Magisterarbeit, 2005
136 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einführung
1.1. Einleitung
1.2. Der Forschungsstand
1.3. Die Unterscheidung zwischen spekulativen und politischen Crashs
1.4. Zielsetzung der Arbeit
1.5. Übersicht
2. Grundlagen des Börsenhandels und der Aktienbewertung
2.1. Die Aktie als Form der unternehmerischen Beteiligung
2.2. Die Börse als Handelsplatz
2.3. Der Marktmechanismus an der Börse
2.4. Der „faire“ Wert einer Aktie
2.4.1. Diskontierungsverfahren
2.4.2. Bewertungskennziffern
2.4.3. Die Rolle von Geld und Zinsen
3. Effiziente Märkte und irrationale Anleger
3.1. Die Effizientmarkthypothese
3.2. Kritik an der Effizienzmarkthypothese
3.3. Behavioral Finance als Erklärung für irrationales Verhalten
3.4. The Madness of Crowds
3.4.1. Aktieninvestment als soziale Handlung
3.4.2. Luftschlösser und Greater Fools
3.4.3. Rückkoppelungsschleifen oder die Börse als Ponzi-Spiel
3.4.4. Am Scheideweg – der „rechtzeitige“ Ausstieg vor dem Crash
3.5. Die Märkte auf lange Sicht
4. Die Indikatoren
4.1. Hausse und Baisse an der Börse
4.2. Indikator 1: Das „Neue Ära Denken“
4.3. Indikator 2: Die Fundamentaldaten
4.4. Indikator 3: Das Sentiment – Die Stimmung der Anleger
4.5. Das Zusammenspiel der Indikatoren
5. Die Roaring Twenties und der große Crash
5.1. Indikator 1: Das „Neue Ära Denken“ in den zwanziger Jahren
5.1.1. Politische und kulturelle Faktoren
5.1.2. Technische Innovationen
5.1.3. Der Wirtschaftsboom der zwanziger Jahre
5.1.4. Das „Neue Ära Denken“
5.2. Indikator 2: Die Börse und die Fundamentaldaten
5.2.1. Der Beginn der Hausse 1921 und die Entwicklung bis 1926
5.2.2. Das Entstehen der Kursblase und die Entwicklung bis 1929
5.2.3. Die fundamentale Bewertung der Aktien im Jahr 1929
5.3. Indikator 3: Die Stimmung der Anleger
5.3.1. Die Entwicklung des Aktienemissionsvolumen
5.3.2. Die Rolle der Wertpapierkredite in den zwanziger Jahren
5.3.3. Die Investment Trusts
5.3.4. Die Medien und die Meinung der Experten
5.4. Der Crash
6. Die goldenen Neunziger und das Platzen der Hightech Bubble
6.1. Indikator 1: Das „Neue Ära Denken“ in den neunziger Jahren
6.1.1. Politische und kulturelle Faktoren
6.1.2. Technische Innovationen
6.1.3. Der Wirtschaftsboom der neunziger Jahre
6.1.4. Das „Neue Ära Denken“
6.2. Indikator 2: Die Börse und die Fundamentaldaten
6.2.1. Der Beginn der Hausse 1982 und die Entwicklung bis 1994
6.2.2. Das Entstehen der Kursblase und die Entwicklung bis 1999
6.2.3. Die fundamentale Bewertung der Aktien zur Jahrtausendwende
6.3. Indikator 3: Die Stimmung der Anleger
6.3.1. Die Entwicklung des Aktienemissionsvolumen
6.3.2. Die Rolle der Wertpapierkredite in den neunziger Jahren
6.3.3. Die offenen Investmentfonds
6.3.4. Die Medien und die Meinung der Experten
6.4. Der Crash
7. Schlussbemerkung
7.1. Fazit
7.2. Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, anhand eines Indikatorenmodells zu untersuchen, ob sich spekulative Kursblasen und deren Ende durch historische Muster identifizieren lassen. Dabei wird analysiert, ob die Börsenkrisen der 1920er und 1990er Jahre durch ein „Neue Ära Denken“, überhöhte Fundamentaldaten und eine euphorische Anlegerstimmung charakterisiert waren und ob aus diesen Erkenntnissen ein rechtzeitiger Ausstieg aus dem Markt hätte abgeleitet werden können.
3.4.1. Aktieninvestment als soziale Handlung
Wie bei der Formulierung der Kritik an der EMH bereits geschildert wurde, haben Experimente gezeigt, dass sich der Einzelne häufig am Verhalten der Mehrheit seiner Mitmenschen orientiert. Ebenso wird auf das Wissen von Experten und Autoritäten vertraut. In gewisser Weise ist diese Haltung sogar begründet: Die meisten Menschen haben in ihrer Vergangenheit schon einmal erfahren, dass sie Fehler begingen, wenn sie sich konträr zum Urteilsvermögen einer Mehrheit oder von Fachleuten verhielten. Möglicherweise werden die Meinung der Menge, „Was alle glauben, kann nicht falsch sein“, und das Expertenwissen, beispielsweise „Aktien sind die beste Anlage“, so sehr von vielen Marktteilnehmern verinnerlicht, dass es zu einem sich selbst verstärkenden Herdentrieb kommt.
