Bachelorarbeit, 2018
73 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Einordnung in die Forschung und Relevanz
1.3 Forschungsfragen, Methode und Aufbau
2 Radinfrastruktur und Maßnahmen
2.1 Klassifizierung von Führungsformen des Radverkehrs
2.1.1 Radfahrstreifen
2.1.2 Schutzstreifen
2.1.3 Baulich angelegte Radwege neben der Fahrbahn
2.1.4 Gemeinsame Geh- und Radwege
2.1.5 Fahrradstraßen
2.2 Integration in die MIV-Infrastruktur
2.3 Konflikte
2.4 Beispiele anderer Städte als Vorreiter
3 Radschnellwege
3.1 Qualitätskriterien für Radschnellwege
3.2 Voraussetzungen für die Annahme von RSW
3.3 Konzept des Radschnellwegs Ruhr
3.3.1 Finanzierung
3.3.2 Streckenverlauf
3.3.3 Zielsetzungen
4 Untersuchung ausgewählter Anschlussstellen
4.1 Methode
4.2 Anschlussstellen des Radschnellwegs Ruhr
4.2.1 Kleine Buschstraße (Essen)
4.2.2 Segerothstraße (Essen)
4.2.3 Situation der zukünftigen Anschlussstelle Bessemerstraße (Bochum)
4.3 Anschlussstelle Roomweg (Enschede)
4.4 Vergleich der untersuchten Anschlussstellen
5 Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Einbindung des Radschnellwegs Ruhr (RS 1) in die bestehende innerstädtische Infrastruktur anhand ausgewählter Anschlussstellen, um Potenziale für eine fahrradfreundliche Gestaltung aufzuzeigen und Handlungsbedarfe zu identifizieren.
2.1 Klassifizierung von Führungsformen des Radverkehrs
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten die Führung des Radverkehrs zu gestalten. In diesem Abschnitt sollen die gängigsten und verbreitetsten Führungsformen betrachtet werden. Hierbei wird besonders die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer in den Fokus genommen und abgewogen.
Bei der Einordnung der hier betrachteten innerörtlichen Radinfrastruktur spielen drei Faktoren eine wesentliche Rolle. Es wird einerseits zwischen zwei- und vierstreifig befahrenen Straßen unterschieden, während andererseits die Nutzungsfrequenz der Kraftfahrzeuge pro Stunde (Kfz/h) und die maximal zugelassene Höchstgeschwindigkeit (in km/h) zweiten und dritten Faktor abbilden. Hieraus ergibt sich nach der FGSV die Einordnung solcher Verkehrswege in vier Belastungsbereiche (siehe Anhang Tabelle 3). Der erste Belastungsbereich (I) bezeichnet so beispielsweise wenig befahrene, zweistreifige Straßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50km/h und maximal 400 Kfz/h, während der vierte Belastungsbereich (IV) bei einer gleichen Höchstgeschwindigkeit und Streifenführung ab ca. 1.800 Kfz/h als solcher eingeordnet wird. Vierstreifig befahrene Straßen werden beispielsweise erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 50km/h und ca. 2.200Kfz/h diesem Belastungsbereich zugeordnet (siehe Anhang Abbildung 10 und Abbildung 11). Für den Belastungsbereich I ist, bis auf einzelne Ausnahmefälle, keine separate Radverkehrsführung vorgesehen, bzw. notwendig, sodass der Radverkehr gemeinsam mit dem MIV die Fahrbahn ohne größeres Konfliktpotenzial nutzen kann (vgl. FGSV 2010: 18f).
Um eine weitere Dimension hinzuzuziehen, können die Ausführungen von GRAF (2016: 86f) betrachtet werden. Bei dieser Kategorisierung wird ein sehr viel stärkerer Fokus auf die Nutzer der Radinfrastruktur und deren Wahrnehmung genommen. Er unterteilt alle Radfahrer in vier verschiedene Gruppen, die jeweils eine unterschiedlich hohe Stresstoleranz im Verkehr aufweisen. Somit werden Verkehrswegen die verschiedenen Level of traffic stress (LTS) zugeordnet, wobei beispielsweise Wege ohne eine Führung des Radverkehrs das LTS 4 aufweisen, die nur für den ‚Furchtlosen‘ geeignet sind und Wege bei denen kein Konfliktpotenzial herrscht mit dem LTS 1 beziffert werden und von ‚Nicht-Fahrern‘ genutzt werden können (siehe Anhang Tabelle 5).
