Bachelorarbeit, 2018
58 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Fahrerassistenzsysteme – Begriff und wissenschaftliche Einordung
2.1 Die Sechs Stufen der Fahrerassistenzsystem
2.2 FAS in Wissenschaft und Forschung
2.3 FAS im Verkehr – Stand der Sozialforschung
3. Das Experteninterview
3.1 Wahl der Forschungsmethode
3.2 Interview und Transkript
4. Der Mensch-Maschine Hybrid und das FAS als Black Box
4.1 Von Fahrer und Fahrzeug zum Mensch-Maschine-Hybrid
4.2 Black Boxes im Straßenverkehr
5. Verkehr als soziales System
6. Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr
6.1 Chancen
6.2 Risiken
7. Kontrollierte Bildung von Hybriden
8. Fazit
Die Arbeit untersucht soziologisch die Rolle von Fahrerassistenzsystemen (FAS) im Verkehr als soziales System, mit dem Ziel, die Bedeutung und Perspektiven dieser Technologien sowie die daraus resultierenden Mensch-Maschine-Interaktionen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
4.1 Von Fahrer und Fahrzeug zum Mensch-Maschine Hybrid
Erstaunlich gut lässt sich dieses Phänomen durch Latours ANT beschreiben. Er selbst würde es wahrscheinlich Vermittlung oder genauer Übersetzung nennen (vgl. Latour 2006: 486 ff.). Latour nutze zur Erklärung von Vermittlung und Übersetzung das Beispiel einer Schusswaffe. Hat eine Person eine Schusswaffe in der Hand so ändert sich das Wesen dieser Person. Neben der Schusswaffe und der sie haltenden Person entsteht ein dritter Akteur – ein Hybrid sozusagen. Genau wie in seinem Beispiel lässt sich das Verhalten einer Person, die durch Assistenzsysteme unterstützt wird, ebenfalls als verändert betrachten. Die Person reagiert auf die Mitteilung des FAS, das FAS misst nach der Reaktion des Fahrers den Abstand zu den rundherum befindlichen Hindernissen neu und gibt wiederum neue Signale an den Fahrer. Dieses Hin und Her von Reaktion und Aktion setzt letztendlich die Handlung des Einparkens zusammen.
Der Fahrer hätte ohne FAS nicht so gehandelt wie er es hat und bei einem anderen Fahrer hätte das FAS anders reagiert und andere Signale gegeben. Die Handlung des Einparkens muss nun also auf mindestens drei Akteure verteilt werden: dem Fahrer, dem FAS und dem Mensch-Maschine-Hybrid der aus erstgenannten zusammengesetzt ist. Macht man sich diesen dritten Akteur bewusst stellt sich nach Latour umgehend auch die Frage ob dieser dasselbe Ziel des Fahrers verfolgt. Wir haben hier einen anderen Akteur – haben wir also auch ein anderes Ziel? Ziel des Fahrers könnte es sein, ohne Schaden und gemäß verschiedener Verkehrsregeln in eine Parklücke einzuparken um sein Fahrzeug dort abzustellen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik anhand des Tesla-Unfallbeispiels und Darstellung der Relevanz von FAS für das soziale System Verkehr.
2. Fahrerassistenzsysteme – Begriff und wissenschaftliche Einordung: Definition der FAS-Stufen und Einordnung in den wissenschaftlichen sowie sozialwissenschaftlichen Kontext.
3. Das Experteninterview: Begründung und methodische Darstellung der Expertenbefragungen als Grundlage für die Untersuchung.
4. Der Mensch-Maschine Hybrid und das FAS als Black Box: Anwendung der Akteur-Netzwerk-Theorie auf das Zusammenspiel von Fahrer und FAS.
5. Verkehr als soziales System: theoretische Betrachtung des Verkehrs als soziales System und Akteur-Netzwerk.
6. Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr: Analyse der Chancen und Risiken, insbesondere „Overtrust“ und Haftungsfragen.
7. Kontrollierte Bildung von Hybriden: Lösungsansätze für eine sicherere Mensch-Maschine-Interaktion durch Ausbildung und Transparenz.
8. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer bewussten Gestaltung der Mensch-Maschine-Hybriden.
Fahrerassistenzsysteme, FAS, Verkehr, Sozialforschung, Mensch-Maschine-Hybrid, Akteur-Netzwerk-Theorie, Black Box, Overtrust, Technologieakzeptanz, Verkehrssicherheit, Experteninterview, Systemtheorie, Interaktion, Digitalisierung, Autonomes Fahren.
Die Arbeit analysiert die soziologische Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen und deren Einfluss auf den Verkehr als soziales System.
Die zentralen Themen sind Mensch-Maschine-Interaktion, die Bildung hybrider Akteure, technologische Chancen und Risiken (insbesondere Overtrust) sowie die soziale Kontrolle im Verkehr.
Ziel ist es, die Bedeutung und Perspektiven von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr als soziales System unter soziologischen Gesichtspunkten zu beleuchten.
Die Arbeit nutzt die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) als theoretischen Rahmen und führt Experteninterviews mit Vertretern aus Entwicklung, Versicherung und Forschung durch.
Es werden das Konzept des Mensch-Maschine-Hybrids, die Problematik der „Black Box“ bei Assistenzsystemen sowie Chancen und Risiken (wie Overtrust) untersucht.
Fahrerassistenzsysteme, Mensch-Maschine-Hybrid, Akteur-Netzwerk-Theorie, Verkehr als soziales System und Overtrust.
Es bezeichnet die Intransparenz technischer Abläufe im FAS, die dazu führt, dass der Fahrer die Funktionsweise und Grenzen des Systems nicht mehr nachvollziehen kann.
Da eine unkontrollierte Vermehrung von Mensch-Maschine-Hybriden ohne Kenntnis der Systemgrenzen das Unfallrisiko erhöht, ist eine bessere Schulung und Transparenz notwendig.
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