Diplomarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung in die Thematik
2. Gerechtigkeit als Gegenstand der Ethik und Unternehmensphilosophie
2.1. Begriffliche Abgrenzung von Gerechtigkeit
2.1.1. Der formale Gerechtigkeitsbegriff
2.1.2. Der materiale Gerechtigkeitsbegriff
2.1.3. Der prozedurale Gerechtigkeitsbegriff
2.2. Gerechtigkeit als Unternehmensphilosophie
3. Dimensionen der Lohngerechtigkeit
3.1. Zur Definition von Lohngerechtigkeit
3.2. Grundsätze der gerechten Entlohnung
3.3. Gerechtigkeitsprinzipien
3.3.1. Die Kernprinzipien
3.3.1.1. Anforderungsgerechtigkeit
3.3.1.2. Leistungsgerechtigkeit
3.3.1.3. Marktgerechtigkeit
3.3.2. Die Randprinzipien
3.3.2.1. Bedarfs- und Sozialgerechtigkeit
3.3.2.2. Qualifikationsgerechtigkeit
3.3.2.3. Erfolgsgerechtigkeit
3.3.2.4. Verteilungsgerechtigkeit
3.4. Zusammenfassung und Relevanz einzelner Gerechtigkeitsprinzipien
4. Die Vergütungsstruktur von Führungskräften – Aufbau und Tendenzen
4.1. Aufbau der Führungskräftegehälter
4.1.1. Das Grundgehalt
4.1.2. Der variable Entgeltanteil
4.1.3. Die Zusatzleistungen
4.2. Anreizaspekte der Führungskräftegehälter
4.3. Tendenzen der Führungskräftegehälter
5. Sind überproportional hohe Managergehälter gerechtfertigt?
5.1. Rechtfertigungen auf der Basis von Gerechtigkeitsprinzipien
5.1.1. Rechtfertigung durch Anforderungsgerechtigkeit
5.1.2. Rechtfertigung durch Leistungsgerechtigkeit
5.1.3. Rechtfertigung durch Marktgerechtigkeit
5.1.4. Rechtfertigung durch Bedarfs- und Sozialgerechtigkeit
5.1.5. Rechtfertigung durch Qualifikationsgerechtigkeit
5.1.6. Rechtfertigung durch Erfolgsgerechtigkeit
5.1.7. Rechtfertigung durch Verteilungsgerechtigkeit
5.2. Weitere Ansätze zur Rechtfertigung
5.3. Zusammenfassung der Ansätze
6. Vergütungsentscheidungen und prozedurale Gerechtigkeit
6.1. Institutionelle Faktoren als Maßgabe für Führungskräftegehälter
6.2. Folgen ungerechter Entlohnung
6.3. Ansätze zu einer gerechteren Verteilung
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Gerechtigkeit der Vergütung von Führungskräften vor dem Hintergrund einer zunehmenden öffentlichen Kritik an stark steigenden Managergehältern. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu beurteilen, ob die hohen Bezüge auf Basis verschiedener normativer Gerechtigkeitsprinzipien – wie Leistungs-, Anforderungs- oder Marktgerechtigkeit – als gerechtfertigt angesehen werden können.
5.1.2. Rechtfertigung durch Leistungsgerechtigkeit
Leistungsgerechtigkeit lautet das zentrale Argument im Rahmen der Führungskräftevergütung. Aufgrund der Prinzipal-Agent-Problematik kommt der Vergütung von Führungskräften eine spezielle Motivationsfunktion zu, die zu höherer Leistung stimulieren soll. Fakt ist, dass Leistungsorientierung in allen Gehaltsbausteinen Berücksichtigung findet. Leistungsbeurteilungen, die den persönlichen Arbeitseinsatz der Führungskraft messen, werden zur Bestimmung des Grundgehalts herangezogen. Kennzahlen betrieblichen Erfolgs, die eine hohe Leistungsbereitschaft voraussetzen, werden in variablen Vergütungselementen honoriert. Betriebliche Nebenleistungen werden gewährt, um die Anstrengung der Führungskraft zu intensivieren. Zur Diskussion steht jedoch, ob in den deklarierten Leistungslöhnen tatsächlich Leistungsgerechtigkeit im Sinne der Äquivalenz von Lohn und Leistung verwirklicht wird oder ob Leistung nicht vielmehr nur eines der Argumente ist, mit denen die hohen Bezüge gerechtfertigt werden.