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die steigende Bedeutung des Fahrrads und stellt das Großprojekt RS 1 vor, wobei Forschungsfragen und die methodische Vorgehensweise skizziert werden.
2 Radinfrastruktur und Maßnahmen: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Führungsformen des Radverkehrs, diskutiert deren Integration in die bestehende Infrastruktur und beleuchtet Konfliktpotenziale sowie internationale Vorbilder.
3 Radschnellwege: Es werden Qualitätskriterien und Voraussetzungen für Radschnellwege definiert und das spezifische Konzept sowie die Zielsetzungen des Radschnellwegs Ruhr (RS 1) detailliert.
4 Untersuchung ausgewählter Anschlussstellen: Dieser Hauptteil analysiert und vergleicht die Radinfrastruktur an spezifischen Anschlussstellen in Essen, Bochum und Enschede mithilfe von GIS-Daten.
5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Stand der Radverkehrsförderung im Ruhrgebiet im Hinblick auf das Ziel einer Fahrradmetropole.
Radschnellweg, RS 1, Radinfrastruktur, Radverkehrsführung, Verkehrsplanung, Mobilitätswende, Pedelec, Ruhrgebiet, Verkehrssicherheit, intermodaler Verkehr, Stadtplanung, Radfahrstreifen, Schutzstreifen, Radverkehrsanteil, Anschlussstellen.
Die Arbeit untersucht die Anbindung des Radschnellwegs Ruhr (RS 1) an das bestehende kommunale Straßennetz, um zu bewerten, wie gut das Projekt für Radfahrer erreichbar ist.
Das primäre Ziel ist es, durch die Untersuchung ausgewählter Anschlussstellen Defizite in der Radinfrastruktur aufzudecken und Kriterien für eine zufriedenstellende Integration des RS 1 in das städtische Umfeld zu formulieren.
Es wird eine raumbezogene Analyse mittels Geographischem Informationssystem (GIS) durchgeführt, bei der das Straßennetz um Anschlussstellen digitalisiert, kategorisiert und hinsichtlich der Radverkehrsführungen bewertet wird.
Die Arbeit verknüpft technische Aspekte der Radinfrastruktur (wie Radfahrstreifen oder Schutzstreifen) mit verkehrsgeographischen Fragestellungen und dem Konzept der Radschnellwege.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die empirische Untersuchung von drei Anschlussstellen (Kleine Buschstraße, Segerothstraße und Bessemerstraße) sowie den Vergleich mit dem niederländischen Fietssnelweg F35 als Referenz.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Radschnellweg, Radverkehrsführung, Mobilitätswende und Infrastrukturplanung charakterisiert, die den Kern der Analyse bilden.
Die Niederlande gelten als weltweit führend im Radverkehr, weshalb der Fietssnelweg F35 als Referenzmodell für eine funktionierende Integration von Radschnellwegen in das urbane Netz dient.
Pedelecs ermöglichen höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten und größere Reichweiten, was das Potenzial des RS 1 für Pendler erhöht, gleichzeitig aber neue Anforderungen an die Sicherheit stellt.
Die Arbeit identifiziert insbesondere in Essen und Bochum Handlungsbedarf bei der Radverkehrsführung auf Hauptverkehrsstraßen, um das Ziel einer einladenden Erschließung des RS 1 zu erreichen.
Das Ruhrgebiet befindet sich auf einem guten Weg, allerdings sind mit dem RS 1 bisher nur Grundsteine gelegt; für eine echte Fahrradmetropole bedarf es einer konsequenten, einheitlichen verkehrspolitischen Strategie.
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