Bachelorarbeit, 2019
32 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Einführung in die Metapherntheorie
2.1 Die Substitutionstheorie
2.2 Die Interaktionstheorie
2.3 Die kognitive Metapherntheorie nach Lakoff und Johnson
2.3.1 Die Typologie konzeptueller Metaphern
2.3.2 Kritik an der kognitiven Metapherntheorie
2.4 Forschungsüberblick zum Migrationsdiskurs
3 Metaphernanalyse in der politischen Berichterstattung
3.1 Methodisches Vorgehen
3.2 Das Korpus
3.3 Fragestellung und Hypothesen nach Drößiger
3.4 Die Analyse
3.4.1 Migration als Krieg
3.4.2 Migration als Fluss, Zuwanderung als Strom und Migration als Wasser
3.4.3 Migration als Ware/Warenhandel und Asylsuchende als Produkt/Gegenstand
3.4.4 Die Weg- und Ziel-Metaphorik
4 Hypothesen verfizieren/falsifizieren
4.1 Diskussion der Ergebnisse
4.2 Reflexion
Die Arbeit untersucht, wie der Migrationsdiskurs in der politischen Berichterstattung des Jahres 2018 durch den gezielten Einsatz kognitiver Metaphern strukturiert, beeinflusst und bewertet wird, wobei ein besonderer Fokus auf der Identifikation zentraler metaphorischer Konzepte und deren Funktion liegt.
3.4.1 Migration als Krieg
Die Untersuchung der Strukturmetapher MIGRATION ALS KRIEG ergaben 5 metaphorische Ausdrücke. Dabei wird ein Konzept von einem anderen Konzept metaphorisch strukturiert. Laut Lakoff und Johnson werden dabei Informationen von einem Quellbereich auf einen Zielbereich übertragen. (Illegale) Migration und Migranten (Zielbereich) werden oft als Feinde (Quellbereich) dargestellt, gegen die gekämpft werden muss, wie folgende Beispiele zeigen: „Allerdings soll die Schleusung von Migranten und der Menschenhandel grenzüberschreitend bekämpft werden“ oder „zur Bekämpfung illegaler Migration“. Üblicherweise müssen Gegner bekämpft werden und somit wird Migration oft negativ konnotiert. Des Weiteren werden somit Asylbewerber oft als Bedrohung und Gefahr dargestellt. Jedoch muss hier darauf hingewiesen werden, dass es sich in erster Linie um illegale Migration und um die Schleusung von Migranten handelt, welche als Gegner/Feind angesehen wird. Nichtsdestotrotz wird im Zusammenhang mit Migration immer wieder Kriegsmetaphorik angewendet.
Auch wird die metaphorische Redewendung „Offensive starten“ oft benutzt. Dieser Begriff findet sich ebenfalls im Quellbereich des Krieges wieder und überträgt die Botschaft, dass gegen die Migration gekämpft werden muss. Jeder kann bei der Kriegsmetaphorik auf bekanntes Wissen zurückgreifen. Aus diesem Grund handelt es sich hierbei um eine konventionelle Metapher.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Metapherntheorie ein und definiert die Forschungsfrage, wie der Migrationsdiskurs durch metaphorische Konzepte in der politischen Berichterstattung des Jahres 2018 strukturiert wird.
2 Einführung in die Metapherntheorie: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Ansätze, von der Substitutionstheorie bis hin zur kognitiven Metapherntheorie nach Lakoff und Johnson, und beleuchtet kritische Perspektiven sowie den Forschungsstand.
3 Metaphernanalyse in der politischen Berichterstattung: In diesem zentralen Teil wird die methodische Vorgehensweise erläutert, das Korpus aus WELT-Artikeln vorgestellt und eine detaillierte Analyse der identifizierten Metaphernbereiche (Krieg, Wasser, Ware, Weg) durchgeführt.
4 Hypothesen verfizieren/falsifizieren: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse der Analyse im Kontext der aufgestellten Hypothesen aus, diskutiert die wissenschaftlichen Erkenntnisse und reflektiert den gesamten Forschungsprozess kritisch.
Kognitive Metaphern, Migrationsdiskurs, politische Berichterstattung, Strukturmetaphern, Wasser-Metaphorik, Kriegs-Metaphorik, Waren-Metaphorik, Weg-Metaphorik, Sprachbilder, Entindividualisierung, Diskursanalyse, konzeptuelle Metaphern, Framing, Lakoff und Johnson, Medienlinguistik.
Die Arbeit untersucht die Nutzung und Funktion von kognitiven Metaphern innerhalb der politischen Berichterstattung über Migration im Jahr 2018.
Die Arbeit konzentriert sich auf die metaphorischen Konzepte Migration als Krieg, als Wasser, als Ware sowie auf die Weg- und Ziel-Metaphorik.
Ziel ist es, herauszufinden, welche metaphorischen Konzepte besonders häufig genutzt werden und welche diskursiven Funktionen (z.B. Rechtfertigung, Dramatisierung) diese dabei erfüllen.
Die Autorin verwendet eine systematische Metaphernanalyse in Anlehnung an R. Schmitt, kombiniert mit theoretischen Grundlagen von Lakoff und Johnson sowie Karin Böke.
Der Hauptteil beinhaltet die methodische Herleitung, die Vorstellung des Korpus aus 40 Zeitungsartikeln der WELT Online und die detaillierte Analyse der identifizierten Metaphern.
Kernbegriffe sind kognitive Metaphern, Migrationsdiskurs, politische Berichterstattung, Framing und verschiedene Metaphernkonzepte wie Krieg, Wasser, Weg und Ware.
Die Wasser-Metaphorik (z.B. „Zustrom“, „Flüchtlingswelle“) dient häufig der Entindividualisierung und assoziiert eine unaufhaltsame Bedrohung, während sie gleichzeitig die Ursachen der Flucht ausblendet.
Die Waren-Metaphorik wird genutzt, um Zuwanderer als Produkt oder Gegenstand darzustellen, insbesondere wenn es um ökonomische Aspekte wie den Bedarf an Arbeitskräften geht.
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