Doktorarbeit / Dissertation, 2013
224 Seiten, Note: 1
1 „Fernsehen war gestern?“ – Einführung
1.1 Eingrenzung des Themas
1.2 Vorgehen und Zielsetzung
1.2.1 Die ästhetische Perspektive
1.2.2 Struktur der Arbeit und Darstellung der Thesen
2 „How will we know ,television’ when we see it?“ – Kriterien zur Bestimmung von Fernsehartigkeit im World Wide Web
2.1 Mediale Struktur
2.1.1 Programmfluss versus Hypertext
2.1.2 Serialität als Strukturprinzip
2.2 Mediale Kommunikation
2.2.1 Massenmedialität
2.2.2 Welthaltigkeit
2.3 Fazit: die Fernsehkriterien
3 „Online is the New Primetime?“ – Audiovisuelle Gattungen im World Wide Web
3.1 Typologie der Web-Videos
3.1.1 Webcam-Aufnahmen
3.1.2 Private-Cams
3.1.3 Videoblogs
3.1.4 Traditionelle Fernsehsender im World Wide Web
3.1.5 Web-TV-Sender
3.1.6 Webisodes
3.1.7 Videosendungen
3.2 Bestimmung des Web-TV
3.2.1 Übersicht der Web-Video-Gattungen
3.2.2 Der Web-TV-Wert
4 „TV you won't see on TV.“ – Ästhetik der Videosendung
4.1 Ehrensenf
4.1.1 Formatierung
4.1.2 Strategien der Komikgenerierung
4.1.3 Zwischen Boulevardisierung und politischer Schärfe
4.1.4 Orientierung im World Wide Web
4.1.5 Fazit
4.2 rebell.tv
4.2.1 Struktur der Website
4.2.2 Formatierung
4.2.3 Interview als Darstellungsform
4.2.4 Die Rollen des Interviewers
4.2.5 Fazit
4.3 Buschka entdeckt Deutschland
4.3.1 Struktur der Website
4.3.2 Formatierung
4.3.3 Stand-up-Reportage
4.3.4 Authentizierende Form
4.3.5 Funktionen des Reporters
4.3.6 Fazit
5 Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung
5.1.1 Die Fernsehkriterien
5.1.2 Gattungen und Genres des Web-TV
5.2 Diskussion der Thesen
5.2.1 Ästhetik des Web-TV
5.2.2 Das Verhältnis von Web-TV und traditionellem Fernsehen
5.2.3 Ein Dispositiv im Wandel
5.2.4 Zwei Fernsehformen – kurzer Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern audiovisuelle Inhalte im World Wide Web als „Web-TV“ bezeichnet werden können und ob diese eine Konkurrenz zum traditionellen Fernsehen darstellen. Im Zentrum steht die ästhetische Perspektive, mittels derer die Machart und Funktionsweise spezifischer Web-Video-Artefakte erforscht wird, um deren Potential als eigenständige Fernsehform oder Weiterentwicklung des traditionellen Fernsehens zu bestimmen.
4.1.2 Strategien der Komikgenerierung
Formal und inhaltlich wird in der Sendung mit verschiedenen Strategien der Komikgenerierung gearbeitet. Komik meint dabei
[j]ede Art übertreibender Sichtbarmachung von Konflikten einander widersprechender Prinzipien, die, weil sie die Nichtübereinstimmung von Ideal und Wirklichkeit oder von gesellschaftlicher Norm und individuellem Handeln aufdeckt, zum Lachen reizt und dadurch dem Zuschauer das Gefühl von Überlegenheit vermittelt.
(Metzler Kabarett Lexikon 1996: 199).
