Fachbuch, 2019
84 Seiten
1 Einleitung: Selbstwissen des Geistes als Wesen der Religion
Erster Teil: Das theologische Moment in Hegels Religionsphilosophie: Die Erkenntnis des Wahrhaften an und für sich
2 Begriffsklärung: Theologie als Erkenntnis Gottes
3 Hegels Kritik der ehemaligen natürlichen Theologie: Die Erkenntnis Gottes als Wesen
3.1 Urgemeinde und Kirchenväter: Von der Ausgießung zur Selbstauslegung des Geistes
3.2 Scholastik: Vom Glauben zu seinem Verständnis
3.3 Wolffsche Verstandesmetaphysik: Verstandesform und Abstraktion
3.4 Spinozismus: Identitätsphilosophie und Pantheismusvorwurf
4 Hegels Kritik an Kants Erkenntniskritik und der Theologie seiner Zeit:Das Moment der Subjektivität
4.1 Theologie der Aufklärung: Vernunfttheologie
4.2 Kant: Die Kritik des Erkenntnisvermögens
4.3 Räsonierende Theologie: Vernunfttheologie neuerer Zeit
4.4 Historische Theologie: Die Meinungen der anderen
4.5 Jacobi: Unmittelbares Wissen von Gott
4.6 Schleiermacher: Gefühlstheologie
5 Hegels spekulative Religionsphilosophie: Die Erkenntnis Gottes als Geist
5.1 Von der religiösen Vorstellung zum philosophischen Begriff
5.2 Vom Bewusstsein Gottes zum Selbstbewusstsein des absoluten Geistes
5.3 Gott als logische Idee im Zusammenhang von Hegels Systementwurf
6 Zwischenfazit: Von der Theologie zur Anthropologie
Zweiter Teil: Das anthropologische Moment in Hegels Religionsphilosophie: Die Erkenntnis des Wahrhaften des Menschen
7 Begriffsklärung: Anthropologie als Erkenntnis des Menschen als Natur- und Geisteswesen
8 Hegels Begründung der Geltung der Religion für den Menschen
8.1 Die Religion als Eigentümlichkeit des Menschen
8.2 Die Form der religiösen Vorstellung für alle Menschen
9 Hegels Interpretation des christlichen Menschenbildes
9.1 Die Vorstellung von der Natur des Menschen in der Schöpfungsgeschichte
9.2 Die Einheit der menschlichen und göttlichen Natur in der Lebensgeschichte Jesu
9.3 Der endliche und unendliche Geist im Menschen
10 Hegels Positionierung zum Menschen ohne Religion und Gott
10.1 Das Vergehen der Gemeinde als Realisierung des Glaubens
10.2 Die Freiheit zum Atheismus
11 Fazit: Von der Anthropologie zurück zur Theologie?
Diese Arbeit untersucht die systematische Vermittlung von Theologie und Anthropologie in Hegels Religionsphilosophie. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie Hegel Gott als Geist bestimmt, um sowohl das theologische Verständnis der Erkenntnis Gottes als auch das anthropologische Verständnis des Menschen als Geisteswesen zu synthetisieren und in einen philosophischen Kontext zu übersetzen.
3.1 Urgemeinde und Kirchenväter: Von der Ausgießung zur Selbstauslegung des Geistes
Zu Beginn des Christentums während der Entstehung der christlichen Gemeinde wird Gott im Menschen gewusst, nämlich in der Vorstellung von der Menschwerdung Gottes in der Gestalt Jesu. Hegel interpretiert dieses Wissen Gottes folgendermaßen: „Dies ist das Zeugnis des Geistes, daß Gott einen Sohn hat, […], was er noch nicht begriffen hat, sondern unmittelbar aus seiner Natur, gleichsam instinktartig bezeugt.“ (V 5, 161) Es handelt sich hier also noch nicht um begriffliches Wissen, sondern um ein natürliches, daher gleichsam instinktartiges, unmittelbares Wissen. Die historisch einmalige Erscheinung des Gottmenschen wird in der Vorstellung von der Ausgießung des heiligen Geistes verallgemeinert, sodass Gott als in der Gemeinde präsenter Gott gewusst wird. Dieses Wissen Gottes im Fühlen, Glauben und Vorstellen hat noch nicht die Form der reflektierten Verstandeserkenntnis der Theologie, ebenso wenig die der begrifflichen Vernunfterkenntnis der Philosophie. Hegels Ausdruck zufolge legt sich der Geist in den religiösen Praktiken und Texten selbst aus (vgl. V 3, 238). Der Geist nimmt sich dabei als eigene Legitimation, auch wenn er als etwas Fremdes erscheint, insofern er sich als gegenständliches Wesen vorstellt. Mit der Rede von der Selbstauslegung des Geistes zeigt Hegel an, wie Religion als solche funktioniert: In ihr erkennt sich der Geist in der Form der Vorstellung. Das Begreifen dieser Vorstellung kann erst im Nachhinein geleistet werden. Das Charakteristikum in diesem frühen Stadium besteht daher darin, dass Theologie als wissenschaftliche Religionsauslegung von der Religionsausübung selbst noch kaum unterschieden ist; tritt sie expliziter auf, ist sie noch stark in der Form der Vorstellung befangen. Doch ist dies an sich unproblematisch, denn laut Hegel gilt: „Gott ist für den Menschen zunächst in der Form der Vorstellung; [diese ist] ein Bewußtsein von etwas, das man als Gegenständliches vor sich hat.“ (V 3, 291 f.) Hegels „zunächst“ lässt eine Entwicklung der Form erwarten.
