Examensarbeit, 1997
25 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
EINLEITUNG
Sozialpädagogik in der Psychiatrie
I. THEORIETEIL
1. Elemente einer klientenbezogenen Handlungskonzeption
2. Methoden sozialen Arrangements
II. PRAXISTEIL
1. Einblick in die Welt einer Schizophrenen als Verständnishintergrund für die Gruppenarbeit
2. Konzept
2.1. Das Projekt „Freizeitgruppe“:
2.2. Kurzer Bericht über die Akzeptanz der Freizeitangebote und pädagogische Hintergründe
3. Ausblick
III. SCHLUß
Die vorliegende Arbeit reflektiert die sozialpädagogische Praxis in einem Langzeitheim für chronisch psychisch Kranke, mit dem primären Ziel, den Stellenwert von Gruppenarbeit als notwendiges Lernfeld für soziale Rehabilitation und Lebensqualität zu verdeutlichen.
1. Einblick in die Welt einer Schizophrenen als Verständnishintergrund für die Gruppenarbeit
„...Schizophrene haben normale Zeiten, wenn sie aber nicht bei Verstand sind, ist das Leben die reine Hölle. Tagelang ist man aufgebracht und wütend, verbringt die Nächte angespannt und voller Angst, hört Stimmen und sieht Dinge, die niemand sonst hören oder sehen kann, so die Schneide eines Rasiermessers, die Fleisch wie eine Weintraube aufschlitzt, oder man riecht den Gestank von verbrennendem Fleisch. Und all das ist man selbst, aber auch wieder nicht- in diesen Augenblicken gibt es nur Täuschungen. Man hat die Tür zu einer anderen Wirklichkeit geöffnet, zu der man allein den Schlüssel in der Hand hält. Ich begann im Alter von 9 Jahren in einer anderen Sprache zu träumen , und diese Sprache war nicht von dieser Welt. Als diese Sprache sich der normalen Welt mitteilte und als nicht annehmbar beurteilt wurde, sprach ich sieben Jahre lang nicht mehr. Viele Wesen haben meinen von der üblichen Welt entrückten Zustand bevölkert. Ein Bild von einem hängt in meinem Wohnzimmer, um mich daran zu erinnern, dass, falls es eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt, die Welt oder die Hälfte der Welt, die ich zum Leben gewählt habe, tatsächlich vorhanden ist.
Es gibt Stühle, auf die man sich nicht setzen darf, Klopfzeichen an den Türen, wenn niemand dort ist, Augen, die in der Dunkelheit geheimnisvoll geschwärzt sind.
EINLEITUNG: Definiert das sozialpädagogische Ziel als soziale Rehabilitation und Verbesserung der Auseinandersetzungschancen mit der Umwelt durch den Abbau psychosozialer Verzerrungen.
I. THEORIETEIL: Erörtert klientenbezogene Handlungskonzepte, die auf subjektorientierten und humanistischen Ansätzen basieren, und stellt Methoden zur sozialen Strukturierung vor.
II. PRAXISTEIL: Dokumentiert das Konzept einer Freizeitgruppe sowie deren Umsetzung und Akzeptanz in einem Heim für chronisch psychisch Kranke, basierend auf realen Erfahrungen.
III. SCHLUß: Führt aus, dass eine bürgerlich angepasste Normalisierung bei Schizophrenen oft falsch ist und plädiert für individuelle Begleitung, Beständigkeit und menschliche Zuwendung.
Gruppenarbeit, Sozialpädagogik, Schizophrenie, soziale Rehabilitation, Freizeitgruppe, klientenzentrierte Arbeit, Lebensqualität, psychisch Kranke, pädagogische Intervention, psychosoziale Betreuung, Alltagskompetenz, Institutionelle Pflege, Beziehungsarbeit, Selbstbewusstsein, Normalisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialpädagogischen Gestaltung von Gruppenangeboten, insbesondere Freizeitgruppen, in einem Langzeitheim für chronisch psychisch kranke, vorwiegend schizophren erkrankte Menschen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung klientenbezogener Arbeit, die methodische Gestaltung sozialer Arrangements und die praktische Evaluation pädagogischer Angebote.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte, klientenzentrierte Gruppenarbeit soziale Fähigkeiten gefördert und die Lebensqualität der Bewohner nachhaltig verbessert werden kann.
Es handelt sich um einen praxisreflexiven Ansatz, der theoretische Modelle (u.a. von Junker und Rogers) mit den persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen der Autorin in ihrer Arbeit in der Bergischen Diakonie Aprath verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Handlungsplanung und einen ausführlichen Praxisteil, der die Welt von Schizophrenen beleuchtet sowie das konkrete Projekt einer „Freizeitgruppe“ vorstellt.
Besonders prägend sind Begriffe wie soziale Rehabilitation, Gruppenarbeit, Schizophrenie, klientenzentrierte Arbeit und der Ausgleich zwischen professioneller Distanz und menschlicher Nähe.
Das Vorlesen bietet einen Rahmen für Geborgenheit und familiäre Atmosphäre, der Sehnsüchte weckt und einen indirekten Zugang zum inneren Leben ermöglicht, auch wenn eine tiefgehende inhaltliche Diskussion oft nicht möglich ist.
Die Autorin erkennt in Filmen wie "Pocahontas" und "Die Schöne und das Biest" eine wichtige Funktion, da sie durch ihre bildhaften Botschaften, einfache Philosophie und gefühlvolle Musik Vorurteile abbauen und zur emotionalen Stabilisierung beitragen können.
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