Masterarbeit, 2012
125 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Untersuchungsgegenstand
2.1. Massenkommunikation und Funktionen von Massenmedien
2.2. Die Zeitung
2.3. taz.die tageszeitung
2.4. DIE WELT
2.5. Gegenüberstellung von taz und WELT
3. Theoretische Grundlagen
3.1. Konstruktivistische Perspektiven
3.2. Empirische Anwendungen
3.3. Journalistische Konstruktion von Wirklichkeit
4. Methodologischer Kontext und empirisches Vorgehen
4.1. Kontext der rekonstruktiv-qualitativen Sozialforschung
4.2. Dokumentarische Methode
4.3. Empirisches Vorgehen
5. Fallanalysen
5.1. Thema Deutscher Qualifikationsrahmen
5.1.1. Fall T9716_6
5.1.2. Fall W27-2012_10
5.1.3. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der maximalen Kontrastierung
5.2. Thema Chancenspiegel
5.2.1. Fall T9750_4
5.2.2. Fall W61-2012_5
5.2.3. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der maximalen Kontrastierung
5.3. Thema Regelstudienzeit
5.3.1. Fall T9805_4
5.3.2. Fall W116-2012_4
5.3.3. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der max. Kontrastierung
5.4. Diskursbetrachtung nach dem Prinzip der min. Kontrastierung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie zwei deutsche Tageszeitungen – DIE WELT und die taz – ausgewählte Bildungsthemen konstruieren. Ziel ist es herauszufinden, inwiefern durch divergierende Berichterstattung den Lesern unterschiedliche Wirklichkeiten suggeriert werden.
Die journalistische Konstruktion von Wirklichkeit
In diesem Abschnitt werden Aspekte der journalistischen Konstruktion von Wirklichkeit thematisiert. Hierfür werden Nachrichtenregeln, Nachrichtenstile und -Routinen sowie weitere ausgewählte Faktoren, die sich maßgeblich auf die journalistische Konstruktion von Wirklichkeit auswirken können, beleuchtet.
Unter dem Aspekt der Nachrichtenregeln werden nach Stefan Frerichs (2000 u. 2006) grundlegende Vorgaben verstanden, nach denen die journalistische Nachrichtengestaltung erfolgen sollte. Diese Regeln sind einerseits in der journalistischen Fachliteratur aufgeführt und werden andererseits durch redaktionsinterne Vorgaben ergänzt bzw. konkretisiert. Gaye Tuchmann (1978) führt fünf Vorgehensweisen (Nachrichtenregeln) an, mittels derer Nachrichten ‚objektiviert‘ werden können: „Erstens die Gegenüberstellung sich widersprechender Standpunkte, zweitens die Stützung von Aussagen durch Tatsachen, drittens die Abgrenzung von eigenen und fremden Aussagen, viertens die Gliederung von Informationen in einer bestimmten Anordnung sowie fünftens die Trennung von Nachrichten und Kommentaren“.
Nachfolgend werden die einzelnen Nachrichtenregeln kurz erläutert: 1. Die ‚Gegenüberstellung sich wiedersprechender Standpunkte‘ wird durch die Wiedergabe mehrerer verschiedener Aussagen zu einem Thema gewährleistet und dient vorrangig der Vermeidung einseitiger Berichterstattung. 2. Die ‚Stützung von Aussagen durch Tataschen‘ dient der Prüfung von Aussagen. Liegen keine nachprüfbaren Tatsachen für eine Aussagenbestätigung vor, kann ersatzweise auch auf mehrere glaubwürdige Quellen oder unabhängige Expertenmeinungen zurückgegriffen werden. 3. Die ‚Abgrenzung von eigenen und fremden Aussagen‘ dient der formalen Differenzierung zwischen Aussagen des Berichterstatters und Aussagen von Anderen. 4. Die ‚Gliederung von Informationen in einer bestimmten Anordnung‘ erfolgt üblicherweise nach dem sog. Pyramidenprinzip. Es beschreibt, dass die wichtigsten Informationen am Beginn eines Textes stehen und die Informationsbedeutung bzw. -Wichtigkeit in der Folge stetig abnimmt. 5. Die ‚Trennung von Nachrichten und Kommentaren‘ dient der Differenzierung von tatsachenvermittelnden und meinungsäußernden Beiträgen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie Tageszeitungen Bildungsthemen konstruieren, und skizziert das theoretische und methodische Fundament der Untersuchung.
2. Untersuchungsgegenstand: In diesem Kapitel werden Grundlagen der Massenkommunikation und die spezifischen Profile der untersuchten Zeitungen, taz und WELT, vorgestellt.
3. Theoretische Grundlagen: Dieser Abschnitt erläutert den konstruktivistischen Ansatz sowie dessen Anwendung auf Medien und journalistische Arbeitsweisen.
4. Methodologischer Kontext und empirisches Vorgehen: Hier wird die dokumentarische Methode als qualitatives Auswerteverfahren begründet und das Vorgehen bei der Fallauswahl beschrieben.
5. Fallanalysen: Dieses Kapitel präsentiert die detaillierte Analyse der ausgewählten Zeitungsartikel zu den Themen Deutscher Qualifikationsrahmen, Chancenspiegel und Regelstudienzeit.
6. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und fasst die zentralen Erkenntnisse über die mediale Konstruktion von Wirklichkeit zusammen.
Medienkonstruktivismus, Wirklichkeitskonstruktion, Journalismus, Bildungsberichterstattung, taz, DIE WELT, Dokumentarische Methode, Qualitative Sozialforschung, Nachrichtenregeln, Nachrichtenroutinen, Nachrichtengestaltung, Diskursanalyse, Bildungsstudien, Medienwirkung, Rezeptionsforschung.
Die Arbeit untersucht, wie Zeitungen durch ihre Berichterstattung über Bildungsthemen eine spezifische Wirklichkeit konstruieren und den Lesern nahebringen.
Der Fokus liegt auf den überregionalen Tageszeitungen "taz" und "DIE WELT", da diese unterschiedliche politische Ausrichtungen und Verlagsstrukturen aufweisen.
Ziel ist es zu klären, inwiefern die gleiche Nachrichtenlage von beiden Zeitungen in divergierende Wirklichkeitskonstruktionen übersetzt wird.
Die Autorin nutzt die dokumentarische Methode nach Ralf Bohnsack, um soziale Sinnstrukturen in der journalistischen Textproduktion freizulegen.
Im Hauptteil erfolgen detaillierte Fallanalysen von insgesamt sechs Zeitungsartikeln zu drei ausgewählten Bildungsthemen: DQR, Chancenspiegel und Regelstudienzeit.
Zentrale Begriffe sind Medienkonstruktivismus, dokumentarische Methode, Bildungsberichterstattung und journalistische Nachrichtenkonstruktion.
Die Untersuchung zeigt, dass die taz oft kritischer und aufklärerischer agiert, während DIE WELT zwar detailliert berichtet, aber insgesamt eine ausgewogenere oder anders gewichtete Darstellung liefert.
Die Infografik dient nicht nur der Gestaltung, sondern übernimmt eine inhaltstragende Funktion, indem sie zusätzliche Daten und Interpretationsrahmen für den Leser liefert, die im Fließtext teilweise fehlen.
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