1 Einleitung: Selbstwissen des Geistes als Wesen der Religion: Einführung in die methodische Herangehensweise an Hegels Religionsphilosophie und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Begriffsklärung: Theologie als Erkenntnis Gottes: Erläuterung von Hegels Verständnis der Theologie und ihre Abgrenzung sowie Verknüpfung zur Philosophie.
3 Hegels Kritik der ehemaligen natürlichen Theologie: Die Erkenntnis Gottes als Wesen: Analyse der Kritik an traditionellen metaphysischen Gottesbeweisen und der Erkenntnis Gottes als bloßem "Wesen".
4 Hegels Kritik an Kants Erkenntniskritik und der Theologie seiner Zeit:Das Moment der Subjektivität: Diskussion der Auswirkungen von Kants Erkenntnistheorie auf die zeitgenössische Theologie und Hegels Kritik daran.
5 Hegels spekulative Religionsphilosophie: Die Erkenntnis Gottes als Geist: Darlegung der Kernthese Hegels, Gott als Geist in der Gemeinschaft mit dem Menschen zu verstehen.
6 Zwischenfazit: Von der Theologie zur Anthropologie: Übergang der argumentativen Linie von der Theologie zur Untersuchung des menschlichen Elements.
7 Begriffsklärung: Anthropologie als Erkenntnis des Menschen als Natur- und Geisteswesen: Definition der anthropologischen Dimension innerhalb von Hegels Philosophie.
8 Hegels Begründung der Geltung der Religion für den Menschen: Begründung, warum Religion als geistiges Phänomen wesentlich zum Menschsein gehört.
9 Hegels Interpretation des christlichen Menschenbildes: Untersuchung der Menschwerdung Gottes als fundamentales Motiv für das menschliche Selbstverständnis.
10 Hegels Positionierung zum Menschen ohne Religion und Gott: Analyse der Möglichkeiten und Implikationen einer Abkehr von Religion und Gott.
11 Fazit: Von der Anthropologie zurück zur Theologie?: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Notwendigkeit theologischer Reflexion.
Hegel, Religionsphilosophie, Geist, Theologie, Anthropologie, Gott, Subjektivität, Spekulation, Erkenntnis, Religion, Vorstellung, Begriff, Christentum, Freiheit, Selbstbewusstsein.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Religionsphilosophie von G. W. F. Hegel und der Frage, wie diese eine Brücke zwischen der Theologie als Erkenntnis Gottes und der Anthropologie als Erkenntnis des Menschen schlägt.
Zu den zentralen Themen gehören Hegels Kritik an früheren Gottesbeweisen und an Kants Philosophie, die Definition des Geistesbegriffs sowie die Rolle der Religion im Prozess der menschlichen Selbstwerdung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hegel Religion als Selbstwissen des Geistes interpretiert, wobei Gott als Geist die Vermittlung zwischen dem Endlichen (Mensch) und dem Unendlichen (Gott) darstellt.
Der Autor wendet eine sinnkritische Begriffsanalyse und eine argumentative Rekonstruktion von Hegels Vorlesungen zur Religionsphilosophie an, unterstützt durch Close-Reading-Verfahren zentraler Texte.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile: Einen theologischen, der Hegels Kritik an vergangenen Theologien umfasst, und einen anthropologischen, der das christliche Menschenbild und die Geltung der Religion für den Menschen analysiert.
Hegel, Religionsphilosophie, Geist, Theologie, Anthropologie, Gott, Subjektivität, Religion, Spekulation, Freiheit.
Hegel erkennt an, dass Religion in Form von Vorstellungen für Kinder und Menschen ohne philosophische Bildung ein notwendiger erster Zugang zur Wahrheit und Autorität ist, auch wenn diese Form später durch den philosophischen Begriff abgelöst werden kann.
Hegel argumentiert, dass der Mensch sich durch die Fähigkeit zum Denken und das Vermögen zur Selbsterkenntnis und Institutionalisierung vom Tier unterscheidet; der Mensch ist "Geist", während das Tier in seiner Natürlichkeit verharrt.
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