Diplomarbeit, 2005
67 Seiten, Note: 1,3
1 . Einleitung
2 . Begriffsklärungen
2.1. Wer gehört zu den „Älteren“?
2.2. Frühverrentung
2.3. Arbeitslosigkeit vs. Erwerbslosigkeit
3 . Die Situation älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt
3.1. Überblick
3.2. Die Situation in den OECD-Staaten
3.2.1. Partizipation
3.2.2. Arbeitslosigkeit
3.2.3. Erwerbstätigenquoten
3.2.4. Kosten durch Frühverrentung
3.3. Die Situation in Deutschland
4 . Theoretische Erklärungsansätze
4.1. Überblick
4.2. „Unfreiwillige“ Erwerbslosigkeit
4.2.1. Vorüberlegungen
4.2.2. Senioritätsentlohnung
4.2.3. Humankapital, Segmentationsansatz und struktureller Wandel
4.2.4. Eigenschaften und Tätigkeiten Älterer, betr. Altersstrukturen
4.2.5. Suchtheoretischer Ansatz
4.2.6. Alternativrollenkonzept
4.2.7. Institutionelle Gründe
4.3. „Freiwillige“ Erwerbslosigkeit
4.3.1. Überblick
4.3.2. Anreizwirkungen staatlicher Sicherungssysteme
4.3.3. Vermögensbildung und private Altersvorsorge
4.3.4. Gesundheitliche Gründe und veränderte Lebensgewohnheiten
5 . Betriebliche Strategien
5.1. Überblick
5.2. Berufliche Weiterbildung
5.3. Arbeitsgestaltung
5.4. Intergenerative Zusammenarbeit und betr. Altersstrukturen
5.5. Arbeitszeitmodelle
5.6. Personalführung
6 . Schlussbemerkungen
Die Arbeit analysiert die Ursachen für die gestiegene Erwerbslosigkeit älterer Menschen und untersucht betriebliche Strategien zu deren besserer Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Der Fokus liegt dabei auf der betriebswirtschaftlichen Perspektive und dem demografischen Wandel.
4.2.4. Eigenschaften und Tätigkeiten Älterer, betr. Altersstrukturen
Da zunehmendes Alter im Einstellungsprozess eine wichtige und häufig eher negative Rolle zu spielen scheint, kann eine Ursache hoher Beschäftigungslosigkeit in den Eigenschaften gesehen werden, die das Alter nach Ansicht von Personalverantwortlichen signalisiert. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die (empirisch nicht belegte) sogenannte Defizit-Hypothese des Alters, derzufolge mit zunehmendem Alter praktisch auf natürliche Weise die Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern abnimmt. Möglicherweise negative Einstellungen gegenüber dem Alter müssen dabei nicht unbedingt wissenschaftlich gerechtfertigt oder für jeden Einzelfall zutreffend sein, um sich negativ auf die Beschäftigungsaussichten älterer Menschen auszuwirken.
Die von Koller/Gruber (2001) durchgeführte Befragung von Personalverantwortlichen, die in den vorangegangenen zwölf Monaten Personal eingestellt hatten, ist in dieser Hinsicht zumindest für die Situation in Deutschland relativ aufschlussreich. Die meisten Befragten gaben an, ältere Beschäftigte seien bei körperlicher Arbeit und in Stresssituationen weniger belastbar als ihre jüngeren Kollegen. Zudem mangele es teilweise an Lern- und Anpassungsbereitschaft, Motivation, Begeisterungsfähigkeit, geistiger und organisatorischer Flexibilität und der Bereitschaft sich unterzuordnen.
Als positive Eigenschaften wurden unter anderem eine höhere Arbeitsmoral, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Erfahrung, Menschenkenntnis, Ausgeglichenheit, Autorität, Selbstbewusstsein, Verhandlungsgeschick, Übersicht und Effektivität häufig genannt. Über viele Eigenschaften gab es dabei zwar von der Mehrheitsmeinung abweichende Ansichten, die Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Arbeitnehmern sind dabei im Rahmen des quantitativen Teils der Befragung jedoch stets signifikant.
1 . Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Rückgang der Erwerbstätigkeit älterer Menschen in Industrienationen und formuliert das Ziel, die Ursachen sowie betriebliche Lösungsansätze für dieses Phänomen zu untersuchen.
2 . Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie den Personenkreis der „Älteren“, Frühverrentung sowie die Abgrenzung von Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit.
3 . Die Situation älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt: Das Kapitel bietet eine deskriptive Analyse der Beschäftigungslage älterer Menschen in OECD-Staaten und Deutschland, inklusive der durch Frühverrentung verursachten Kosten.
4 . Theoretische Erklärungsansätze: Hier werden ökonomische Modelle und Gründe für unfreiwillige Erwerbslosigkeit (z.B. Senioritätsentlohnung, Humankapitaltheorie) sowie Anreize für eine freiwillige Frühverrentung diskutiert.
5 . Betriebliche Strategien: Das Kapitel beschreibt praxisorientierte Ansätze für Betriebe, um mit alternden Belegschaften umzugehen, etwa durch Weiterbildung, Arbeitsplatzgestaltung und moderne Personalführung.
6 . Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und dem Appell an eine zukunftsorientierte, präventive Personalpolitik.
Ältere Arbeitnehmer, Frühverrentung, Erwerbslosigkeit, OECD-Staaten, demografischer Wandel, Personalpolitik, Humankapital, Senioritätsentlohnung, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, Beschäftigungsquote, Arbeitszeitmodelle, Personalführung.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen für die Personalpolitik, die sich durch die abnehmende Erwerbstätigkeit älterer Arbeitnehmer und den demografischen Wandel ergeben.
Zentrale Felder sind die Beschäftigungssituation älterer Menschen im internationalen Vergleich, die theoretischen Ursachen für Erwerbslosigkeit im Alter sowie betriebliche Strategien zu deren Integration.
Das Ziel ist es, Ursachen für den Beschäftigungsrückgang zu identifizieren und betriebswirtschaftliche Lösungsansätze zu entwickeln, um das Potenzial älterer Arbeitnehmer besser zu nutzen.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Datenanalyse, einer Literaturanalyse theoretischer Erklärungsmodelle sowie der Auswertung empirischer Studien zur Personalführung und Arbeitsmarktsituation.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Arbeitsmarktsituation, eine theoretische Analyse von „unfreiwilliger“ und „freiwilliger“ Erwerbslosigkeit sowie eine Darstellung betrieblicher Handlungsstrategien.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Frühverrentung, Senioritätsentlohnung, Humankapitaltheorie, demografischer Wandel und altersspezifische Personalstrategien.
Deutschland weist im Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Altersarbeitslosigkeit auf, zeigt jedoch in jüngster Zeit ein Umdenken in der politischen Diskussion hin zur Förderung der Beschäftigung.
Sie dient als kritisches Beispiel für weit verbreitete, aber empirisch nicht belegte Vorurteile über die Leistungsfähigkeit Älterer, die den Einstellungsprozess negativ beeinflussen können.
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