Hinzu kommt die Schwierigkeit, sich dem sozialen Druck zu widersetzen, denn – wie es der Yale-Professor Shiller treffend formuliert – sind „Investitionen in spekulative Titel […] eine soziale Handlung.“ Die Person, die schon in Aktien investiert ist, wird sich bestätigt fühlen, wenn sie von Bekannten erfährt, dass diese jetzt auch an der Börse eingestiegen sind – ein Gefühl kollektiver Sicherheit stellt sich ein. Derjenige aber, der noch keine Aktien besitzt, wird sich in zunehmendem Maße dumm vorkommen, wenn er immer wieder hört, wie sein soziales Umfeld Gewinne an der Börse macht und er untätig zusieht. Auch ist wohl etwas Wahres daran, dass es die meisten Menschen ärgert und ihr Urteilsvermögen stark trübt, wenn sie einen Freund reich werden sehen. In ausgeprägten Haussephasen ist zudem zu beobachten, dass einzelne Personen, die warnend den Finger heben, als Schwarzseher und Miesmacher beschimpft werden.
Ein wesentlicher Anteil beim Umgreifen einer spekulativen Manie kommt also der Kommunikation der Menschen untereinander zu. Vorausgesetzt es gibt eine gute Geschichte zu erzählen, und das beispielsweise von den Aktiengewinnen gekaufte neue Auto des Nachbarn ist zweifelsohne eine gute Geschichte, kann sich die Idee, dass man an der Börse reich werden kann, durch zwischenmenschliche Kommunikation relativ schnell verbreiten.
1. Einführung: Einführung in die Thematik der Börsencrashs und Definition der Zielsetzung der Arbeit unter Einbeziehung des Forschungsstandes.
2. Grundlagen des Börsenhandels und der Aktienbewertung: Darstellung der ökonomischen Mechanismen der Aktienbewertung und der Bedeutung von Fundamentaldaten.
3. Effiziente Märkte und irrationale Anleger: Kritische Auseinandersetzung mit der Effizienzmarkthypothese und Einführung verhaltenswissenschaftlicher Erklärungsansätze (Behavioral Finance).
4. Die Indikatoren: Herleitung und Definition des Indikatorenmodells sowie Skizzierung des idealtypischen Verlaufs von Hausse und Baisse.
5. Die Roaring Twenties und der große Crash: Systematische Untersuchung der Spekulationsblase der 1920er Jahre anhand des Indikatorenmodells.
6. Die goldenen Neunziger und das Platzen der Hightech Bubble: Systematische Untersuchung der Spekulationsblase der 1990er Jahre unter Berücksichtigung deutscher Daten und Quellen.
7. Schlussbemerkung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Spekulationsblase, Börsencrash, Behavioral Finance, Effizienzmarkthypothese, Hausse, Baisse, Fundamentaldaten, Anlegerstimmung, Indikatorenmodell, Greater Fool Theorie, Herdentrieb, Wirtschaftsgeschichte, Psychologie, New Economy, Aktienbewertung.
Die Arbeit analysiert die Entstehung von Spekulationsblasen und darauf folgenden Börsencrashs anhand historischer Beispiele und entwickelt ein Modell, um diese Prozesse besser zu verstehen.
Die zentralen Themen sind das Zusammenwirken von wirtschaftlichen Fundamentaldaten, Massenpsychologie an der Börse und das als „Neue Ära Denken“ bezeichnete Phänomen, das oft in Spekulationsphasen auftritt.
Das Ziel ist es, zu klären, ob durch ein Indikatorenmodell gemeinsame Muster in verschiedenen Epochen erkennbar sind, die eine rechtzeitige Warnung vor einer drohenden Kursblase ermöglichen.
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der neben ökonomischen Standardtheorien insbesondere Erkenntnisse aus der Behavioral Finance und der Wirtschaftsgeschichte kombiniert.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Börsenhandels und der Markteffizienz erörtert, bevor das Indikatorenmodell entwickelt und auf die Zeiträume der 1920er Jahre sowie der 1990er Jahre angewendet wird.
Die Untersuchung konzentriert sich auf Begriffe wie Spekulationsblase, Behavioral Finance, Anlegerstimmung, Kurskorrektur und die fundamentale Bewertung von Aktien.
Da die ökonomische Standardtheorie rational handelnde Marktteilnehmer unterstellt, ist die Behavioral Finance notwendig, um Phänomene wie Herdentrieb, Kontrollillusion und die wiederkehrende Irrationalität von Anlegern zu erklären.
Die Analyse der Medien, insbesondere der Boulevardpresse, dient als Indikator, da eine breite Berichterstattung über Börsenthemen in fachfremden Medien oft ein Anzeichen für das Ende einer Hausse und den Einstieg der „naiven“ Anleger darstellt.
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