Bewusst setzt EHRENSENF nicht auf eine Art Trashfernsehen (vgl. Hickethier 1999: 212), also auf Beschimpfen, Blödeln und Verulken, sondern auf Komik, auf das Dahinterblicken und Sichtbarmachen, mal mittels Ironie, mal mittels extremer Vergleiche. Bereits der einfache, achtsekündige Vorspann mit altmodischem Fernsehshow-Jingle und die Wahl des Anagramms „Ehrensenf“ als Sendungstitel offenbaren das Referenzmedium – das traditionelle Fernsehen – und die humorvolle Haltung der Macher_innen. Buchstaben purzeln auf ein schlichtes, computeranimiertes Senftütchen und ergeben das Wort „Fernsehen“. Schließlich, nach dem Einblenden von drei Kronen und dem Schriftzug „extra scharf“, endet der Vorspann mit dem Sendungstitel „Ehrensenf“ (Abb. 31). Die einfachen grafischen Trenner innerhalb der Sendung sind an den Trailer angelehnt und zusätzlich mit einem Löwengebrüll unterlegt, das Assoziationen zur Marke LÖWENSENF weckt, aber vor allem zur in den 1940er Jahren
1 „Fernsehen war gestern?“ – Einführung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Web-TV ein, definiert den Gegenstand aus ästhetischer Perspektive und skizziert den Forschungsstand sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 „How will we know ,television’ when we see it?“ – Kriterien zur Bestimmung von Fernsehartigkeit im World Wide Web: Hier werden die konstitutiven Kriterien (Massenmedialität, Serialität, Welthaltigkeit) entwickelt, die Bewegtbilder im Web als „fernsehartig“ klassifizierbar machen.
3 „Online is the New Primetime?“ – Audiovisuelle Gattungen im World Wide Web: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Web-Video-Genres und prüft diese auf ihre Fernsehartigkeit sowie ihren ästhetischen Mehrwert.
4 „TV you won't see on TV.“ – Ästhetik der Videosendung: Im Hauptteil werden die Formate Ehrensenf, rebell.tv und Buschka entdeckt Deutschland einer detaillierten ästhetischen Einzelanalyse unterzogen.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, überprüft die zentralen Thesen und reflektiert über die zukünftige Entwicklung des Dispositivs Fernsehen im Kontext von Web-TV und Konvergenz.
Web-TV, Fernsehen, Internet, Web-Video, Ästhetik, Medialität, Massenkommunikation, Serialität, Welthaltigkeit, Videosendung, Webisode, Videoblog, Konvergenz, Medienwissenschaft, Rezeption.
Die Arbeit untersucht das Phänomen „Web-TV“ als ästhetisch definierten Gegenstand und analysiert die Konkurrenzsituation zwischen Bewegtbildinhalten im Internet und dem traditionellen Fernsehen zwischen 2005 und 2010.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die ästhetischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Web-Videos und dem traditionellen Fernsehen, die Rolle der Web-Infrastruktur sowie die veränderte Rolle der Nutzer als Produzenten und Rezipienten.
Ziel ist es, den Begriff „Web-TV“ wissenschaftlich zu präzisieren und Kriterien zu entwickeln, anhand derer sich fernsehartige Bewegtbilder im Web als eigenständige Form oder Konkurrenz zum Fernsehen identifizieren lassen.
Die Autorin verwendet einen phänomenologischen und hermeneutischen Ansatz, um die Ästhetik und Machart audiovisueller Artefakte zu analysieren, wobei bewusst keine empirische Medienwirkungsforschung betrieben wird.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Einzelanalyse dreier ausgewählter Web-TV-Formate („Ehrensenf“, „rebell.tv“, „Buschka entdeckt Deutschland“), um deren Formensprache und Funktionen beispielhaft zu untersuchen.
Wesentliche Begriffe sind Fernsehartigkeit, Serialität, Massenmedialität, Welthaltigkeit, Web-Video, Interaktivität und die Ästhetik des Bewegtbilds im digitalen Raum.
Web-TV zeichnet sich durch die freie Verfügbarkeit im World Wide Web und die Nutzung mittels Webbrowser aus, während IPTV in der Regel ein kostenpflichtiges, an ein Fernsehgerät gebundenes Abonnement-Modell mit technischer Infrastruktur des Telekommunikationsanbieters ist.
Der Begriff ist diffus und wird für verschiedenste Formate genutzt. Die Arbeit verdeutlicht, dass nicht jedes Web-Video „fernsehartig“ ist; Web-TV erfordert zusätzlich einen ästhetischen Mehrwert durch die Einbindung der spezifischen Möglichkeiten des Web-Mediums.
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