Magisterarbeit, 2004
138 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Deixis
2.1 Der Referenzbegriff
2.2 Zur Definition der Deixis
2.3 Deixis als Forschungsgegenstand der Semantik und der Pragmatik
2.4 Kontext einer Äußerung
2.4.1 Sprachlicher versus nichtsprachlicher Kontext
2.4.2 Sprecherkontext versus Hörerkontext
2.5 Origo
2.5.1 Verlagerung der Origo
2.6 Deiktische Dimensionen
2.6.1 Personendeixis
2.6.1.1 Pronomen der ersten Person
2.6.1.2 Pronomen der zweiten Person
2.6.1.3 Pronomen der dritten Person
2.6.2 Lokaldeixis
2.6.2.1 Positionale Deixis
Here versus there
This versus that
2.6.2.2 Dimensionale Deixis
Intrinsische Verwendung dimensionaler Ausdrücke
Deiktische Verwendung dimensionaler Ausdrücke
Fälle, in denen Deixis und Intrinsik zusammenfallen
Interpretationsprobleme dimensionaler Ausdrücke
Resistenz der intrinsischen gegenüber der deiktischen Orientierung
2.6.2.3 Direktionale Deixis
Come versus go
Nicht-deiktische Verwendung von come and go
2.6.3 Temporaldeixis
Äußerungszeit
2.6.3.1 Tempora
Reichenbach
Rauh
2.6.3.2 Temporaladverbien
Deiktische Verwendung der Temporaladverbien
Anaphorische Verwendung von then
Nicht-deiktische, nicht-phorische Verwendung von now und then
2.6.4 Diskursdeixis
2.6.5 Sozialdeixis
2.6.6 Emotionale Deixis
2.6.7 Deixis am Phantasma
3 Genrespezifität deiktischer Ausdrücke
3.1 Annahmen
Face-to-Face Gespräche
Briefe
Sachtexte
4 Analyse
4.1 Face-to-Face Gespräche
4.1.1 At the Post Office
4.1.2 Ordering food in a restaurant
4.2 Briefe
4.2.1 Personal letter
4.2.2 Letter of Recommendation
4.3 Sachtexte
4.3.1 Lectures on Deixis
4.3.2 Zeitungsartikel: Muslim leaders fly to Iraq to plead for Bigley’s life
4.4 Vergleich
5 Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Magisterarbeit besteht darin, die Verwendung und Häufigkeit deiktischer Ausdrücke (insbesondere Personalpronomen sowie Lokal- und Temporaladverbien) in verschiedenen kommunikativen Genres des Englischen zu untersuchen und deren spezifische Funktionen sowie die Abhängigkeit vom situativen Kontext zu analysieren.
1 EINLEITUNG
'You may. Put him over the bar, just there, look where my finger is'. Obwohl man jedes einzelne dieser Wörter kennt und auch dessen Sinn versteht, ist es einem Hörer nicht möglich, die Bedeutung der gesamten Aussage zu verstehen. Offensichtlich ist, dass my auf den Verfasser dieser Aufforderung referiert, während you auf den Adressaten bzw. den Gesprächspartner, him auf den Gesprächsgegenstand und there auf einen bestimmten Ort hinweist. Es bleiben aber dennoch einige Fragen offen:
1. Wer ist der Verfasser?
2. Wer ist der Adressat?
3. Welchen Gegenstand bezeichnet him?
4. Welcher Ort ist mit there gemeint?
Ein ähnliches Problem wie bei obigem Exempel ist bei der an einer Bürotür hängenden Notiz 'Back in twenty minutes' zu beobachten. In diesem Beispiel sind weder Personalpronomen noch räumliche Adverbien (spatial adverbs) vorhanden, die mit einer konkreten Bedeutung ausgefüllt werden müssen; aber dennoch bereitet die Interpretation Schwierigkeiten. Denn ohne die Kenntnis, wann die Notiz verfasst bzw. an der Tür befestigt wurde, kann der Rezipient nicht erkennen, ob er nur noch eine Minute oder nahezu zwanzig Minuten zu warten hat.
Die Propositionen der beiden Beispielsätze sind dementsprechend unterbestimmt. Zu ihrer vollständigen Bestimmung ist die genaue Kenntnis des kontextabhängigen Bedeutungsanteils der unterstrichenen Ausdrücke unerlässlich. Genau an dieser Stelle tritt das Phänomen Deixis in Erscheinung. Deiktische Ausdrücke sind solche, die sowohl einen kontextunabhängigen, invarianten Bedeutungsanteil aufweisen, als auch einen kontextabhängigen Bedeutungsanteil, der sich mit der jeweiligen Äußerungssituation ändert. Ihre vollständige Bedeutung finden deiktische Ausdrücke dementsprechend erst im außersprachlichen Kontext, der Äußerungssituation.
1 Einleitung: Einführung in das Thema Deixis anhand von Beispielsätzen, die aufzeigen, dass zur Bedeutungskonstitution Kontextwissen unerlässlich ist.
2 Deixis: Umfassende theoretische Grundlegung zu Referenz, Origo und den verschiedenen Dimensionen (Person, Lokalität, Zeit, Diskurs, Soziales, Emotionen) sowie dem Phänomen der "Deixis am Phantasma".
3 Genrespezifität deiktischer Ausdrücke: Aufstellen von Annahmen zur unterschiedlichen Verteilung und Verwendung (deiktisch vs. phorisch) von Deiktika in Face-to-Face-Gesprächen, Briefen und Sachtexten.
4 Analyse: Empirische Untersuchung anhand ausgewählter Textbeispiele (At the Post Office, Ordering food in a restaurant, Briefe, Sachtexte) und Vergleich der Ergebnisse.
5 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass Deixis ein komplexes Phänomen ist und die Verwendung deiktischer Ausdrücke stark von den jeweiligen Genres beeinflusst wird.
Deixis, Referenz, Origo, Kontext, Personendeixis, Lokaldeixis, Temporaldeixis, Diskursdeixis, Sozialdeixis, Emotionale Deixis, Deixis am Phantasma, Pragmatik, Semantik, Face-to-Face-Gespräche, Phorik.
Die Arbeit untersucht das linguistische Phänomen der Deixis, also sprachliche Ausdrücke, deren Referenz vom Kontext der Äußerung abhängt.
Die Arbeit behandelt die verschiedenen Dimensionen der Deixis (Person, Raum, Zeit, Diskurs) und deren unterschiedliche Ausprägung in geschriebener und gesprochener Sprache.
Das Ziel ist es, die Verteilung und Funktion deiktischer Ausdrücke über verschiedene Text-Genres hinweg empirisch zu analysieren und zu vergleichen.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie eine empirische Korpus-Analyse von ausgewählten Texten und Transkripten, um deiktische Häufigkeiten und Verwendungsweisen zu bestimmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Fundierung (Kapitel 2) und eine anschließende empirische Analyse (Kapitel 4), in der Daten aus Face-to-Face-Gesprächen, Briefen und Sachtexten ausgewertet werden.
Die zentralen Begriffe sind Deixis, Origo, Referenz, Kontext, Phorik sowie die Differenzierung zwischen gesprochener und geschriebener Sprache.
Die Origo bildet das "Koordinatensystem" bzw. Orientierungszentrum, relativ zu dem deiktische Ausdrücke wie "ich", "hier" oder "jetzt" ihre Bedeutung im Raum und in der Zeit erhalten.
Ja, die Analyse zeigt, dass deiktische Ausdrücke keineswegs auf die gesprochene Sprache beschränkt sind, wobei ihre Funktion in Sachtexten oft stärker phorisch bzw. textdeiktisch geprägt ist.
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