Viele Autoren sind entsprechend der Ansicht, dass die Gehälter der Spitzenführungskräfte nichts mit Leistung zu tun haben. Dabei wird selten zwischen den Begriffen der Leistungsgerechtigkeit und Erfolgsgerechtigkeit differenziert. Wie gezeigt werden konnte, bezieht Leistungsgerechtigkeit sich jedoch ausschließlich auf den erbrachten Arbeitseinsatz ohne Berücksichtigung des Marktwertes der Arbeitsleistung. Ein zentrales Problem ergibt sich deshalb aus der Unmöglichkeit einer objektiven Feststellung des persönlichen Arbeitseinsatzes, wenn Leistungserfolge nicht berücksichtigt werden sollen. Werden mit dem Entgelt der Führungskräfte vorwiegend persönlicher Einsatz und Leistung abgegolten, so muss gemäß ausgleichender Gerechtigkeit dem Betrag des Gehalts ein adäquater Nutzen gegenüberstehen.
Das setzt voraus, dass der Nutzen der Führungskraft messbar ist. Je höher die Führungsposition in der Unternehmenshierarchie ist, umso schwieriger wird es jedoch die Leistung des Managers zu ermitteln. Der Anteil des Einzelnen an der Wertschöpfung ist kaum messbar. Einig sind die Autoren sich in der Hinsicht, dass der Wertschöpfungsbeitrag von Führungskräften keinesfalls ein Hundertfaches höher liegen kann als der eines normalen Arbeitnehmers.
1. Einführung in die Thematik: Diese Einleitung beleuchtet die steigende gesellschaftliche Kritik an Managergehältern und stellt die Forschungsfrage nach der Gerechtigkeit und Rechtfertigung dieser Vergütungen.
2. Gerechtigkeit als Gegenstand der Ethik und Unternehmensphilosophie: Dieses Kapitel definiert den Gerechtigkeitsbegriff in seinen formalen, materialen und prozeduralen Ausprägungen und ordnet ihn in den betriebswirtschaftlichen Kontext ein.
3. Dimensionen der Lohngerechtigkeit: Hier werden zentrale Gerechtigkeitskriterien wie Anforderungs-, Leistungs- und Marktgerechtigkeit sowie ergänzende Randprinzipien detailliert definiert und gegenübergestellt.
4. Die Vergütungsstruktur von Führungskräften – Aufbau und Tendenzen: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Vergütung (Grundgehalt, variabel, Zusatzleistungen) sowie die Anreizstrukturen für Führungskräfte und aktuelle Tendenzen.
5. Sind überproportional hohe Managergehälter gerechtfertigt?: Der Hauptteil prüft kritisch, ob die hohen Bezüge durch die in Kapitel 3 eingeführten Prinzipien oder durch externe Faktoren wie den Markt rechtfertigbar sind.
6. Vergütungsentscheidungen und prozedurale Gerechtigkeit: Dieses Kapitel analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen der Gehaltsfestlegung, prozedurale Mängel und deren Auswirkungen auf die Akzeptanz und Arbeitsmoral.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Transparenz und fairen Verfahren in der Lohnfindung für Führungskräfte.
Lohngerechtigkeit, Managergehälter, Führungskräftevergütung, Leistungsgerechtigkeit, Anforderungsgerechtigkeit, Marktgerechtigkeit, Erfolgsgerechtigkeit, Prozedurale Gerechtigkeit, Unternehmensethik, Prinzipal-Agent-Problem, Vergütungsstruktur, Vergütungstransparenz, Unternehmensführung, Leistungsanreize, Wertschöpfung
Die Arbeit befasst sich mit der moralischen und ökonomischen Debatte um überproportional hohe Vergütungen für Top-Manager und untersucht deren Gerechtigkeit.
Zentrale Themen sind Gerechtigkeitstheorien, die Struktur der Vergütung, Anreizsysteme (Prinzipal-Agent-Theorie) und die Frage nach der ethischen Legitimation hoher Managergehälter.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Managergehälter unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Gerechtigkeitsprinzipien als "gerecht" oder angemessen eingestuft werden können.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um Begriffe zu definieren, Prinzipien zu systematisieren und die Vergütungspraxis kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil analysiert die Vergütungsstruktur von Führungskräften, prüft die Rechtfertigungsansätze einzelner Gerechtigkeitsprinzipien und beleuchtet institutionelle Aspekte der Vergütungsfestlegung.
Wichtige Begriffe sind Lohngerechtigkeit, Führungskräftevergütung, Leistungsgerechtigkeit, Prinzipal-Agent-Problem und Vergütungstransparenz.
Weil das Verfahren der Vergütungsfestlegung – also wer und wie Entscheidungen trifft – für das Gerechtigkeitsempfinden von Mitarbeitern und der Gesellschaft oft ebenso wichtig ist wie die absolute Lohnhöhe.
Diese sollen Manager dazu anhalten, strategisch und langfristig im Interesse der Unternehmenseigner zu handeln, anstatt nur kurzfristige Erfolge zur kurzfristigen Gehaltsmaximierung zu verfolgen.
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