deutschen Gesundheitswesen beteiligten Akteure
2.5 Optische Ausgestaltung der neuen Gesundheitskarte
3. Implementierung einer Telematik-Architektur im deutschen Gesundheitswesen
3.1 Szenario einer serverbasierten Lösung contra der Kartenlösung
3.2 Die Health Professional Card zur Authentifizierung
3.3 Rahmenarchitekturvorgaben zur Umsetzung der Telematikinfrastruktur
3.4 Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen
3.5 Finanzierung des Gesamtkonzeptes
3.5.1 Bisherige Kostenentwicklung
3.5.2 Kalkulationen zur Gesamtkostenentwicklung
3.5.3 Träger und Verteilung der Kosten im Gesundheitswesen
3.5.4 Kosten-Nutzen-Analyse und Amortisation der Gesamtkosten
4. Problematik und Ausblick zur Einführung einer flächendeckenden Gesundheitskommunikation
4.1 Berücksichtigung des Datenschutz
4.1.1 Datenschutzrechtliche Gesetze
4.1.2 Umsetzung des Datenschutzes bei der Kommunikation innerhalb der Telematikinfrastruktur
4.1.3 Einrichtung einer Sicherheitsarchitektur zum Schutz der Telematikplattform
4.2 Barrieren und Probleme bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte
4.2.1 Widerstand durch Ärzte und Patienten
4.2.2 Kritik an der Effizienz der Nutzeneinsparungen
4.2.3 Finanzielle Belastung eines reformbedürftigen Gesundheitswesens
4.2.4 Problematik zur Anwendung der eGK in besonderen Situationen
4.3 Zukünftige Erweiterungsoptionen der Telematikanwendung in Deutschland und Europa
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und einer zugehörigen Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen. Ziel ist es, die technischen und organisatorischen Umsetzungsmöglichkeiten, die damit verbundenen Kosten-Nutzen-Aspekte sowie die auftretenden Implementierungsprobleme und Datenschutzbedenken kritisch zu analysieren.
2.1 Entstehung eines Novums im deutschen Gesundheitswesen
Bei einer so umfangreichen Reform wie die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, empfiehlt sich ein Rückblick auf die Historiographie dieses Projektes. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erschütterte der Skandal um das vom deutschen Pharmaunternehmen Bayer hergestellte Präparat Lipobay die internationale Bevölkerung. Besonders in den Vereinigten Staaten von Amerika sieht sich das Unternehmen einer Menge von Schadensersatzklagen gegenübergestellt. Bei der Einnahme des Cholesterin senkenden Medikamentes sind verheerende Nebenwirkungen aufgetreten, die teilweise sogar zum Tod des Patienten geführt haben.
Während als Hauptkritik inzwischen die intensive Vermarktung des Präparates durch den Bayer-Konzern, trotz der Kenntnis über ein erhöhtes Rhabdomyolyse-Risiko bei der Einnahme von Lipobay, beanstandet wird, stellte sich durch den Skandal vermehrt auch die Frage nach der allgemeinen Sicherheit durch die Einnahme und Wechselwirkungen von Arzneimitteln.
Dieser Skandal verschärfte auch die Intention der Bundesregierung, ein transparenteres Gesundheitswesen durch den Einsatz moderner Informationstechnologien zu erschaffen. „Die Fähigkeit, die Gesundheitsversorgung zu steuern, hängt alleine von der Nutzung von Informationen ab.“ Hinter dieser Überlegung verbergen sich Defizite des deutschen Gesundheitssystems, die darin bestehen, das das Vorhandensein einer Fülle von Informationen an unterschiedlichen Orten (z.B. bei Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen) nur dann effizient genutzt werden kann, wenn ein gemeinsamer Zugriff auf diese Informationen ermöglicht wird.
1. Einleitung: Beschreibt die Grundlagen der Telematik im Gesundheitswesen und das Ziel der Arbeit, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zu untersuchen.
2. Die neue Generation von Gesundheitskarten in Deutschland: Erläutert die Entstehung der eGK, aktuelle Forschungsstände, Ziele der Kommunikation sowie den Nutzen für Patienten, Leistungserbringer und Kostenträger.
3. Implementierung einer Telematik-Architektur im deutschen Gesundheitswesen: Behandelt die technischen Lösungsansätze, die Health Professional Card, die Rahmenarchitektur, Finanzierungsaspekte und die Amortisation.
4. Problematik und Ausblick zur Einführung einer flächendeckenden Gesundheitskommunikation: Analysiert den Datenschutz, auftretende Barrieren und Probleme bei der Einführung sowie zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten in Europa.
5. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Einführung der eGK als notwendige, wenn auch herausfordernde Innovation.
elektronische Gesundheitskarte, eGK, Telematik, Gesundheitswesen, Telematikinfrastruktur, eRezept, eArztbrief, Gesundheitsmodernisierungsgesetz, GMG, Datenschutz, Kosten-Nutzen-Analyse, Health Professional Card, HPC, Arzneimitteldokumentation, Patientensicherheit
Die Arbeit analysiert die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sowie der notwendigen Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen.
Die Arbeit deckt technische Aspekte der Implementierung, finanzielle Analysen (Kosten-Nutzen), datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen sowie Akzeptanzprobleme bei Ärzten und Patienten ab.
Das Ziel ist es, die Voraussetzungen und Auswirkungen der eGK-Einführung zu beleuchten, um die Erfolgsaussichten sowie mögliche Hindernisse objektiv darzustellen.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, vorhandene Studien und Gutachten (u.a. IBM Deutschland GmbH, Debold & Lux) sowie offizielle gesetzliche Grundlagen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der eGK-Technologie, die Implementierung der Telematikinfrastruktur, Finanzierungsfragen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Datenschutzproblematik.
Wichtige Begriffe sind eGK, Telematikinfrastruktur, eRezept, Datenschutz, Kosteneffizienz und Akzeptanz.
Der Autor ordnet die Kritik der Ärzteschaft primär als Folge der finanziellen Belastungen durch notwendige Hardware-Investitionen und potenzielle Einnahmeverluste ein, weniger als bloße Datenschutzbedenken.
Die Amortisationszeit hängt stark von den Produktions- und Distributionskosten für 80 Millionen Karten ab, wobei Experten und politische Akteure unterschiedliche Preisszenarien und Einsparpotenziale annehmen.
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